Kirche ist Zukunft

Punktum

Als ein sangesfreudiger und den geistlichen Dingen gegenüber aufgeschlossener Journalist einer EKD-Synode beizuwohnen war früher für mich nicht leicht: Verbannt auf die Pressetribüne musste ich um die Jahrtausendwende als Belohnung für den Tort, als einer der wenigen Medienvertreter:innen pünktlich bereits zur Morgenandacht im Plenum erschienen zu sein, gewahr werden, dass es „oben“ wieder mal keine Gesangbücher und Andachtszettel gab: Nein – doch – ohh!

Diesen Missstand wollte ich später, als ich einige flüchtige Jahre selbst einmal im Mitarbeitendenapparat der Synode, auch Synodenteam genannt, wirkte, beheben: Ich versuchte sicherzustellen, dass auch an die „Journis“ Andachtsblätter und Gesangbücher ausgegeben wurden. Das ging in „meinen Jahren“ gut, die schon ein reichliches Jahrzehnt zurückliegen. Dann aber wurde es wieder schlechter: Die da unten sangen und beteten morgens oder abends, und ich, der Journalist, schaute ohne Gesangbuch und/oder Andachtszettel in die Röhre. Nein – doch – ohh!

In den vergangenen Jahren aber ist endlich eine generelle Verbesserung eingetreten, denn die Lieder und Texte der Synodenandachten werden mit dem Beamer an die große Wand geworfen, und alle können alles singen, beten, lesen. Schmerzliche Ausnahmen allerdings bestätigen die Regel: So passierte es doch wenige Male auf der gerade unterbrochenen Synode in Ulm (siehe Seite 50), dass bei Kurzandachten einmal doch angesagt wurde: „Dazu nehmen wir das Liedbuch.“ Dieses Liedbuch lag im Synodenplenum aus, aber wo nicht? Richtig, auf der Pressetribüne. Nein – doch – ohh!

Aber dann: Kaum hatte ich dies via Social Media pikiert verlauten lassen, kam eine Synodale hochgelaufen, ach, was sage ich: Eine Synodale kam engelsgleich eingeschwebt und überreichte mir das Liedbuch. Nein – doch – mir! Wie schön, danke. Und so gilt doch – allem anderen dieser speziellen „Kirchentage“ zum Trotz –, was auf den lilafarbenen Hoodies des Synodenteams stand: „Kirche ist Zukunft“. Halleluja! 

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