Fundiert

Irrtümer aufklären
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Mit diesem Buch ein Werk in der Hand zu halten, das also gleichermaßen von jüdischen, katholischen und evangelischen Kapazitäten erarbeitet wurde, ist schon etwas Besonderes.

Theologie to go - gibt’s das? Ja! Früher nannte man so etwas Vademecum und meinte damit einen Leitfaden, einen Ratgeber, der einen möglicherweise auch unterwegs begleiten könnte. Genau so etwas kann das Buch Von Abba bis Zorn Gottes. Irrtümer aufklären - das Judentum verstehen sein, wenn man in der Welt der christlich-jüdischen Glaubensüberzeugungen unterwegs ist.

Anhand von 57 Schlagwörtern „Von Abba bis Zorn Gottes“ werden zentrale Themen der Theologie abgehandelt, für Unbelesene verständlich und grundlegend sowie für Fachleute anregend. Anliegen des Buches ist es, über antijudaistische Irrtümer im christlichen Glauben aufzuklären und zu einem angemessenen Verständnis des Judentums beizutragen: Es gibt keinen „Rache“-Gott im Alten Testament, der Glaube an die „Auferstehung“ ist nicht den Christen vorbehalten, und „Pharisäer“ sind keinesfalls selbstgerechte, heuchlerische Menschen. Damit trägt das Buch gleichzeitig auch zu einem vertieften Verständnis des Christentums bei.

Verfasst haben die Artikel 33 jüdische und christliche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, wobei unter den einzelnen je dreiseitigen Artikeln nie ein Name steht, was Programm ist. Im Prozess der Erarbeitung des Buches wurden die entstehenden Artikel so oft hin und her gewendet, überarbeitet, gekürzt und neu geschrieben, dass am Ende nicht mehr klar erkennbar war, wer nun konkret was geschrieben hat.

Pro Artikel sollen es jeweils fünf Fachleute gewesen sein. Mit diesem Buch ein Werk in der Hand zu halten, das also gleichermaßen von jüdischen, katholischen und evangelischen Kapazitäten erarbeitet wurde, ist schon etwas Besonderes. Bedauerlich ist einzig, dass in ihm ausdrücklich auf gendergerechte Sprache verzichtet wird. Angesichts des gesellschaftlichen Diskurses befremdet das. Denn man kann doch seit zehn Jahren an der Bibel in gerechter Sprache studieren und lernen, wie auf eine theologisch und stilistisch sehr angemessene Weise Frauen und Männer gleichermaßen sprachlich sichtbar zu machen sind.

Trotzdem: Diesem Buch sind viele Leserinnen und Leser zu wünschen: Denn es fundiert das christlich-jüdische Gespräch, es klärt über Grundaussagen des Judentums auf und öffnet zugleich die Tür für ein neues Verständnis des christlichen Glaubens.

Stephan Philipp

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