Im Exil

Anna Seghers’ Jahre in Mexiko

Burghart Klaußner ist ein begnadeter Vorleser. In diesen trüben deutschen Wintermonaten führt er seine Zuhörenden in das gleißende Licht Mexikos, in das Land inmitten der Ozeane. Der Fernseh- und Filmschauspieler, mehrfach mit dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet, liest Brennendes Licht, das von Volker Weidermann geschriebene Buch.

Der Literaturkritiker Weidermann ist bekannt geworden mit seinen biografischen Romanen, in denen er sich erzählerisch dem Leben und Werk von Schriftstellerinnen und Schriftstellern widmet. In seinem neuesten Roman erzählt er von Anna Seghers’ Jahren im mexikanischen Exil (1941 – 1947), von deren Veröffentlichung des Siebten Kreuzes in den USA, vom Verlust der Mutter, die sie in Nazi-Deutschland zurücklassen musste und darüber, wie Seghers bei einem Verkehrsunfall fast selbst das Leben verliert.

Weidermann beschreibt, wie Seghers in Mexiko auf die Künstler des Landes Frida Kahlo und Diego Rivera trifft, auf politische Flüchtlinge wie Egon Erwin Kisch und den Verleger Walter Janka oder auch auf Pablo Neruda, der zum Generalkonsul in Mexiko ernannt worden war. Er schmückt aus, versucht sich in Seghers hineinzudenken, formuliert dicht und scheinbar ganz nah an der Schriftstellerin und Kommunistin.

Das greift Sprecher Burghart Klaußner auf, liest, interpretiert seriös und unaufgeregt viereinhalb Stunden lang. Der Wechsel von Tempo und Ton, seine natürliche und ohne Pathos gelesene Erzählweise ziehen Zuhörerin und Zuhörer sofort in den Bann. Und sie lassen sie eintauchen in die Farben Mexikos und in ein Land, das Anna Seghers selbst lebenslang immer fremd blieb.

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Kathrin Jütte

Kathrin Jütte ist Redakteurin der "zeitzeichen". Ihr besonderes Augenmerk gilt den sozial-diakonischen Themen und der Literatur.


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