Zwischen Vereinnahmung und Respekt
Das Bucerius Kunstforum Hamburg hat über den Jahreswechsel und noch bis zum 6.
Das Bucerius Kunstforum Hamburg hat über den Jahreswechsel und noch bis zum 6.
Nicht nur politisch, auch erotisch hat München eine schillernde Geschichte. Die bis 1910 in Schwabing notorische Bohemienne Franziska Gräfin zu Reventlow und deren freie Liebe haben darin ein eigenes Kapitel („in der alten Treue bin ich immer stärker gewesen als in der neuen“).
Souveräner Verzicht auf Indiskretion ist nur eine der Stärken ihrer bis heute anregenden und knackigen Prosa. Herbert Kapfer, geboren 1954, der lange inspiriert die Abteilung „Hörspiel und Medienkunst“ im Bayerischen Rundfunk leitete, fügt mit seinem novellistischen Kammerspiel aus sieben klug komponierten Auftritten literarisch nun ein Kapitel hinzu. Außer zwei die Protagonisten prägenden Vorspielen (Germanistikstudentin Bea erlebt beim Italienurlaub mit ihrem Vater eine feministische Demo mit; Theoretikerin Françoise d’Eaubonne und deren „Feminismus oder Tod“ werden ihr Leitstern – der Schulabbrecher und Ausreißer Kai trifft in Köln sein Idol, den Schriftsteller Rolf Dieter Brinkmann) sind alle 1975 angesiedelt, also nach der so genannten sexuellen Revolution und den 1968er-Jahren. Wir befinden uns demnach auf der weiten Ebene der Anwendungsfälle, was heute auch gerade deshalb interessant ist, weil derzeit so viel um sexuelle Identitäten und deren gesellschaftliche Akzeptanz kreist.
Indes entscheidend ist und bleibt „auf‘m Platz“, wie das im Fußball so schön heißt – und eben auch im Bett. Letztlich genau dort treffen Bea und Kai in einer diffus links aktivistischen Münchener WG aufeinander. Beide sind immens gescheit und so was wie Anführertypen. Doch kann es da halt nur eine(n) geben. Kai unterwirft sich Beas von Beginn an klarem „Ich bestimme gern“. Die begehrenden jungen Beiden landen in einer Sado-Maso-Beziehung. Der erigierte Schwanz muss sich ihrem begehrten Fuß beugen, ejakulieren darf er indes schon gar nicht. Das hat sardonischen Witz, ist dem ideologischen Zwang oder Selbstanspruch dahinter bloß angemessen und in aller unaufgeregten sprachlichen Präzision jedoch nie denunzierend, sondern erzählerisch ganz stark.
Kapfer, der bis ins Geburtsjahr hinein zur Generation der Protagonisten gehört und mutmaßlich erfahrungssatt schreibt, schaut bloß genau hin. Darin liegt auch die faszinierende Zeitlosigkeit von Der Planet diskreter Liebe. Passgenau flicht er zudem süffig-schlüssig alt- und mittelhochdeutsche Minnedichtung mit ein, Bea zuliebe, doch Kai hält mit, und so ist auch der archaisch-mythische Aspekt von Herrin und Diener, master and servant, Königin und Knecht mit drin, den beide lustvoll ausleben. Der begehrte, doch stets verwehrte Schoß treibt alles voran. Konflikte gibt es stets dann, wenn die fast zerbrochene, jetzt aber auf „ökologischen Feminismus“ umdisponierte Links-WG ins Spiel kommt. Vor solchem Außen will Kai sich nicht entblößen, lenkt im tragenden Schutzraum ihrer Liebe dann indes jeweils schuldgefühlszermartert, obwohl zweifelnd, ein. Es geht um Macht, trotz all dem Bohei um Emanzipation und Befreiung. Umkehrung trifft es eher.
Valie Export mit Peter Weibel an der Leine auf dem Cover, aus ihrer legendären Aktion und Mappe der Hundigkeit von 1968, was auch im Buch Bezugspunkt ist, bringt es auf den Punkt. Kapfer ist da sehr detailvertraut und scheut nie die Komik daran, so ernst alles auch war und ist. Nebenher angedeutet ist ein Missbrauch durch Beas liberalen, bildungsbürgerlichen Vater, bleibt aber im Vagen. Schön ist, wie Kapfer andeutet, dass da sehr wohl so was wie Zärtlichkeit und Einandermögen zwischen ihnen ist, um nicht zu sagen: Liebe, trotz all der Zwänge, unter denen sie innerlich wie durch die Ideologie der angestrebten „alternativen“ Gesellschaft stehen. Diskrete Liebe eben. So schreibt Kapfer auch. Er versteht zu inszenieren und insinuiert luzide, dass Freiheit immer der Anwendungsfall ist und errungen werden muss. Die stets prekäre Schwabinger Gräfin Reventlow war vermutlich da schon längst viel weiter, als wir es heute sind.
Udo Feist lebt in Dortmund, ist Autor, Theologe und stellt regelmäßig neue Musik vor.
Dies ist ein gewichtiges Buch, ein opus magnum im mehrfachen Wortsinn. Hans Joas, geboren 1948, zuletzt in Erfurt und Chicago tätig und mittlerweile seit über zehn Jahren mit einer Honorarprofessur an der Berliner Humboldt-Universität betraut, bringt damit eine Trilogie zum Abschluss, in der er sich der Geschichte von Religion und Macht in der Moderne widmet. Standen in den Vorgängerbänden Die Macht des Heiligen (2017) und Im Bannkreis der Freiheit (2020) noch die kritische Auseinandersetzung mit den klassischen Verhältnisbestimmungen bei Max Weber beziehungsweise Georg Friedrich Hegel im Zentrum, so ist dem renommierten Soziologen diesmal stärker an einer eigenen konstruktiven Entfaltung gelegen.
Sein erklärtes Ziel ist dabei kein geringeres als eine „Globalgeschichte des moralischen Universalismus“. Dahinter verbirgt sich im vorliegenden Fall allerdings keine ideengeschichtliche Tour d’horizon. Vielmehr geht Joas von der These aus, dass moralischer Universalismus als Produkt der Auseinandersetzung mit dem zu verstehen sei, was er „politischen Universalismus“ nennt, mithin das imperiale Streben nach Expansion und Machterweiterung. Der Fokus richtet sich also auf die Geschichte von Imperien. Wie unterschiedlich sich moralischer Universalismus in verschiedenen zeitgeschichtlichen Kontexten darstellt und welche Wechselwirkung zu den jeweiligen Machtverhältnissen sich daraus ergibt, veranschaulicht Joas unter anderem am Beispiel Chinas, wo im Konfuzianismus der moralische Universalismus Teil einer imperialen Ideologie wird, aber auch am Wirken des Dominikanermönches Bartolomé de Las Casas, der im Mexiko des 16. Jahrhunderts gegen die koloniale Ausbeutung der einheimischen Bevölkerung zu argumentieren beginnt.
Was Omri Boehm jüngst nur gefordert hat, versucht Hans Joas dabei als Arbeitsprogramm einzulösen: nämlich auch nicht-christliche und nicht-europäische Traditionen stärker zu berücksichtigen und damit die faktische Pluralität des Universalismus zu zeigen. So kommt neben dem antiken Griechenland und den christlich geprägten Imperien auch Indien in den Blick, in einem relativ spät angesetzten Überblickskapitel auch die islamische Welt. Indigene Ethiken thematisiert Joas leider nur am Rande, und auch die zeitgenössische Diskussion um die Allgemeingültigkeit der Menschenrechte in aktuellen Debatten wird nur gestreift. Nicht um Tagesaktualität geht es Joas, auch nicht um ein oberflächlich politisches Plädoyer, sondern um eine „affirmative Genealogie“, die – im sorgfältig recherchierten Gang durch das exemplarische Material – vor Geschichtsvergessenheit und Selbstgerechtigkeit warnen will. Dazu gehört einerseits, immer wieder auf die ambivalente bis offen gewalttätige Rolle der Religion in der Verteidigung eines moralischen Universalismus hinzuweisen. Andererseits erscheinen vermeintlich altbekannte Geschichtserzählungen wie die von der Amerikanischen oder der Französischen Revolution in einem anderen, deutlich eingetrübten Licht, sobald der kolonialen wie der globalen Perspektive mehr Beachtung geschenkt wird. So erweitert sich der heute gebotene moralische Universalismus bei Joas um eine Haltung, die der eigenen Tradition mit Demut und Selbstkritik, anderen dagegen aufgeschlossen und lernbereit begegnet.
Wer sich auf dieses Opus magnum einlässt, wird also nicht nur belohnt mit transparenten Argumentationslinien, einer Fülle an aufschlussreichen Details und einer klaren Sprache, der man ihre Nähe zur angloamerikanischen Schreibtradition auf das Angenehmste anmerkt. Am Ende steht auch die Einsicht, dass zwar die Lage des moralischen Universalismus „immer und überall prekär bleiben“ wird, eine universalistisch gesinnte Praxis aber in jedem denkbaren Kontext Wurzeln fassen kann.
Prof. Dr. Julia Koll ist Direktorin der Evangelischen Akademie Loccum.
Der Landstrich Gaza – etwas größer als Bremen und mit vier Mal so viel Einwohnern – hat in den vergangenen drei Jahren tragische Bekanntheit erlangt. Nur wenige haben diese Region als Besucher kennengelernt. Dennoch haben Menschen weltweit ein medial vermitteltes Vexierbild von „Gaza“, in dem je nach Haltung und politischer Verortung zu sehen sind: die 1 200 Israelis, die am 7. Oktober 2023 durch Hamas-Terroristen aus dem Gazastreifen ermordet wurden, und die 250 Menschen, die aus Israel nach Gaza entführt wurden; die mutmaßlich 70 000 Menschen, die im Gazastreifen durch den Krieg Israels gegen die Hamas getötet worden sind; die hungernden Kinder im Gazastreifen, in den in der Kriegszeit kaum Hilfslieferungen kamen; Menschen, die seit Jahren unter dem Terror des Hamasregimes leben; Menschen, die seit Jahrzehnten unter der israelischen Politik leiden.
Gaza: für manche ein Schreckenswort. Für andere Teil ihres Bekenntnisses zur unbedingten Solidarität mit den Palästinenser:innen. Für wieder andere Symbol seit Jahrzehnten verfehlter internationaler Politik und Rechtsordnung.
Einer, der den Gazastreifen gut kennt – durch Besuche, Beziehungen und einen wissenschaftlich geschulten Blick, ist der französische Islamwissenschaftler und politische Berater Jean-Pierre Filiu. Filiu ist ein Beobachter, der sich berühren lässt von dem Leiden und dem Unrecht, das er wahrnimmt, und dies zur Sprache bringt; sich jedoch davor hütet, diese Beobachtungen in eine griffige These zu bringen.
Jean-Pierre Filiu ist es gelungen, am 19. Dezember 2024 als Teil einer Gruppe von „Ärzte ohne Grenzen“ in den Gazastreifen einzureisen. Er blieb dort bis zum 21. Januar 2025. Im Mai 2025 wurde sein Buch über diese 34 Tage in Frankreich veröffentlicht und liegt nun auch in deutscher Übersetzung vor. Es ist großteils ein Tagebuch, in dem der Autor seine Kapitel mit den Geschehnissen des jeweiligen Tages beginnen lässt; von dort aus entwickelt er dann weiter seine instruktiven Darstellungen zu den politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen in Israel-Palästina und zum Alltag im Gazastreifen: zu den Interessen der israelischen Regierung unter Benjamin Netanjahu; zum anhaltenden Hamas-Terror, der sich auch in Kriegszeiten nicht allein gegen Israel richtet, sondern auch gegen Menschen im Gazastreifen, die als Gegner wahrgenommen werden; zur fehlenden arabischen Solidarität mit den Palästinenser:innen; zum Funktionieren der Wirtschaft in dem kriegszerstörten Gebiet; zur Motivation des Hamasführers Yahya Sinwars, die so genannte Al-Aqsa-Flut des 7. Oktober 2023 zu befehlen; zum alltäglichen Tod und zu dem Bestattungswesen. Filiu beschreibt intensiv die Ängste und Nöte der Menschen, mit denen er spricht, und staunt über ihre Fähigkeit, in einem Gebiet, in dem kaum ein Stein auf dem anderen steht und die Infrastruktur zur Versorgung der Menschen fast vollständig zerstört ist, in Würde weiterzuleben.
Filius Band ist ein sehr menschliches Werk. Der Autor nimmt deutlich Stellung für die leidenden Menschen; er benennt auch die Schuld der politisch Verantwortlichen und das Unrecht deutlich. Dennoch ist es keine Anleitung zur moralisch begründeten Verachtung.
Warum scheint die Welt gerade den „Trumps und Netanjahus, den Putins und der Hamas“ überlassen zu sein? Warum zerbrechen in Gaza „die Normen eines internationalen Rechts, das geduldig geschaffen worden war, um eine Wiederholung der Barbarei des Zweiten Weltkrieges zu verhindern“? Mit dieser Überlegung beendet Jean-Pierre Filiu seinen Bericht. Er hat keine Antwort auf diese Frage.
Der Autor lässt uns mit vielen neuen Einblicken und Erfahrungen, aber auch fragend und ratlos zurück. Eben deshalb ist dieses Buch wichtig und lesenswert – Filiu sagt, was ist; aber er erklärt nicht das, was er nicht erklären kann.
Dr. Simon Kuntze ist Nahostreferent des Berliner Missionswerks.
Seit nunmehr fast 400 Jahren setzen die alle zehn Jahre veranstalteten Passionsspiele von Oberammergau einen bedeutsamen Fokus auf die Weitergabe der Kerngehalte des christlichen Glaubens. Sie erreichen heute weltweite Aufmerksamkeit mit bis zu einer halben Million Besuchern. Seit gut einem halben Jahrhundert unterliegen sie jedoch wegen ihrer nicht zu leugnenden massiven antisemitischen „Anmutungen“ heftiger Kritik. Jüdische Besucher haben sich darüber immer wieder entsetzt gezeigt, und die Verantwortlichen begannen ab 1970 zunächst zaghaft, dann energischer damit, den Text zu überarbeiten. Mit der Aufführung von 2022 liegt nun eine Fassung vor, der auch von jüdischen Gremien bescheinigt wurde, frei von Antisemitismus zu sein, ja der geradezu attestiert werden muss, einen eigenen Beitrag zum Kampf gegen Antisemitismus zu leisten.
Mit seinem Buch macht Wolfgang Reinbold es möglich, diesen bemerkenswerten Prozess eines radikalen Wandels einer die Tradition zutiefst bewahrenden Institution nachzuverfolgen. Antisemitismus ist, wie gerade Oberammergau zeigt, tief im Christentum verankert. Aber offensichtlich gelingt es dennoch, sich von dieser fürchterlichen Last zu befreien – und das nicht irgendwo am Rande sondern in einem Zentrum der Zelebration seines Kernmythos. Reinbold sagt zu Recht: „Oberammergau ist zu einem Labor des christlich-jüdischen Dialogs geworden.“ Und das verdient alle Anerkennung.
Der Kern des Buches besteht in einer Synopse der Aufführungen von 1900, 1970, 1990 und 2010. Sie werden ergänzt durch genaue Analysen der für den Wandel zentralen Aufführungen von 2000 und 2022. Während sich noch 2000 der Regisseur Christian Stückl und der Dramaturg Otto Huber am klassischen Text orientierten, ihn aber vom offenkundigen Judenhass zu befreien suchten, legten sie 2022 eine komplette Neufassung vor, die die Tradition endgültig überwand. Dazu zählten 2000 unter anderen der Abschied von den Pharisäern, die gestrichen werden; Jesus wurde eindeutig als Jude inszeniert (das letzte Mahl mit seinen Jüngern ist ein Passahfest!); es gibt keine Verstoßung der Synagoge mehr, und Jesu Gegnerschaft wird differenziert dargestellt – auch aus den eigenen Reihen gibt es Widerspruch. Damit wird die Entdämonisierung der Gegner Jesu vorangebracht, allerdings bleibt der Eindruck fanatischen Hasses gegen Jesus auf Seiten der Juden noch erhalten.
An diesen Stellen setzt der Text von 2022 einen radikalen Neuanfang und bricht mit der Tradition, womit in Oberammergau eine neue Epoche beginnt, wie Reinbold meint. Die Motive der Gegner Jesu weisen endgültig nichts Dämonisches mehr auf; die antipharisäische Polemik von Matthäus 23 entfällt. Ja, Nikodemus wird als Pharisäer an der Seite Jesu ins Bild gerückt, und Pilatus wird zum eindeutigen Täter gemacht (Die Szene mit dem Hände-Waschen-in-Unschuld entfällt zugunsten eines Glas Wassers, das Pilatus begehrt). Die Barrabas-Episode, die klassisch den Sinn hat, den Juden die Schuld am Tod Jesu zuzuschreiben, wird entdramatisiert. Pilatus wird zum zynischen Spötter gemacht, der Jesus wohl doch für schuldig hält. Und nicht zuletzt werden die traditionellen Einsetzungsworte beim Abendmahl durch andere biblische Weisungen ersetzt. Mithin: Von der klassisch den Text prägenden Schuld der Juden bleibt nichts mehr übrig.
Reinbold steht klar auf der Seite der Veränderungen, aber am Ende fragt er sich auch, ob sie nicht zu weit gehen und den ursprünglichen Sinn des Spiels von „Leiden, Sterben und der Auferstehung“ Jesu Christi verdecken, ja zum Teil unverständlich machen. Auf jeden Fall aber gilt: Anhand dieses Buches erschließt sich das Spiel in neuer Weise, und man ist gespannt, wie es 2030 weitergeht.
Gerhard Wegner ist Direktor i.R. des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD und Niedersächsischer Landesbeauftragter gegen Antisemitismus und für den Schutz jüdischen Lebens.
Der Ethik wird bisweilen nachgesagt, sie komme immer zu spät. Reagiert ihr reflexives Geschäft doch auf neue Problemzusammenhänge meist mit Verzögerung. Das gilt insbesondere für Forschungsbeiträge, die gedruckt zwischen zwei Buchdeckeln vorgelegt werden. Dieser Vorwurf kann dem 2025 von Alexander Dietz und Hermann Diebel-Fischer im LIT-Verlag herausgegebenen Sammelband Umstrittene allgemeine Dienstpflicht nicht gemacht werden, denn er schaltet sich mit einem vielfältigen Angebot an ethischen Orientierungsperspektiven in eine derzeit unaufschiebbar dringlich erscheinende gesellschaftliche Debatte ein.
Die Herausgeber beweisen damit ein offenkundiges Gespür für gesellschaftlich relevante Fragestellungen. Der auf die Jahrestagung des Arbeitskreises für Theologische Wirtschafts- und Technikethik e. V. (ATWT) im März 2024 zurückgehende Band geht mit fünf interdisziplinären und vier theologischen Beiträgen auf gut 200 Seiten der Frage nach, ob junge Menschen dazu verpflichtet werden sollten, sich ein Jahr lang an einem gemeinwohldienlichen Einsatzort ihrer Wahl zu engagieren, und ob und inwiefern „unsere Gesellschaft“ vielleicht sogar auf eine allgemeine Dienstpflicht angewiesen sein könnte.
In der Dienstpflichtdebatte kulminieren daher nach Ansicht der Herausgeber die Diskussionen um den Umgang mit neuen, dringlichen sicherheitspolitischen Erfordernissen und die Debatte zum Thema „gesellschaftlicher Zusammenhalt“ in Deutschland (Alexander Dietz).
Der Band bündelt bekannte und relevante Perspektiven aus Soziologie (Silke van Dyk), Rechtswissenschaft (Ferdinand Weber), Ökonomie (Panu Poutvaara), Geschichte (Rainer Hub) und Diakonie (Michael Frase) und bringt diese ins Gespräch mit theologischen Positionen (unter anderem von Frank-Martin Brunn und Hartwig von Schubert). Darunter finden sich innovative, bisher wenig beachtete Debattenbeiträge: So erhebt etwa Lukas Johrendt unter Rückgriff auf radikale Demokratietheorien (zum Beispiel Chantal Mouffe) bedenkenswerte Einwände gegenüber einem Verständnis demokratischer Pflichten als Eingliederung in Bestehendes und legt dabei auch hegemoniale Tendenzen gängiger politischer Begründungszusammenhänge einer allgemeinen Dienstpflicht offen.
Hervorzuheben ist ebenso der friedensethische Beitrag von Anna Löw, die im Anschluss an Hans-Richard Reuter eine Kriteriologie evangelischer Ethik zur Bewertung von Wehrdienstkonzepten entwickelt. Weiterhin mahnt Löw aus sozialkonstruktivistischer Perspektive auch die stärkere Berücksichtigung genderethischer Gesichtspunkte in der Debatte um den Grundsatz „Wehrgerechtigkeit“ an, die in weiten Teilen noch stark binär und heteronormativ geführt wird. Nicht reflektiert wird in diesem Band dagegen die Frage nach dem Für oder Wider einer Dienstpflicht mit Blick auf die Subjekte der Entscheidung, mit der ja auch bereits Jugendliche und Heranwachsende konfrontiert sind. Wird hier angesichts der Fülle ethischer Gesichtspunkte möglicherweise eine überfordernde Entscheidungsfindung abverlangt? Ebenso wäre ein vertiefender Blick in die (jüngere) innerprotestantische Theologie- und Debattengeschichte etwa um die Kontroverse im Zuge der Wiedereinführung der Wehrpflicht um 1954 und der damaligen theologisch-ethischen Argumentationslinien lohnenswert gewesen.
Nichtsdestoweniger eröffnet der Band als gelungenes interdisziplinäres, kompaktes und allgemeinverständliches Kompendium seinen Leser:innen einen Raum zur Gewinnung einer eigenen Position zu einer dringlichen Frage und bietet damit vor allem eines: einen instruktiven theologischen Debattenbeitrag zur rechten Zeit.
Dr. Julian Zeyher-Quattlender ist Professor für Systematische Theologie mit dem Schwerpunkt Ethik (Tenure Track) an der Universität Göttingen.
Auf ihrem inzwischen mehr als fünfzigjährigen Weg hat die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) zahlreiche beachtenswerte theologische Dokumente publiziert und sich damit ambitioniert als ein theologisch ausgewiesenes ökumenisches Modell profiliert. Sie hat die zwischen den beteiligten Konfessionen bestehenden Differenzen auf den Prüfstand gestellt und ihre unterschiedlichen Bedeutungen produktiv eingeordnet und ist dabei schließlich 2018 in Basel zu einem Konsens über ihr Selbstverständnis als Kirchengemeinschaft gelangt. Mit Kirchengemeinschaft wird sowohl ihr eigener ekklesiologischer Charakter als auch die darüber hinausgehende ökumenische Vision hervorgehoben.
Die erfolgreiche Entwicklung der GEKE bleibt allerdings bisher mit der Verlegenheit verbunden, dass die annoncierte ökumenische Gemeinschaft im konkreten Leben der Kirchen nur zögerlich Fuß fasst. Die wohl bedachte gemeinsame Theologie erreicht nicht wirklich die praktizierte Verschiedenheit und droht ein abstrakter Konsens zu bleiben – ein Phänomen, das in der Ökumene nicht nur an dieser Stelle zu denken gibt.
Um dieser Tendenz entgegenzuwirken, hat die Vollversammlung 2018 in Basel einen Studienprozess zur Praxis und Theologie des Abendmahles angeregt mit der von der Überschrift angezeigten Maßgabe, nicht von den theologischen Orientierungen für das Abendmahl auszugehen, wie es bereits im Lehrgespräch von 1988–1994 „Zur Lehre und Praxis des Abendmahls“ geschehen ist, sondern von „den Herausforderungen, die aus der Kirchenpraxis entstehen“, um schließlich zu Empfehlungen für eine einladende Gestaltung des Abendmahles zu kommen.
In dem Buch Praxis und Theologie des Abendmahls werden nun die Ergebnisse dieses Studienprozesses vorgelegt zusammen mit einigen interessanten akademischen Beiträgen, die bei ihrer Erarbeitung eine Rolle gespielt haben. Die Studie wurde 2024 von der neunten Vollversammlung der GEKE in Sibiu „entgegengenommen“ und für die Diskussion in den Mitgliedskirchen „begrüßt“. Es bleibt darauf hinzuweisen, dass dies die schwächste Form der Annahme eines erarbeiteten Textes durch die Vollversammlung ist, die für ein von der Vollversammlung angeregtes Projekt vorgesehen ist. Es bedarf keiner besonderen investigativen Phantasie, um in dieser zurückhaltenden Würdigung auch bereits eine Problemanzeige zu erkennen.
Das vorliegende Dokument ist deutlich davon geprägt, dass sich der Studienprozess in mehrfacher Hinsicht dazu gedrängt gesehen hat, aus einer Not eine Tugend zu machen. Diese Verlegenheit kann nur teilweise den am Studienprozess Beteiligten angelastet werden, sondern sie ist schon in der Unterbestimmung des Arbeitsauftrages angelegt und wird dann in der nur spärlichen Unterstützung durch die Mitgliedskirchen offenkundig, die der von der Studiengruppe initiierten Umfrage nicht zu der nötigen Resonanz verholfen haben.
Über Anlage und Evaluation der Umfrage wird leider nur sparsam berichtet. Der methodischen Not der Unternehmung begegnet die Studie kühn mit einem in Anspruch genommenen Paradigmenwechsel. Tatsächlich bleibt dieser allerdings auf eine deutliche Zurückhaltung gegenüber präzisen theologischen Einlassungen beschränkt. Gute Theologie war schon immer kritische Praxisreflexion, aber sie sollte dann auch stattfinden. Was die Empirie anlangt, bleiben die Darlegungen der Studie im Horizont des Erwartbaren. Die identifizierte Vielfalt der Praxis des Abendmahls bringt nicht per se schon eine Bereicherung mit sich, sondern diese wäre eigens auszuweisen. Die theologische Reflexion konzentriert sich auf den vom Arbeitsauftrag hervorgehobenen Einladungscharakter des Abendmahls, der dann auch die praktischen Empfehlungen der Studie prägt.
Das größte Anregungspotenzial liegt vermutlich in den im sechsten Kapitel beispielhaft angefügten Elementen für eine alternative Praxis. Insgesamt ein Werkstattbericht eines durchaus sinnvollen Experiments, dessen Idee bisher nur teilweise zu der erhofften Überzeugungskraft gefunden hat.
Michel Weinrich ist Professor em. für Systematische Theologie in Bochum und Herausgeber von Zeitzeichen.
Der Band bezeichnet sich im Untertitel bescheiden als „Lesebuch“. Das vierteilige Buch leistet indes mehr als nur die Dokumentation von Akademieveranstaltungen, welche die Erarbeitung der 2025 veröffentlichten Friedensdenkschrift der EKD („Welt in Unordnung – Gerechter Friede im Blick“) inhaltlich vorbereiteten und begleiteten.
Nach einem knappen Vorwort des Friedensbeauftragten der EKD, Landesbischof Friedrich Kramer, stellen die drei Herausgeber die Konzeption des „Gerechten Friedens“ vor und führen in die einzelnen Beiträge ein. Der emeritierte Theologe Hans-Richard Reuter (der bei der Entstehung der Denkschrift von 2007 eine federführende Rolle spielte) zeichnet sodann kenntnisreich, kritisch und präzise den Gang des friedensethischen Diskurses seit 2007 nach. Er hebt als Stationen den „Afghanistan-Text“ der Kammer für Öffentliche Verantwortung (2013) und die EKD-Synodenkundgebung (2019) hervor, die jeweils Abweichungen von der 2007-er Denkschrift darstellen, aber in unterschiedliche Richtungen weisen.
Der zweite Teil des Buches widmet sich der internationalen Rechtsordnung und dem Gedanken der rechtserhaltenden Gewalt, der dritte den Möglichkeiten und Grenzen ziviler Konfliktbearbeitung. Im letzten Teil werden Fallbeispiele skizziert. Sie gelten in Afghanistan sowie vor allem dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine. Das Buch präsentiert ein relativ breites Spektrum evangelischer Friedensethik, in dem der prinzipielle politische Pazifismus jedoch kaum noch Platz hat.
Der Leitbegriff des „Gerechten Friedens“ wird gründlich geprüft und in seinen Implikationen vor dem Hintergrund gegenwärtiger friedenspolitischer Herausforderungen durchdacht. Zutreffend wird er nicht als Zustand, sondern als Zielperspektive eines Prozesses verstanden, bei dem zivile und militärische Elemente im Rahmen einer internationalen Rechtsordnung zusammenwirken müssen. Insofern bleibt die Denkschrift von 2007 der Reflexionsrahmen des in Ausschnitten dokumentierten Konsultationsprozesses, der zur aktuellen Denkschrift führte. Zwei Gedanken werden in der neuen Denkschrift aufgenommen: erstens die These, dass dem „Schutz vor Gewalt“ ein besonderer, grundlegender Status hinsichtlich der 2007 unterschiedenen vier Dimensionen des Friedens (neben: Förderung von Freiheit, Schutz kultureller Vielfalt und Abbau von Not) zukomme. Diese These würde die 2007 entworfene friedensethische Grammatik nicht unerheblich verändern.
Ein zweiter Gedanke fand ebenfalls Eingang in die 2025-er Schrift: die Einsicht, dass das Gebet eine wesentliche Quelle des Friedens ist. Allerdings bleibt diese Erkenntnis hinter der starken Aussage der früheren Friedensdenkschriften zurück: „Jeder Gottesdienst kann und soll zum Frieden bilden.“ Denn Gottesdienste umfassen mehr als nur Gebete, und Friedensbildung erschöpft sich nicht in Religionspädagogik.
Weitere Reflexionen gelten der Aufgabe des Klimaschutzes, der Notwendigkeit konventioneller Abschreckung und der (Wieder-)Einführung der Wehrpflicht (oder einer allgemeinen Dienstpflicht). Bei alledem spielt der Blick auf den Krieg in der Ukraine eine maßgebliche Rolle, wie die am Ende des Buches stehenden „Fallbeispiele“ zeigen. Diese schränken aber die Sicht ein, und nicht selten scheint die hiesige friedenspolitische Situation die Grundsätze der Friedensethik zu diktieren, während ja umgekehrt ein ethisches Mandat gegenüber der Politik wahrzunehmen wäre. Auch fehlen die Stimmen von Klaus von Dohnanyi, Jürgen Habermas, Julian Nida-Rümelin oder Erich Vad, die beharrlich Verhandlungswillen als politisch-ethische Tugend einfordern. Sie hätten das Lesebuch gut ergänzen und abrunden können.
Eberhard Pausch ist Pastor und Referatsleiter im hessischen
Sozialministerium in Wiesbaden.
Manchmal finden Kinder die besten Worte für das Unaussprechliche: Die Nachricht vom plötzlichen Tod eines Angehörigen habe sich, so schreibt Albi Roebke, für das Kind so angefühlt, „als wäre es mit Karacho in einen Kaktus gerannt und als müsste es sich jetzt nach und nach die Stacheln wieder aus dem Körper ziehen“.
Wir kennen die Geschichte nicht, die sich hinter diesem Satz verbirgt, aber er formuliert treffend, was in Menschen vorgehen mag, wenn der Tod ganz unerwartet in ihr Leben einbricht, wenn Krisen und Katastrophen die bis dahin gefühlte Sicherheit erschüttern, wenn plötzlich nichts mehr ist, wie es war …
Und plötzlich ist nichts mehr, wie es war – diese Erfahrung steht denn auch als Titel über dem von Albi Roebke gemeinsam mit Lisa Harmann verfassten Buch über die Arbeit der von beiden Kirchen getragenen Notfallseelsorge. Roebke ist evangelischer Pfarrer und seit 25 Jahren Notfallseelsorger im Bereich Bonn/Rhein-Sieg; Harmann, im Hauptberuf freie Journalistin und Buchautorin, ist auch als Familientrauerbegleiterin und Notfallseelsorgerin im Einsatz.
Was lehrt ihr Buch? Zunächst einmal, dass niemand sicher ist. Wir können noch so vorsichtig fahren, noch so gesund leben, uns noch so gegen alle Eventualitäten versichern – wir haben das Leben letztlich nicht in der Hand. Aber das Buch zeigt auch, dass es nach Krisen und Katastrophen Wege zurück in ein gelingendes Leben geben kann: sogar für Eltern, die ein Kind verloren haben durch Krankheit, Unfall oder ein Verbrechen, genauso wie für Kinder, die ohne eines oder gar ohne beide Elternteile weiterleben müssen.
Es sind bewegende Geschichten von schrecklichen Ereignissen, die Roebke und Harmann zusammengetragen haben. Da ist zum Beispiel die 14-jährige Hannah, die Opfer eines Gewaltverbrechens wird. Da ist der Fünftklässler Jonas, der auf dem Schulweg tödlich verunglückt. Oder die vierfache Mutter, die unter Depressionen leidet und sich das Leben nimmt. Sie alle hinterlassen Angehörige, die Hilfe benötigen – in der akuten Situation und darüber hinaus.
Anhand ihrer erlebten Geschichten, bei denen sie immer wieder auch Betroffene zu Wort kommen lassen, machen die Autoren deutlich, wie wirksam die Notfallseelsorge sein kann – vor allem dann, wenn eine längerfristige Begleitung über die ersten 48 Stunden nach dem Unglück hinaus möglich ist. Das scheint zwar im Alltag eher die Ausnahme als die Regel zu sein, dennoch zeigt die Erfahrung, dass manchmal auch schon die ersten Stunden nach einem Unglück darüber mitentscheiden können, wie es für die Betroffenen weitergeht. Denn es macht einen Unterschied, ob in dem Moment größter Erschütterung neben Polizei und Rettungsdiensten auch Menschen da sind, die den Betroffenen seelisch zur Seite stehen, die sie sein lassen in ihrer Verzweiflung, ihrer Wut, ihrer Fassungslosigkeit. Für Notfallseelsorgerinnen und -seelsorger steht fest: Jede Reaktion eines/einer Angehörigen auf einen schweren Verlust, auch die vermeintlich absurdeste, ist erlaubt. Die einen fangen an zu putzen, andere gehen mit ihrem Hund spazieren. Und Leni? Sie – tanzt.
In einer solchen Situation die richtigen Worte zu finden oder zu schweigen, das Richtige, das Angemessene zu tun, dafür ist neben Empathie und menschlicher Bildung auch Professionalität vonnöten. Roebke selbst bildet Notfallseelsorger aus, und das spiegelt sich auch in dem Buch: Zu jedem der geschilderten Fälle gibt es eine Meta-Ebene, auf der psychologische und seelsorgliche Grundregeln der Arbeit erläutert werden. Diese Informationen sind nicht nur hilfreich für bereits aktive oder künftige Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger, sondern auch für alle anderen Menschen, die ihre Hilf- und Sprachlosigkeit im Angesicht von schweren Schicksalsschlägen im Kreise von Verwandten, Nachbarn, Kollegen oder Freunden überwinden möchten.
Annemarie Heibrock ist Journalistin. Sie lebt in Bielefeld.
Anfang und Ende der Welt liegen im Dunkel. Wir sind Kinder des Kosmos. Gewiss ist, dass es einen physikalischen Beginn des Kosmos gab. Und gewiss ist, dass die Apokalypse kommen wird. Wir wissen nicht, wann und wie. Unser Glaube ist das große Dennoch, er vermittelt die Hoffnung, dass wir uns alle in einem guten Himmel treffen und sagen können: Alles hatte irgendwie einen Sinn.
Zwischen diesen beiden Polen, der Schöpfung und der Apokalypse, erzählt der Astrophysiker Heino Falcke die Geschichte unseres Planeten als Teil des Universums. Er doziert nicht, er erzählt wirklich: sehr persönlich, von Wanderungen, von Natureindrücken. Diese Abschweifungen, die keine sind, machen wissenschaftliche Erkenntnisse anschaulich, überlisten uns Zuhörer gelegentlich zu Einsichten, die schwer zu vermitteln sind. Die kluge, hörerfreundliche Art des Lehrens wird unterstützt durch den angenehm persönlichen Gesprächston, mit dem Frank Arnold den Text vorträgt.
Der Autor bekennt sich als Protestant. Wenn man immer weiter nach dem Urgrund des Seins frage, komme man auf Gott, auf das unverfügbare Geheimnis der Schöpfung. Alles, was jetzt existiert, entstand durch das Wort. Ohne Geburt und Tod gäbe es keine kreative Entwicklung. Alle Punkte des Kosmos bewegen sich voneinander weg. Die Ursache für dieses Auseinanderdriften des Weltalls ist unbekannt. Eine Milliarde Jahre nach der Entstehung der Erde ist Leben auf ihr entstanden, das große Geheimnis der Wissenschaft.
Diese wunderbare Erzählung über Entstehung und Entwicklung des Universums, über das Leben der Menschheit und über die weitere Entwicklung des Kosmos vermittelt tiefe Einsichten und gipfelt in der Erkenntnis: Der Schöpfergott ist verlässlich.
Jürgen Israel ist Publizist und beratender Mitarbeiter der "zeitzeichen"-Redaktion. Er lebt in Neuenhagen bei Berlin.