Praxisbuch

Impulse zur Seniorenarbeit
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Von Spielideen über Impulse für Aufgaben, Ideen für kreatives Gestalten bis hin zu Anregungen, sich erzählerisch einem Thema zu nähern, reichen die Vorschläge für Nachmittage mit Seniorinnen und Senioren.

Mit ihrer "Neuen Ideenbörse" hat Rita Kusch ein weiteres Praxisbuch für die Seniorenarbeit in der Kirchengemeinde vorgelegt. Die Diakonin und Beauftragte für Seniorenarbeit der evangelischen Kirche in Oldenburg folgt darin dem Konzept ihrer ersten Ideenbörse: Teils thematisch, teils assoziativ an den Monaten des Jahreslauf orientiert bietet sie vielfältige Anregungen. Von Spielideen über Impulse für Aufgaben, Ideen für kreatives Gestalten bis hin zu Anregungen, sich erzählerisch einem Thema zu nähern, reichen ihre Vorschläge für Nachmittage mit Seniorinnen und Senioren. Alle Vorlagen befinden sich auch auf der beigefügten CD-ROM.

Damit versucht Kusch mit ihrem Praxisbuch auf die Tatsache einzugehen, dass sich die Lebensphase des Alters ausdifferenziert hat: Längst wird zwischen dem dritten und dem vierten Lebensalter unterschieden, zwischen den jungen Alten, den Älteren, den Betagten und Hochbetagten - je nach soziologischem Ansatz auch darüber hinaus. Da sie sich auch an die jüngeren Seniorinnen und Senioren in der Kirchengemeinde wenden will, hat sie einen aktivierenden Ansatz gewählt: Die Selbstbeteiligung derer, die gekommen sind, steht im Vordergrund, weil Kusch "von einem unterhaltenden Charakter der Seniorenarbeit" weg will. Natürlich müsse auch sie Unterhaltungselemente vorgeben, während Menschen mit Demenz, die sie auch erreichen will, belastende Erfahrungen des Nicht-mehr-Könnens machen dürften. Hier ist kein niedrigeres Anforderungsniveau, sondern eine andere Gestaltungsform als sensible und zurückgenommene Zuwendung nötig.

Gleichwohl weist Kusch auf wichtige Elemente zur Vorbereitung eines Seniorennachmittags hin: dass eine Einladung ausgesprochen worden ist, und welche Konsequenzen das für den Gastgeber hat; dass es darum geht, Vorbereitungen für eine Atmosphäre zu schaffen, in der man die älter gewordenen Gäste in Offenheit und mit Respekt erwartet.

Beim Monat November beispielsweise geht es um "Buntes Allerlei für das Gedächtnis": Nach einer eigenen Annäherung lädt sie zu einem "Kommunikationsspiel Lebenserfahrung" ein. Hier hat Kusch einen erzählerischen Ansatz gewählt, während es bei den folgenden Zuordnungsspielen um das Abrufen kognitiver Fähigkeiten geht. Diskussionsvorschläge und Ratespiele folgen. Kurz: eine Fülle von Vorschlägen und Anregungen.

Dabei bietet gerade der Winter noch ganz andere Chancen, über Verlusterfahrungen ins Gespräch zu kommen und darüber, wie man wieder ins Leben gefunden hat, auch dazu, sich über die Kraft des Glaubens und der Hoffnung auszutauschen. Eine Kirchengemeinde, die einlädt, bleibt ihren Gästen etwas schuldig, wenn sie die Gekommenen nicht mit Kräften der Zuversicht, auch auf das Kommende hin, in Kontakt bringt. Ganz im Sinne von Kusch ist es wiederum, "kreativ mit den Vorschlägen" umzugehen, die sie macht, um eigenständig verantwortet den Älteren in der Gemeinde anregend, angemessen und stärkend begegnen zu können.

Rita Kusch: Neue Ideenbörse für die Seniorenarbeit. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2013, 192 Seiten, Euro 17,99.

Burkhard Pechmann

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