Keine leibhaftige Synode

Das Coronavirus killt die langersehnte Präsenztagung der EKD-Synode
Logo der EKD-Synode 2021
Foto: EKD / Reinhard Mawick

In letzter Minute musste die zweite Tagung der 13. Synode der EKD als Präsenztagung abgesagt werden und findet nun "nur" digital statt. Wie schade, aber nicht zu ändern, denn ein positiver Covid19-Test in einer vorgelagerten Sitzung setzte eine Kettenreaktion in Gang …

Alle hatten sich gefreut, und es hätte – trotz mancher Auflagen – so schön werden können: Die zweite Tagung der 13. Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland hätte, nach dem corona-bedingt digitalen Ende der 12. Synode im November 2020 und dem corona-bedingt digitalen Auftakt der 13. Synode im Mai, nun endlich in Präsenz über die Bühne des Bremer Congress Centrums gehen sollen. Aber leider verhindert Corona zum dritten Male in Folge eine Präsenztagung. So lernen sich die gut zwei Drittel der neuen Synodalen, die ebenfalls entweder der Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) oder der Vollkonferenz der Union der Evangelischen Kirche in der Evangelischen Kirche in Deutschland (UEK) angehören, wieder nicht „in echt“ kennen – im Plenum, beim Frühstück, abends an der Hotelbar oder beim Joggen an der Weser, wie es unsere Onlinekolumnistin, die Synodale Angela Rinn, in Ihrer heutigen zeitzeichen-Kolumne so schön beschrieben hatte – das ist schade!

Covid19 in vorgelagerter Sitzung

Aber nachdem bei einer vorgelagerten Sitzung, wahrscheinlich ist es die Bischofskonferenz der VELKD gewesen, jemand positiv auf Covid19 getestet wurde, entschied sich das Präsidium der Synoden, die Präsenztagungen in Gänze abzusagen. Warum nicht nur die etwa zwanzig-dreißig Personen, die an der nämlichen Sitzung teilgenommen haben, in Quarantäne gesteckt wurden und die weit über einhundert anderen, nicht trotzdem in Präsenz tagen, ist zur Stunde noch nicht klar. Es wurde lediglich verlautbart, dass die Entscheidung zur Absage nach Konsultationen mit dem Bremer Gesundheitsbehörden und der Leitung des Congress Centrums beziehungsweise des beherbergenden MARITIM-Hotels getroffen wurde. Dazu wird man sicher in den nächsten Tagen Genaueres erfahren.

Getagt wird natürlich trotzdem: per Zoom beziehungsweise für Medienvertreter und Zuschauer von außen per Livestream. Wie genau sich der Synodenplan nun fürs Digitale verändert ist noch nicht klar. Morgen Abend soll ab 18:15 Uhr der für den heutigen Nachmittag vorgesehene erste Teil der VELKD-Generalsynode beginnen, und dann wird voraussichtlich am Sonntag die EKD-Synode laut Plan ihren Lauf nehmen, wobei im Moment noch unklar ist, inwiefern die einzelnen Elemente des Synodenplans umgesetzt werden können.

RV-Verabschiedung nur digital

Der Eröffnungsgottesdienst am Sonntag wird wohl stattfinden, denn der er ist schließlich als ZDF-Fernsehgottesdienst gesetzt – auch wenn dann kaum Synodale in der hoffentlich trotzdem zahlreichen Gemeinde im Bremer Dom „live“ dabei sein werden. Wie die für Montagnachmittag vorgesehene Behandlung des Themas „sexualisierte Gewalt“ nun wieder „nur“ digital verhandelt werden soll, wird zur Stunde hinter verschlossenen Türen beraten. Sehr schade ist, dass – genauso wie im Mai die scheidende Präses Irmgard Schwaetzer, nun auch Heinrich Bedford-Strohm der scheidende Ratsvorsitzende nicht in Präsenz verabschiedet werden kann.

Glück im Unglück hat die EKD jedenfalls: Ein Livestream war ja sowieso vorgesehen, im Congress Centrum Bremen ist ein perfektes Setting aufgebaut, das natürlich auch nur mit Präsidium und dem Rest „am Zoom“ funktioniert – genauso wie schon bei den beiden vergangenen Tagungen, wo das ganze Setting, natürlich etwas kleiner, im Kirchenamt der EKD aufgebaut worden war. Die zweite Tagung und das von vielen mit Spannung erwartete „Leitungsgeschäft“ der neuen Präses Anna Nicole Heinrich darf man nun also nur am Bildschirm bewundern. Für die junge Präses und ihr Team gilt genauso wie für die 128 Synodalen und die Mitglieder der Kirchenkonferenz das Prinzip Hoffnung, dass es nächstes Jahr im Herbst endlich mal „in echt“ mit den Tagungen der 13. Synode klappt. PS: Ein Ort dafür steht angeblich noch nicht fest. Egal, auf jeden Fall gilt:  Daumen drücken!

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