Sozialhilfe im Big Apple

Ehrenamtliches Engagement ist an der Tagesordnung
Foto: Johannes Stasing
Foto: Johannes Stasing
Wolkenkratzer mit Fassaden aus Glas und Marmor, die unvergleichliche Lage zwischen Hudson und East River – auf den ersten Blick fasziniert New York City. Doch gleichzeitig polarisiert die Stadt der Reichsten und Ärmsten in den USA wie kaum eine andere. Wie organisieren sich Caring Communities in einer 8,6-Millionen-Metropole? Teilnehmer einer Studienreise der Diakonie Deutschland, unter ihnen die Autorin, haben soziale Projekte besucht. Drei Beispiele.

Dass Gemeinschaft vom Staat organisiert wird, kennt man in den USA nicht. Ralph Blessing muss das wissen. Der promovierte Stadtplaner aus Hamburg arbeitete bis vor Kurzem beim New York City „Department of City Planning“; seit Anfang des Jahres leitet er das Stadtplanungsamt von Stamford im Bundesstaat Connecticut, keine 50 Kilometer entfernt. „Es organisiert sich in New York sehr viel von unten. Viele gemeinnützige Einrichtungen bekommen keine oder nur nominale Zuschüsse; sie werden von Spenden getragen“, erläutert der 46-Jährige. Und er zählt auf: Vereine, informelle Netzwerke, kirchliche, religiöse und Einwanderer-Gruppen verbinden sich in den Stadtvierteln. Das ist ein Teil der amerikanischen Mentalität, anders als in Deutschland. Allein in Lower Manhattan gibt es sechs Nachbarschaftshäuser, die sich um frühkindliche Bildung bis zur Tagespflege von Senioren kümmern.

Wie organisieren sich Nachbarschaftsgruppen, Quartiere und Viertel in einer Stadt mit 8,6 Millionen Einwohnern, die alle auf einer etwas größeren Fläche als die der Stadt Hamburg leben, und in der das Leben der Ärmsten auf den Straßen genauso unübersehbar ist wie die Wolkenkratzer? Im Norden Manhattans, im Viertel Morning Heights nahe der Columbia University, ragt die Cathedral Church of Saint John the Divine empor. Sie liegt in direkter Nachbarschaft des Central Parks. Hier verkauft der britische Rocksänger Sting seine 500 Quadratmeter große Eigentumswohnung gerade für 56 Millionen Dollar, mehr als das Doppelte des Kaufpreises. Ein Superlativ wie fast alles in dieser Stadt. Die Anglikanische Bischofskirche ist die viertgrößte Kathedrale der Welt. Doch an diesem Sonntagmorgen finden sich nur wenige Menschen zum Gottesdienst im riesigen Kirchenschiff ein.

Hier, nahe der teuersten Adressen der Stadt, liegt Kalie Kamaras Arbeitsplatz. Grünes Basecap, grauer Kapuzenpullover mit Vermont-College-Aufdruck, schwarze Jeans und Turnschuhe – Kalie ist Mitarbeiter bei „Cathedral Community Cares“. Die Organisation hat sich zum Ziel gesetzt, Armut zu lindern, Menschen in Notsituationen zu helfen und mit anderen Interessengruppen in der Stadt, wie zum Beispiel „Hunger Free America“, politische Lobbyarbeit zu leisten. Eine sonntägliche Suppenküche sowie ein Ernährungs- und Gesundheitscenter mit medizinischen Untersuchungen für Diabetes oder HIV-Tests gehören ebenso dazu wie eine Kleiderkammer. Kalie arbeitet hier als eine Art aufsuchender Sozialarbeiter mit zwei Vollzeit- und zwei Teilzeitkräften. Sie sind jeden Tag ansprechbar, öffnen zweimal wöchentlich eine Kleiderbörse, geben Hinweise über gesunde Ernährung oder unterstützen die Gesundheitsberatung. Und sie helfen Bedürftigen aus der Nachbarschaft, sich für die Lebensmittelmarken registrieren zu lassen, die der Staat New York und die Regierung in Washington finanzieren.

Über 1,7 Millionen Bedürftige in der Stadt ernähren sich über dieses Angebot. Das Besondere: Cathedral Community Cares arbeitet zwar auf dem Grund und Boden der Kathedrale, ist aber religiös unabhängig. Und darauf legen alle hier Wert. „Die Kirche soll sich nicht einmischen, sonst verliert sie ihren steuerfreien Status“, sagt Kalie.

Er berichtet, dass die Zahl der Bedürftigen, die in die Suppenküche für eine warme Mahlzeit kommen, in letzter Zeit gesunken ist, während gleichzeitig die Obdachlosigkeit anwächst. Ein scheinbarer Widerspruch, der sich schnell auflösen lässt, zeigt er doch, wie dramatisch sich die Situation verschärft hat, nachdem Donald Trump das Amt des US-Präsidenten angetreten hat. Wegen der rigiden Immigrationspolitik trauten sich jetzt viele Menschen ohne Aufenthaltsstatus nicht mehr auf die Straßen. Aus Angst vor den Mitarbeitern der Einwanderungsbehörde, die sie direkt vor der Kathedrale abfangen könnten, bleiben sie trotz des Hungers in ihren Verstecken, erzählt der junge Mann, der Musik und Politik studiert hat. Als „unsichtbare Einwanderer“ werden sie hier bezeichnet. Und: Von wegen „die Macht an die kleinen Leute zurückgeben“, wie Trump es immer wieder betont hat. Daran glaubt hier bei CCC niemand. „That are all lies“, tönt es stattdessen überall.

Heute, am Sonntag, hat in einer Halle unterhalb der Kirche die „Sunday Soup Kitchen“ geöffnet, in der gut 30 Freiwillige mitarbeiten. Für die Besucher erfüllt der Raum zahlreiche Funktionen: mal ist er Speisesaal, mal Wohnzimmer, dann wieder Aufenthaltsraum. Manche haben alles dabei, was sie besitzen. Andere spielen auf Smartphones, hören über Kopfhörer Musik oder dösen, viele von ihnen sehen müde aus – Obdachlose, Drogenabhängige und Arbeitslose, manche unter ihnen sind Analphabeten, andere besitzen einen Universitätsabschluss.

Einer der Freiwilligen, der heute das Essen mit zubereitet, ist Luis-Ferdinand Mann. Wie alle anderen trägt er Plastikhandschuhe, Haarnetz und eine Plastikschürze. Seinen Sonntag verbringt der 26-Jährige alle drei Wochen in diesem Raum unter der Kirche. Und während neben ihm Mollie und Alisa Melonen klein hacken, schnippelt der gebürtige Karlsruher Gemüse und schmiert Brote – je nachdem, wozu der Koch ihn einteilt. Die Woche über arbeitet er in der Immobilienentwicklung.

Seit zweieinhalb Jahren lebt Mann in New York, zuvor hat er in Chicago Mathematik studiert. Nach einer langen Arbeitswoche mit „viel Wettbewerb“, wie er es nennt, schätzt er diese Arbeit, sie ist für ihn selbstverständlich, wie für viele Amerikaner. Denn: „Volunteer Services“, Freiwilligendienste, gehören ebenso wie „Advocay“, Interessenvertretung, in den USA zum Leben. Jeder Schüler lernt, sich zu engagieren, es gibt ein Punktesystem für soziale Aktivitäten, denn ehrenamtliches Engagement ist eine zwingende Voraussetzung, um den Highschool-Abschluss zu erlangen. Jeder Lebenslauf muss freiwilliges Engagement enthalten. Und deshalb gibt es auch unzählige Organisationen und Agenturen, die solche Stellen vermitteln. Wie viele andere wählte Luis-Ferdinand Mann die Freiwilligenorganisation „New York Cares“, die größte der Stadt.

Sie residiert in einem der großen Paläste der Finanzwelt unweit der Trinity Church, in der Nähe der Wallstreet und des Broadways. Im 19. Stock empfängt Shelby Schebilski, eine so genannte Trainings-Managerin, die Besucher. Die 26-Jährige präsentiert in einem Konferenzraum die nächsten Superlative. Europäische Ohren und Augen müssen sich erst an die Form der Vermarktung gewöhnen, denn die Trainings-Managerin, in Businesskleid und Pumps, preist die Freiwilligenorganisation professionell an wie eine Versicherung. Schon startet die Powerpoint-Präsentation, und alles ist entweder „perfect“, „great“ oder „unique“, also einzigartig.

Einzigartig ist schon, dass „New York Cares“ jedes Jahr 63.000 Freiwillige, darunter 20.000 Neuzugänge, mobilisiert und mit über 1.350 Organisationen in der ganzen Stadt zusammenarbeitet. Diese kümmern sich um Gesundheit und Bildung, aber auch um Grundbedürfnisse wie Ernährung, Unterkunft und Bekleidung.

Über die Hälfte sind Bildungsprojekte, die Arbeit geht jedoch weit über den Nachhilfeunterricht an Schulen hinaus. So unterstützen die Freiwilligen junge Menschen bei der Aufnahmeprüfung für das College, helfen Einwanderern bei der Einbürgerungsprüfung oder zeigen Geringverdienern, wie sie besser haushalten können. Die Pflege der öffentlichen Grünanlagen oder eine Arbeit in Suppenküchen wie der von Cathedral Community Cares gehören ebenso dazu. Und schließlich bieten sie Menschen in Konversationskursen eine Möglichkeit, ihr Englisch zu verbessern – denn in New York sprechen mehr als 40 Prozent der Bürger kein oder nur sehr bruchstückhaft Englisch.

Das Besondere an dieser Struktur sind die Teamleiter. „The magic behind our work“, nennt Schebilski sie. Kein Freiwilliger arbeitet allein in einem Projekt, stets ist ein Teamleiter an seiner Seite. Es gibt Teams, die kleiner sind als vier oder solche mit dreißig bis vierzig Freiwilligen. Der Erfolg von „New York Cares“, so die Trainings-Managerin, liegt darin, dass die Freiwilligenarbeit mit unternehmerischen Fähigkeiten kombiniert wird: „Planung, Logistik, Qualitätssicherung und Kundenbindung“ heißen die Instrumente ihres Erfolgs. Dazu kommt: Alle Projekte sind im Internet zu finden, die Anmeldung zur Teilnahme läuft über die Webseite. Achtzig Vollzeitangestellte organisieren die Programme und die Zusammenarbeit in den Projekten; das nötige Geld dafür kommt aus dem Programmhaushalt.

Über elf Millionen Dollar beträgt das Jahresbudget, die Hälfte dieser Gelder werben Mitarbeiter über Firmensponsoren ein, die andere Hälfte geben die Stadt und der Bundesstaat New York dazu. „Auch einzigartig“, wie Schebilski sagt. Dabei liest sich die Liste der Unterstützer wie ein Who is Who der amerikanischen Unternehmenslandschaft. Nur drei Kilometer Luftlinie entfernt von der Wallstreet, Ground Zero und dem Freedom Tower, liegt das Hafenviertel Red Hook im Südwesten von Brooklyn – bis vor kurzem noch ein Synonym für Armut, Gewalt, Drogen und heruntergekommene Sozialbauten. Im Red Hook Comunity Justice Center nimmt sich Richter Alex M. Calabrese in schlichter schwarzer Robe zwischen zwei Verhandlungen Zeit, um über seine besondere Arbeit zu sprechen. Leidenschaftlich und voller Vitalität legt er los: Im Rahmen einer Justizreform entstand ein neues Gerichtsmodell. Er ist der einzige Richter an diesem Gericht und bearbeitet mit einem Team aus Anwälten und Sozialarbeitern die Delikte aus der erweiterten Nachbarschaft, einem Gerichtsbezirk mit 240 000 Menschen, überwiegend Afroamerikaner, Asiaten und Südamerikaner.

Alle Mitarbeiter zeichnen sich durch besondere Kenntnisse der Nachbarschaften aus, besuchen Veranstaltungen im Viertel und nehmen an Sitzungen der Kommunalverwaltung teil. Vor allem: Am Red Hook Community Court spielen Transparenz, faire Behandlung und der respektvolle Umgang mit den Klienten eine Schlüsselrolle. „Alles hängt mit allem zusammen“, sagt Calabrese. Und deshalb schaue man nicht nur auf das Vergehen, sondern suche gleichzeitig nach einer Problemlösung. Anstatt die Menschen nach Schema F zu Gefängnisstrafen zu verurteilen, setzt man hier auf den Einsatz verschiedener Gesundheits- und Rehabilitationsprogramme oder eben auf Freiwilligendienste.

So kann, wenn es gut läuft, manches Mal eine Krise dazu genutzt werden, das eigene Leben wieder in den Griff zu kriegen. Und: Die Bevölkerung des Viertels begreift den Red Hook Court als „ihr“ Gericht, und das Vertrauender Anwohner in staatliche Institutionen, das gerade bei Einwanderern eher gering ist, steigt.

Unter den verschiedenen Nachbarschaften hat die Halbinsel Red Hook die bewegteste Geschichte. Der Schriftsteller Arthur Miller, der in Brooklyn aufwuchs, bezeichnete sie einmal als den „Gully von NY“. Nachdem ihre Hafenanlagen geschlossen wurden und Industriebetriebe dichtmachten, ging es mit der Gegend steil bergab. In den Neunzigerjahren war das Viertel vor allem als Drogenviertel und Crack- Zentrum Amerikas berüchtigt. Als 1992 ein Schuldirektor in das Kreuzfeuer verfeindeter Jugendbanden geriet und starb, griff die Stadtverwaltung endlich durch. Sie verstärkte die Polizeipräsenz, initiierte soziale Projekte – wie die Pflege von Grünanlagen oder einen Baseballclub und begann mit einer Justizreform die Planung für das Red Hook Community Justice Center, das erste seine Art – mit einem sozialraumbezogenen und ganzheitlichen Ansatz.

Dieses Gerichtshaus, das seit 2001 in einer renovierten katholischen Schule untergebracht ist, hat inzwischen Geschichte geschrieben. Im Gerichtssaal Nummer zwei entscheidet Calabreseheute über einen Fall von öffentlichem Alkoholmissbrauch und über eine Person, die einer gerichtlichen Vorladung nicht nachgekommen ist. Es bleibt bei bloßen Verwarnungen. Das war nicht immer so. Zwanzig Jahre zuvor wurden Leute wegen verhältnismäßig geringer Delikte mit hohen Strafen belegt. Die Folge: Der Verlust des Arbeitsplatzes und der Wohnung.

Üblicherweise werden straf-, zivil und familienrechtliche Fälle in Downtown verhandelt, doch im Community Court Center bearbeitet Richter Calabrese seit fast 17 Jahren sämtliche Delikte der Nachbarschaften – zumindest alle Vergehen mit einem Strafmaß unter einem Jahr. Denn häufig hat das Rechtssystem dramatische Auswirkungen auf die Familie. So kann es sein, dass bei der Bestrafung eines Familienmitglieds, vornehmlich bei Drogendelikten, die gesamte Familie das Wohnrecht auf die Unterbringung in einer Sozialwohnung einbüßt – in Red Hook leben 75 Prozent der Menschen in Sozialwohnungen. Um so etwas zu vermeiden, werden solche Fälle vor diesem „Gericht im Viertel“ verhandelt, und man versucht, es gar nicht erst zu einer Verurteilung kommen zu lassen, erklärt der Richter. Der Erfolg gibt ihm Recht: Eine Evaluation mit einem ähnlich strukturierten Gerichtsbezirk in New York ergab 2013 einen Rückgang der Wiederholungstäter und eine sinkende Kriminalitätsrate.

Wie aber lassen sich diese New Yorker Erfahrungen in Deutschland abbilden? „Das System ist nicht übertragbar“, sagt Stadtplaner Blessing. New York sei seit vielen Generationen eine Stadt von Einwanderern, durch die seit 1800 immer wieder neue Bevölkerungsgruppen ziehen: „nach dem Prinzip eines Durchlauferhitzers“. Seitdem ist die Stadt ständig im Wandel, und an einen Wandel solchen Ausmaßes sei man in Deutschland einfach nicht gewöhnt. Er verweist auf die schwarz-gelbe Regierungserklärung aus dem Jahr 2009, in der noch explizit formuliert worden war, dass Deutschland kein Einwanderungsland sei. Trotzdem: Auch selbst in New York dürfe man nicht die Augen davor verschließen, wie ethnisch und sozial segregiert diese Stadt sei. Zum Beispiel gilt die Upper East Side in Manhattan als einer der weißesten Bezirke in den USA, wobei in Stadtteilen wie Brownsville in Brooklyn 90 Prozent Schwarze leben.

Und die Diakonie? Ulrich Lilie, Präsident der Diakonie Deutschland, ist vom Freiwilligenengagement in den USA beeindruckt. „Uns täte ein Quäntchen dieser gesellschaftlichen Power gut“, sagt der Theologe. Seiner Meinung nach ist es an der Zeit, einen Pakt zwischen den Kirchen, der professionellen Wohlfahrt mit Diakonie und Zivilgesellschaft zu bilden – eben Church, Community und Care: „Diesen Dreiklang müssen wir in Deutschland neu einüben, um die Probleme in den Sozialräumen besser in den Griff zu bekommen.“ Es wird also zu reden sein: über eine neue Partnerschaft zwischen Kirche und Diakonie, auch mit anderen. Über eine Zweisprachigkeit, um die jeweils unterschiedlichen Kulturen zu verstehen. Und über ein neues Verhältnis zwischen Haupt- und Ehrenamt sowie über eine neue Koordination und Kultur des Ehrenamtes. Nicht mehr und nicht weniger.

Kathrin Jütte

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Kathrin Jütte

Kathrin Jütte ist Redakteurin der "zeitzeichen". Ihr besonderes Augenmerk gilt den sozial-diakonischen Themen und der Literatur.


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