Klaffende Lücken

Der Optimismus war groß vor der UN-Klimakonferenz in Belém.

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Sonja Ziermann

Dr. Simone Ziermann ist Wissenschaftliche Geschäftsführerin des Liturgiewissenschaftlichen Instituts der VELKD an der Universität Leipzig.

Keine Peinlichkeit beim Grillabend

Theologie hat mich schon immer interessiert – dennoch habe ich nach dem Abitur lange überlegt, wie es für mich weitergehen soll, und außerdem woll

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Im Sinne Bonhoeffers

Dietrich Bonhoeffer hat in dem breit rezipierten „Entwurf einer Arbeit“ aus dem Jahr 1944 die wirkmächtige Formel der „Kirche für andere“ geprägt.

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Verantwortung und Vertrauen

Wir sind spätestens seit der Synode der EKD in Dresden auf dem Weg zu einer machtsensiblen Kirche – und damit auch zu einem machtsensiblen Verständnis von Führung. Das freilich ist nichts Neues.

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Lars Charbonnier

Dr. Lars Charbonnier (* 1977) studierte evangelische Theologie und Sinologie und ist seit 2022 Geschäftsführer der Akademie für Kirche und Diakonie.

Ich bin dann mal weg

Ich bin dann mal weg

Eine Verteidigung der Abwesenheitsnotiz in Zeiten permanenter Verfügbarkeit
Foto: privat

Diese z(w)eitzeichen-Kolumne erreicht Sie, geneigte Leser:in, am Freitag vor dem 4. Advent im Jahre 2025 A.D. Wenn wir also ehrlich sind: Am für viele Menschen letzten regulären Arbeitstag des Kalenderjahres und also vermutlich, während Sie Ihren Schreibtisch aufräumen, letzte Besorgungen für das Adventswochenende und das Wiegenfest des Heilands in Angriff nehmen. Höchste Zeit, die Abwesenheitsnotizen scharfzustellen!

Als Journalist und Medienmacher gehören Abwesenheitsnotizen auf E-Mail-Konten und Anrufbeantwortern zu meinem Alltag: „Ihre Nachricht wird nicht weitergeleitet. In Notfällen wenden Sie sich bitte an …“ 

Das kann gelegentlich sehr enervierend sein, etwa während der Sommermonate: Die weit gestreuten Ferienzeiten in Deutschland sorgen dafür, dass ich von Juni bis September mit reichlich Abwesenheitsnotizen zu rechnen habe. Und dann beginnt ja schon der Herbst, in dem sich diejenigen in den Urlaub verabschieden, die sich nicht (mehr) auf die Schulferien für ihre Erholungsreisen festlegen müssen. Nebenbei bemerkt enthalten die Notizen gerade bei Kirchens zuweilen sehr großzügige Urlaubszeiträume. Man muss auch gönnen können!

Zwischen den Jahren

In der „Zeit zwischen den Jahren“ von Heiligabend bis Neujahr dürfen die allermeisten Werktätigen Ihre Arbeitsplätze planmäßig verlassen. Das gilt auch für die Kirchen, wenn der Heiligabendtaumel erst einmal vorübergegangen ist und der Advent also „endlich“ vorbei ist. Meiner Wahrnehmung nach gibt es in unseren Kirchen sogar zunehmend eine „Zwei-Klassen-Gesellschaft“: 

Da sind die Kämpfer:innen in der Fläche, die sich im Advent und zum Christfest die Hacken abrennen, ja sogar noch am Weihnachtsfeiertag, am Altjahresabend und zu Neujahr der seelischen Erbauung der Mitmenschen dienen (wollen). Und auf der anderen Seite gibt es auch jene Mitarbeiter:innen, die qua Tätigkeit in der Verwaltung oder im Rahmen einer Sonderbeauftragung eben „jetzt schon“ den E-Mail-Posteingang und die Bürotür zusperren können. 

Die Entgrenzung der Zeit

Früher einmal zogen die Jungen Gemeinden in meiner alten Heimatstadt Dresden am Heiligen Abend an die Straßenbahndepots, um dort für die selbstverständlich dienstbaren Straßenbahnfahrer zu singen. Das ist mindestens einmal 50 Jahre her. Ein halbes Jahrhundert. Seitdem hat sich unser Umgang mit Erwerbsarbeit, Care Arbeit, mit Frei- und Fest-Zeit radikal verändert. Nicht immer zum Schlechten! 

Doch die Entgrenzung von Arbeits- und Freizeit bringt auch Probleme mit sich. Maßgeblich verantwortlich dafür ist der gesellschaftliche Großprozess der Digitalisierung.  Die EKD-Digitaldenkschrift aus dem Jahr 2021 „Freiheit digital – Die Zehn Gebote in Zeiten des digitalen Wandels“ (PDF) enthält zu diesen Veränderungen einige Reflektionen, die am Sabbatgebot des Dekalogs festgemacht werden. Auch ruft die Denkschrift auch sozial- und gesellschaftspolitische Notwendigkeiten in Erinnerung, die wir gerade jetzt wieder, da von der Bundesregierung allwöchentlich Forderungen nach Mehrarbeit und „In-die-Hände-spucken“ ertönen, gut gebrauchen können. In der Kurzversion auf der Website zur Denkschrift heißt es: 

„Das Leben kann nicht nur aus Arbeit bestehen. Arbeit und Freizeit sollten sich abwechseln. In der Mitte aller Verpflichtungen und To-Do-Listen ermöglicht ein regelmäßiger freier Tag allen die Erfahrung: Ich bin frei!“ 

Verflüssigung der Arbeit

Im Fokus des Denkschriftkapitels steht die Verflüssigung der Arbeit in die Freizeit hinein, die durch die Digitalisierung der Arbeitswelt begünstigt und vorangetrieben wird. Während der Corona-Pandemie haben das so viele Arbeitnehmer:innen wie nie zuvor in Deutschland gespürt. Und trotz des flächendeckenden Auszugs aus dem Home-Office zurück in die Bürogemeinschaften, ist es dabei gerade für Wissens- und Geistesarbeiter:innen geblieben. Besonders jene Arbeitnehmer:innen und Freiberufler:innen, die „im Internet“ arbeiten, müssen sich Grenzen selbst setzen. Der Entgrenzung kann man sich aus (mindestens) zwei Richtungen nähern:

Erstens entfällt die Beschränkung auf fest definierte Zeiten für die Erwerbstätigkeit: 9 to 5 ist nicht mehr, es gilt Business on Demand. Das englische „Demand“ steht dabei nicht nur für die Nachfrage, nach der sich die Arbeitsleistung zu richten hat, sondern auch für die Beanspruchung durch die Arbeit, die nicht auf definierte (Zeit-)Räume begrenzt ist. Gearbeitet werden kann von überall und jederzeit. 

Forderung nach Content

Würdig und recht, wenn es sich bei der zu erledigenden Arbeit wenigstens um die Befriedigung von tatsächlichen Bedarfen handelt und nicht etwa um realitätsferne Forderungen von Vorgesetzten oder auch aus der Zeit gefallene Gewohnheiten (Auch an die Gottesdienste während der Feiertage denke ich hier: Wer braucht diese Fülle?)

Zweitens stellt sich in der Digitalität vor allem für Kreative, Künstler:innen, aber auch viele Kirchenleute die Frage, wo Arbeit im emphatischen Sinne eigentlich beginnt und aufhört. Ist das Dranbleiben an Nachrichten aus dem eigenen Beritt schon Arbeit? Das Zur-Kenntnis-Nehmen von E-Mails und Kurznachrichten, das Abhören des Anrufbeantworters? Ist das Mitleben in den Sozialen Netzwerken bereits oder gar immer Arbeitszeit? Welchen Rhythmus geben uns die digitalen Medien-Plattformen mit ihrer stetigen Forderung nach mehr Content vor?

Den Sabbat halten

„Du sollst den Feiertag heiligen“ bedeutet im Sinne der EKD-Digitaldenkschrift, darüber nachzudenken, wo und wie auch unter den Bedingungen der Digitalität Freiräume für Mensch und Tier – für die ganze Schöpfung – von Arbeit und Verzweckung erhalten werden können.

Rhythmen, die früher als „gottgegeben“ oder „natürlich“ angesehen wurden, verlieren durchaus an Bedeutung, weil sie immer schon Teil einer jeweiligen Kultur sind. Wenn sich, nur zum Beispiel, unsere Fest- und Feierkultur verändert, müssen dann nicht auch unsere „Arbeitszeitmodelle“ aktualisiert werden? Der Umgang mit Zeit unterliegt kulturellen Wandlungen und Vereinbarungen. 

Die Digitaldenkschrift beharrt darauf, dass unsere Zeitnutzung an das zurückgebunden werden muss, was dem menschlichen Zusammenleben zuträglich und im Blick auf die Folgen beherrschbar ist. In diesem Sinn sei das Sabbatgebot heute als Auftrag zu verstehen, Zeit-Rhythmen anzuerkennen und lebensförderlich zu gestalten. Es müsse darum gehen, Zeiten der Erwerbsarbeit, des familiären Lebens, der freien Zeit und der Fest-Zeiten neu zu qualifizieren und zu strukturieren. Dabei sei der „Rhythmus von Alltag und Sonntag im Grundsatz zu bewahren“: „Denn nur wenn auch andere zur Ruhe kommen, kann der Einzelne innerlich ruhiger werden.“ ( S. 106f)

Die Zeit der Anderen

In unserer Gegenwart, in der man sich zur Zeitgenoss:innenschaft, zum Nachrichtenkonsum und zur Community-Erfahrungen nicht mehr bewusst entscheiden muss, sondern stets und ständig – weil auf dem Smartphone permanent verfügbar – im Alltag involviert ist, stellt sich nicht allein die Frage nach dem Wert der eigenen freien Zeit, sondern auch nach der Wertschätzung gegenüber der Zeit der Anderen - und gegenüber den Gütern, die wir so nebenbei oder selbstverständlich konsumieren. 

Die (Auf-)Forderung der permanenten Verfügbarkeit kann ja nicht allein für mich als Konsument:in zum Problem werden, sondern vor allem auch für jene, die meine Konsumansprüche jederzeit erfüllen sollen. Auch in der Kirche. Wenn sich die Freizeit vom Alltag wirklich abheben soll, dann sicher nicht allein durch eine andere Form der Beschäftigung, sondern doch womöglich durch einen bewussten Verzicht. Endlich Langeweile! 

Zur Ruhe kommen

Besonders gilt eine solche Sorgfaltspflicht natürlich für die persönliche Kommunikation, auch und besonders mittels der digitalen Werkzeuge: Wann will ich in Ruhe gelassen werden? Und wann ist es schicklich, anderen ihre Ruhe zu gönnen? Da sehne ich mich durchaus nach einer Zeit zurück, die es womöglich so rein nie gegeben hat, in der verbindliche Regeln bestanden: Klare Unterscheidungen zwischen Werk- und Ruhetagen, christliche Uhrzeiten und Respekt vor dem Müßiggang der*des Nächsten. Irgendwann muss das Senden und Reden und Verständigen ja auch mal ein Ende finden, oder wenigstens Pause machen. 

Ich gönne also Ihnen allen Ihre Abwesenheitsnotizen! Denken Sie an die üblichen Sicherheitsvorkehrungen: Nicht jede:r muss wissen, wo und wie sie jederzeit (nicht) zu erreichen sind. Abwesenheit vom Arbeitsplatz ist nicht zwingend erklärungsbedürftig – und ganz sicher nichts, wofür man sich rechtfertigen müsste. Sich rar zu machen, kann auch der*dem Nächsten die Möglichkeit geben, zur Ruhe zu kommen. 

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Zayya zu Ehren

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