Auswendiglernen statt Wissen

Auswendiglernen statt Wissen

Warum das erste theologische Examen eine lerntheoretische Katastrophe ist
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Die Petition #examenreformandum ziele auf den richtigen Punkt, meint Dominik Weyl. Denn beim ersten kirchlichen Examen gehe es um das kurzfristige Auswendiglernen von Fakten und Sachverhalten, das die Bezeichnung „Wissen“ kaum verdiene. Ein langfristiger Kompetenzaufbau werde nicht erreicht. Das es besser geht, zeige ein Blick in Schweiz.

Die polemischen Einsprüche gegen das Interview mit Juliane Borth ließen auf der Facebook-Seite von "zeitzeichen" nicht lange auf sich warten. Kritiker äusserten, Borth wolle mit ihrer Petition #examenreformandum, die eine Reform des Theologiestudiums und insbesondere des ersten kirchlichen Examens einfordert, „um Schonung bitten“. Borths Petition sei symptomatisch für die „Entintellektualisierung des theologischen Nachwuchses“ – ein Vorwurf, der wahrscheinlich nur wenig jünger ist als das Theologiestudium selbst. Und, na klar, auch der vermeintliche „Vormarsch eines ‚weiblichen‘ Kuschelgottes“ wurde angeführt, weil Borth darauf hingewiesen hat, dass es an den deutschsprachigen theologischen Fakultäten insgesamt zu wenige Professorinnen gibt und entsprechend viele Examenskandidat:innen reinen Männerrunden gegenübersitzen. Der polemische Tenor der Kritiker lautet: „Jemandem etwas abverlangen, ist doch heute voll oldschool und uncool, und dann auch noch von Männern – iiihhh!“

Wäre Juliane Borths Argumentation wirklich so platt, hätten ihre Kritiker sie eigentlich besser verstehen müssen. Denn keineswegs bittet sie in ihrer Petition um Schonung und keinesfalls geht es ihr um Entintellektualisierung. Mit ihrer Petition, die inzwischen gut 1900 Unterstützer:innen gefunden hat, will sie die landeskirchlichen Ausbildungsreferent:innen und die theologischen Fakultäten darauf aufmerksam machen, was eigentlich längst klar ist: das erste kirchliche Examen ist eine lerntheoretische Katastrophe. Dieser Zuspitzung, mit der ich auf die oben zusammengefassten Kommentare auf Facebook reagiert habe, verdanken Sie wohl diesen Meinungsbeitrag. Es ist der Beitrag eines Theologen, der nach dem Lehramtsstudium in Mainz das erste Staatsexamen und neben dem Doktorat in Zürich als Voraussetzung zum Vikariat das mündliche Examen in der EKHN absolviert hat. Es ist ein Beitrag eines Dozenten, der in der universitären Ausbildung von Pfarr- und Lehrpersonen bemüht war, den hier vorgestellten Beschreibungen gerecht zu sein.

Das „größte Problem“ sieht Juliane Borth darin, dass die an den Fakultäten bereits erbrachten Studienleistungen (z. B. aus Klausuren, mündlichen Prüfungen, Hausarbeiten) von den Kirchen nicht auf das erste kirchliche Examen angerechnet werden. Das ist tatsächlich nicht nachvollziehbar. Denn es ist nicht zu bestreiten, dass die Studienleistungen valide Aussagen über die Lernprozesse und die Fachkompetenz der Student:innen treffen.

Verhakte Verzahnung

Ungeachtet der systemischen Unterschiede zwischen Deutschland und der Schweiz sei dazu erwähnt: Schweizer Landeskirchen anerkennen den universitär erworbenen Master in Theologie als eine Zulassungsvoraussetzung zum Lernvikariat. Dort gibt es kein erstes kirchliches Examen. Zugleich haben die Universitäten ihre Studiengänge konsequent in das Bachelor- bzw. Mastersystem überführt, auch in der Theologie. Dabei ist das große Lamento über den Bologna-Prozess auch in der Schweiz immer noch nicht ganz verklungen und läuft – wie an den deutschen Fakultäten – in gefühlter Endlosschleife.

In Deutschland soll das erste theologische Examen als Studienabschluss die kirchlichen Prüfungsordnungen mit den universitären Studienordnungen verzahnen. Sie wird von den Kirchen in Kooperation mit den Fakultäten durchgeführt. Ein spannendes Konstrukt. Dabei baut das erste kirchliche Examen nicht nur auf der Wiederholung der Studieninhalte auf, sondern fordert ein breites Grundwissen (das ist als Prüfungsanforderung übrigens maximal unklar formuliert) in allen theologischen Disziplinen ein. Es stellt eine eigene, teilweise vom Studium unabhängige Lernleistung dar. Studium und Studienabschluss treten ein Stück weit auseinander. Hieran zeigt sich, dass die Kooperation zwischen Kirche und Universität mitunter hakt und die Zahnräder nicht – wie theoretisch beabsichtigt – passend ineinandergreifen.

Der Hauptaspekt meiner Kritik an der gegenwärtigen Form des ersten kirchlichen Examens liegt auf der lerntheoretischen Ebene. Lerntheoretisch – und das heißt nicht zuletzt: qualitativ – ist das erste kirchliche Examen unbefriedigend, weil es langfristige Lerneffekte nicht fördert. Zumeist geht es um das kurzfristige Auswendiglernen von Fakten und Sachverhalten auf die Prüfungstermine hin, das die Bezeichnung „Wissen“ kaum verdient und mit dem Humboldtschen Bildungsideal nur noch wenig zu tun hat. Solches Lernen kann zu Stress, zu Schlaf- und Angststörungen, zu schlechten Gedächtnisleistungen und – in den Prüfungssituationen selbst – zu Blackouts führen. Wozu es nicht führt, ist ein langfristiger Kompetenzaufbau. Wollen wir das?

Um Jahrzehnte zurück

Die universitätskulturpessimistische Abwehr von «Bologna», das ein kompetenzorientiertes Studium zum Ziel hat, mag auch damit zusammenhängen, dass akademische Bildungsangebote – gerade in den traditionsreichen Fächern wie der Theologie – nach wie vor auf klassische Inhaltsbeschreibungen von Lernergebnissen fokussieren und nicht auf kompetenzorientierte Beschreibungen. Kurz gesagt: Man leitet vorwiegend input based learning an, anstatt auf die learning outcomes zu achten. Damit bleibt man hinter lerntheoretischen und hochschuldidaktischen Einsichten um Jahrzehnte zurück. Dies wird man auch für das erste kirchliche Examen sagen müssen. Geprüft wird dort vor allem die Fähigkeit der Kandidat:innen zum Auswendiglernen und ihre Stressresistenz.

Das Vorurteil, dass der Kompetenzorientierung eine Reduktion der Lerninhalte folgen müsse und die Qualität der universitären Ausbildung dadurch geschmälert werde (polemisch: „Entintellektualisierung“), ist dabei unbegründet, weil Kompetenzen immer nur an Inhalten erworben werden könnenVielmehr geht es – so eine gängige Definition von Kompetenzen – um kognitiv verankerte, wissensbasierte Fähigkeiten zur Bewältigung bestimmter Anforderungen, wie z. B. eines universitären Abschlusses, des kirchlichen Examens oder auch späterer beruflicher Anforderungen. Dazu zählen auch überfachliche Kompetenzen, wie z. B. methodische und technische Kenntnisse oder Kooperationsfähigkeit.

Dozenten weiterbilden

Als wesentliches Merkmal von Kompetenzen gilt, dass sie nicht gelehrt, sondern nur gelernt werden können. Auch das ist keine neue Erkenntnis: Denn recht verstanden bilden nicht die Dozent:innen ihre Student:innen, sondern sie leiten „nur“ deren eigene Bildung an, ermöglichen sie ihnen. Bilden können sich die Student:innen immer nur selbst. Sich dessen bewusst zu bleiben, führt nicht nur zu einer strukturellen – und damit: qualitativen – Verbesserung der Bildungsangebote und Prüfungen, sondern trägt auch zu langfristigen Lerneffekten unter den Student:innen bei. Dies sollte, meine ich, unterstützt werden durch eine hochwertige hochschuldidaktische Aus- und Weiterbildung der Dozent:innen, die – will an der Einheit von Forschung und Lehre festgehalten werden – neben der fachlichen Kompetenz eben auch didaktische, methodische und reflexive Kompetenzen brauchen, um gut lehren zu können.

Die an der Universität vorbereiteten und in der ersten theologischen Prüfung abgefragten learning outcomes werden unter den gegebenen Voraussetzungen lerntheoretisch noch am besten sichergestellt durch reflektierte, kompetenzorientierte Lehre seitens der Fakultäten und durch damit verzahnte, ebenfalls kompetenzorientierte, konkret und transparent formulierte Prüfungsanforderungen seitens der Kirchen. Bereits erbrachte Studienleistungen sollen als aussagekräftiger Teil des Lernprozesses der Kandidat:innen anerkannt werden. Man könnte aber auch die Systemfrage stellen und ein Schweizer Modell diskutieren… Das erste kirchliche Examen muss keine lerntheoretische Katastrophe bleiben

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Dominik Weyl

Dominik Weyl war Wissenschaftlicher Assistent an der Universität Zürich. Im September beginnt er das Vikariat in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.


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Marcia Pally

Marcia Pally ist Professorin für Englisch an der Universität in New York. Sie hat eine Gastprofessur an der Theologischen Fakultät der  Humboldt Universität in Berlin inne.

Das Wunder von Georgia

Der 6. Januar 2021 wird gleich mit zwei Ereignissen in die Geschichte der USA eingehen – das eine als Tiefpunkt, das andere als Meilenstein der politischen Kultur des Landes.

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Kleine Wasserphilosophie

Kleine Wasserphilosophie

Ein Nachruf auf Hermann Schmitz
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Mit Hermann Schmitz ist vor wenigen Wochen einer der prägenden Gestalten der Philosophie abgetreten. Auch für die Theologie bleibt sein Werk ein außerordentlich wichtiger Anreger und Gesprächspartner, meint unser Online-Kolumnist Klaas Huizing. Zum Beispiel: Die Erschaffung der Welt…

Am 5. Mai 2021 starb dreiundneunzigjährig der Kieler Philosoph Hermann Schmitz, bekannt geworden als Begründer einer Neuen Phänomenologie, die sich als Leibphänomenologie in einem zehnbändigen System der Philosophie entfaltet. Als Appetitanreger präsentiere ich einige seiner Gedanken aus § 37 seines zehnbändigen Systems der Philosophie: „Absolutes Chaos; die Vorzeit und die Erschaffung der Welt“.

Schmitz startet mit der Vorstellung eines absolut chaotischen Mannigfaltigen: „Absolut chaotisch ist Mannigfaltiges, wenn unter seinen Elementen weder Identität noch Verschiedenheit, sondern stattdessen nur chaotisches Verhältnis vorliegt.“ Er fragt: „Wie können wir uns am Ehesten den Zustand der Welt denken, ehe es Leben mit Gegenwart gab, also z.B. das Archaikum, in dessen Ablagerungen die Geologen keine versteinerten Spuren von Lebewesen zu entdecken vermögen? Meine Antwort lautet: als absolutes Chaos. Jener Urzustand wäre damit so reich gewesen, wie die Geologen ihn ausmalen: Schon längst, ehe Lebewesen entstanden, wäre die Welle an das Ufer gebrandet; die Strahlen der Sonne hätten die noch jungfräuliche, unfruchtbare Erde erhellt, Gewitter ihre Blitze und Regengüsse über sie entladen. Diese Nachrichten dürften aber nur cum grano salis verstanden werden; denn diesem reichen Inhalt hätte damals noch die Form gefehlt, in der wir ihn zum Zwecke der Beschreibung auffassen: die Form der Individualität, die allein Örter und Zeitpunkte ermöglicht. Räumlich wäre die Welt damals höchstens durch ihre Weite gewesen, nicht aber durch einen Unterschied zwischen hier und dort; denn Orte, Richtungen, Lagen, Abstände setzen Individuation und damit – soweit wir aufgrund unserer Erfahrungen vermuten dürfen – Gegenwart voraus. Die Welle, die damals an das Ufer brandete, wäre also, so sehr sie auch brandete, von diesem nicht verschieden gewesen, so wenig wie mit ihm identisch.“

Chaotischer Weltstoff

Wie aber geschieht der Übergang? „In dem Augenblick aber, als zuerst – vielleicht im tierischen Leib einer Amöbe – Gegenwart aufzuckte, in diesem ersten Augenblick überhaupt wäre die ungeheuerste Revolution eingetreten, die bis zum jüngsten Gericht stattfinden kann: Inhaltlich hätte sich am Stand der Dinge zwar fast nichts geändert, aber von hier ab wäre es sinnvoll, zu sagen, daß etwas dieses ist und nicht jenes, da und nicht dort, dann und nicht früher oder später, weil nun ein Zentrum der Individuation vorhanden gewesen wäre, um den Reichtum des ganzen chaotischen Weltstoffs darauf zu beziehen, so wenig auch jene arme Amöbe davon Notiz genommen hätte.“

Sicher, Schmitz spricht von einer Hypothese, gleichwohl glaubt er einen Anhalt an gegenwärtiger Erfahrung zu haben! Er verweist auf eigene leibphänomenologische Erfahrung, dass nämlich „bloß durch Gegenwart die Möglichkeit von Individualität gestiftet wird“, diese Erfahrung macht aus der Hypothese eine „sehr plausible Hypothese, die ein sonst unbegreifliches Rätsel durchleuchtet.“ Wie das Zitat zeigt: An Selbstbewusstsein mangelte es Schmitz nie. „In folgerechtem Zusammenhang mit dieser Hypothese steht die Annahme, daß in der Tat erst durch das Aufzucken von Gegenwart ihre fünf Explikate – hier, jetzt, Dasein, Individualität, ich – in die Welt gebracht werden.“

Die erste Amöbe, die aufschreckt, und das erste Aufschrecken des späteren Menschen sind zunächst strukturverwandt, dann freilich kann sich der Mensch sukzessive aus dieser primitiven Gegenwart emanzipieren, aber auch immer wieder in sie zurückfallen, um neu zu starten. Außerordentlich ist nur der absolute Anfang: „Der Ursprung der Gegenwart, sofern er sich zeitlich als erster Augenblick darstellt – ebenso wie als Ursprung des Hier, des Daseins und des (in ausdrücklichem oder unausdrücklichem, vielleicht bloß in leiblich affektiver Betroffenheit bestehendem Selbstbewußtsein gegeben) Ich -, verdient den Namen absolutes Ereignis.“ Deshalb macht es für Schmitz keinen Sinn an dieser Stelle von Gott als Person zu sprechen, denn die Bedingung der Möglichkeit für Personalität ist das absolute Ereignis.

Kein unordentliches Wasser

Wie immer süffisant, ist Schmitz‘ Hinweis auf die biblischen Schöpfungserzählungen: „Die Weltschöpfung wird in den bekannten mythischen Erzählungen meistens nicht als eine Erschaffung aus nichts dargestellt – das ist eine im Judentum spät aufgetauchte und erst im christlichen Dogma zentral wichtige, dem mosaischen Schöpfungsbericht aber noch fremde Ansicht –, sondern als Hervorgang der Welt aus einem chaotischen Urzustand. Es fragt sich, worin nach den Mythen der Gegensatz der geschaffenen Welt zum Urchaos besteht. Es wird meist – wohl unter dem heimlich-gewaltigen Einfluß des platonischen Timaios – so gedeutet, daß der Schöpfer das ursprünglich verworrene, wüste Chaos (das tohuwabohu der Bibel) ordnet und schmückt.“

Ein Einwand liegt auf der Hand: Nach Schmitz liegt die Vermutung nahe, „daß Weltschöpfung nicht so sehr als Ordnung wie als Individuation gemeint ist: als Scheidung.“ Um diesen Gedanken zu verstehen, ist es wichtig, nochmals an die von Schmitz favorisierte Vorstellung des ‚chaotisch Mannigfaltigen‘, das über das binäre Modell von Ordnung und Unordnung hinausgeht, zu erinnern. Dabei hilft der Hinweis auf den auch biblisch gewählten Weg, die „Verbildlichung des Chaos als Wasser“ zu wählen. Das Wasser ist, so Schmitz, „ein geradezu ideales Symbol des chaotisch Mannigfaltigen, weil es zwar in seiner Ausdehnung und zitternden oder wogenden Bewegung offensichtlich mannigfaltig und nicht überall das Selbe ist, aber nicht, außer durch Abschöpfung in feste Gefäße, in verschiedene Stücke geteilt werden kann.“ Es gibt, wie er verschmitzt sagt, „kein unordentliches Wasser“.Nach dieser Klarstellung kann Schmitz zumindest teilweise der mosaischen Erzählung etwas abgewinnen: „Wenn der Schöpfer nach dem mosaischen Bericht, sobald er das Dunkel erleuchtet hat, inmitten des Wassers eine Festung hervorruft und danach sein ganzes Ordnungswerk im so geschaffenen Rahmen ausübt, zeigt er also, daß sein Schaffen an erster Stelle ein Individuieren des chaotisch Mannigfaltigen und erst an zweiter Stelle ein Ordnen und Schmücken ist.“ Konzise zusammengefasst: „Die kosmogonischen Mythen berichten also von einem Urakt der Individuation des chaotischen Mannigfaltigen. Im Hinblick darauf darf das absolute Ereignis des Ursprungs der Gegenwart, das zuerst das absolute Chaos durchbricht und die Vorzeit abschließt, als Erschaffung der Welt gelten."

Mit Schmitz ist einer der prägenden Gestalten der Philosophie abgetreten. Viele Gazetten (u.a. Spiegel, FAZ, DLF, Focus) schrieben Nachrufe zu seinem Gedächtnis. Erst spät ist Schmitz zu großem Ruhm gekommen. Ich bin mir sicher, er wird in Zukunft zu den Klassikern der Philosophie gerechnet werden und auch Gestalten wie Martin Heidegger weit hinter sich lassen. Für die Theologie ist er auch in Zukunft ein außerordentlich wichtiger Anreger und Gesprächspartner

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Klaas Huizing

Klaas Huizing ist Professor für Systematische Theologie an der Universität Würzburg und Autor zahlreicher Romane und theologischer Bücher. Zudem ist er beratender Mitarbeiter der zeitzeichen-Redaktion.


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Ich, der Treppenliftexperte

Ich, der Treppenliftexperte

Punktum
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Zuerst war die Sache mit den Treppenliften. Und es war, zugegeben, meine eigene Schuld. Wer irgendwann einmal zwecks Familiengründung wie ich vor 17 Jahren eine Wohnung gekauft hat (eine der wenigen klugen Entscheidungen meines Lebens, trotz jahrelanger Zinsknechtschaft), kann auf die Idee kommen: Wie komme ich hier eigentlich im Alter hoch? Vielleicht lebe ich hier ja, bis ich alt und klapprig bin. 1. OG … warum nicht mal nach Treppenliften klicken? Nur so, zum Spaß.

Das war vor ein paar Jahren. Und, ja, es wäre theoretisch möglich, so was anzubringen, das  Einverständnis der Eigentümerversammlung (eine Brut übelster Neider – nein, kleiner Scherz!) und ein paar Tausend Euro auf der hohen Kante vorausgesetzt. So weit, so gut. Aber was folgte, hätte ich nie erwartet: eine Reihe anhaltender Demütigungen.

Denn seit Jahren erhalte ich nun, egal, wo ich mich im Netz bewege, am Rande der aufgerufenen Seiten: Werbung für Treppenlifte! Das tut was mit einem! Ich bin 54 Jahre, ja, manche in meinem Alter sind fitter. ABER ICH BRAUCHE NOCH KEINEN TREPPENLIFT! Das sei jetzt offiziell verkündet.

Aber wird es mir helfen? Ein böser Algorithmus hat mein virtuelles Ich fest in seinen ekligen  Krakenarmen. Ich beschäftige mich weiter mit Treppenliften. Ungewollt bin ich zu einem halben Experten geworden. Um es zusammen-zufassen: Alle sehen hässlich aus. Dennoch sitzt darauf immer lächelnd eine gepflegte Seniorin in Vorfreude auf den Besuch der süßen Enkel. Mit Anfang 50 sollte man sich noch nicht mit seinem Schicksal abfinden. Da kam mir eine Idee. Als ich mich nämlich einmal online über Schrankwände informierte, erschien weniger Treppenlift-Werbung, sondern eben: Schrankwände. Ich kaufte mir sogar eine, was man halt so tut in Homeoffice-Zeiten.

Aber die Schrankwand-Werbung hörte danach nicht auf. Nun frage ich mich: Wer braucht mehr als eine Schrankwand? Wie blöd sind eigentlich die angeblich so wahnsinnig klugen Algorithmen, die „uns bald besser kennen als wir selbst“ (oder wie diese bescheuerten apokalyptischen Warnungen so lauten)?

Ganz schlimm wurde es, als ich auf die dumme Idee kam (wieder in Corona-Zeiten, das als  Entschuldigung), nach Balkon- und Gartenmöbeln zu klicken. Seitdem kriege ich hartnäckig als Werbung immer die gleichen und sicherlich die hässlichsten Gartenmöbel der Republik angeboten. Jedes Mal denke ich: Boah, ist das hässlich! Aber wie kriegt man diese Werbung weg?

Ich bin mittlerweile schon froh, dass ich in letzter Zeit ab und zu auch Dessous- und Comic-Werbung angeboten bekomme, warum auch immer. Ich bin offenbar algorithmisch nun als alter, debiler, geiler Sack gespeichert. Und neulich habe ich sogar mal wieder Treppenlifte angeklickt. Alles besser als diese Gartenmöbel! 

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Kleriker als Schmuggler

Die Abtei St. Blasien im Schwarzwald gilt als sagenhaft reich. Am 10. Oktober 1806 wird sie säkularisiert.

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Eine Kriegsgeburt

Eine Kriegsgeburt

Kritischer Blick zurück

Der renommierte Marburger Historiker Eckart Conze legt die Karten schon im Vorwort auf den Tisch: Sein Buch sei „historische Analyse und geschichtspolitische Intervention“. Für Conze führt kein Automatismus vom Kaiserreich zum „Dritten Reich“. Aber der „Schatten“ des Kaiserreichs habe „zum Scheitern“ der Weimarer Republik „entscheidend“ beigetragen und die Machtübernahme der Nazis „begünstigt“. Conze vertritt nicht die These eines deutschen „Sonderwegs“. Und er verschweigt auch nicht, wie ihm Kritiker unterstellen, dass das Kaiserreich ein Rechtsstaat war und es eine „vitale Zivilgesellschaft“ gab. Aber diese sei „autokratisch gedeckelt“ worden.

Conze skizziert die deutsche Nationalbewegung vom Sieg über Napoleon bis zur Gründung des Kaiserreichs 1871. Er zitiert den badischen Liberalen Karl von Rotteck, der 1832 gesagt hatte: „Ich will lieber Freiheit ohne Einheit als Einheit ohne Freiheit“. Ähnlich argumentierten Württembergs Demokraten und wandten sich gegen eine Einigung Deutschlands unter Führung Preußens, das ein Dreiklassenwahlrecht hatte. Nun galt für das Parlament des Norddeutschen Bundes und des Kaiserreichs ein allgemeines Wahlrecht (für Männer). Und Conze wertet das als „Liberalisierungsfortschritt“. Aber er verweist darauf, dass der Kanzler nicht dem Reichstag verantwortlich war, sondern dem Kaiser. Das wissen diejenigen, die im Geschichtsunterricht aufgepasst haben. Aber Conze erinnert auch an etwas, das weniger bekannt ist: Preußen, das vier Fünftel Deutschlands umfasste, dominierte das Reich über den nicht gewählten Bundesrat, und seine Beamten übten einen starken Einfluss aus, weil „es für die allermeisten Politikfelder keine Reichsverwaltung gab“.

Überraschend ist seine These, dass die „zunehmende Demokratisierung“ des Kaiserreichs eine „Parlamentarisierung“ verhindert und „zur Erhaltung der autoritären Strukturen und Institutionen“ beigetragen hat. Dass der Einfluss des Reichstags begrenzt blieb und politische Ziele nicht „regierungstauglich gemacht“ werden mussten, stärkte Demagogen und außerparlamentarische Massenorganisationen, die gegen Juden, Katholiken, Pazifisten, Polen und Sozialdemokraten hetzten. Und das Gift, das sie verbreiteten, wirkte weiter in der Weimarer Republik und darüber hinaus, auch (was Conze nicht erwähnt) bei den Männern der Bekennenden Kirche, die den Übergriffen des NS-Staates auf die evangelische Kirche widerstanden. Die Nazis kamen bekanntlich nicht durch Wahlen an die Macht, sondern mit Hilfe der Eliten des Kaiserreichs, darunter der ehemalige Kronprinz und viele Angehörige des ehemaligen Adels. Den Geburtsfehler des Kaiserreichs sieht Conze darin, dass es sich einem siegreichen Krieg verdankte und die „Verherrlichung“ des Krieges „zu einem bestimmenden Element des preußisch-deutschen Militarismus“ wurde. Und für den Weg in den Ersten Weltkrieg sei auch wichtig gewesen, dass die Verfassung „die Kontrolle über das Militär“ allein dem Kaiser überlassen habe.

Eckart Conze hat dieses Buch geschrieben, weil er in Deutschland eine „Renationalisierung“ beobachtet, Versuche, ein geschöntes Bild des Kaiserreiches und der Hohenzollern zu propagieren. Das tun ein paar Historikerinnen und Historiker und die AfD. Conze problematisiert auch die Rekonstruktion der Stadtschlösser in Potsdam und Berlin. Aber sie kann man bejahen, ohne „die gute alte Zeit“ zu verklären. Der Rezensent, der aus Baden-Württemberg stammt, hat sich für den Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses nicht wegen Preußens Gloria eingesetzt, sondern weil der Barockbau der krönende Abschluss des Boulevards Unter den Linden bildet. Und im ehemaligen Sowjetsektor gibt es genug DDR-Architektur, die die Ästhetik des „Palastes der Republik“ weit übertrifft.

Conze hat ein scharfsinniges und verständlich geschriebenes Buch vorgelegt. Seine Lektüre ermöglicht eine gute Einordnung des Kaiserreichs, seiner politischen Struktur, der Vorgeschichte und der Wirkungsgeschichte.

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Zeitzeugnis

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Reiche: Politisch denken

Mit dem Titel ist das Buch geografisch bereits verortet: Tief träumen und hellwach sein. Es handelt sich um ein Zitat des über Brandenburg hinaus bekannt gewordenen Staudenzüchters und Gartenphilosophen Karl Förster. Tief träumen, das heißt vor allem, gründlich in die Vergangenheit hinabsteigen und Zusammenhänge suchen. Und es heißt, in die Zukunft vorauszuschauen, Ungewöhnliches und Unerwartbares für möglich zu halten. Hellwach muss einer sein, wenn er die Erkenntnisse aus der Vergangenheit und die Visionen für die Zukunft nutzbar machen will. Berlin und Brandenburg: Hier ist Steffen Reiche 1960 geboren, aufgewachsen, zur Schule gegangen und hat evangelische Theologie studiert. Hier wurde er Pfarrer und hat 1989 mit Gleichgesinnten die sozialdemokratische Partei der DDR gegründet. Hier wurde er ihr Landesvorsitzender und 1994 Minister für Wissenschaft, Forschung und Kultur und später Minister für Bildung, Jugend und Sport. Hier ist er nun wieder „Pfarrer mit Leidenschaft“, wie er vorher „Politiker mit Leidenschaft“ war. Freilich wäre er vermutlich, wenn das Wahlergebnis 2009 anders ausgefallen wäre, lieber Politiker geblieben.

Von früher Jugend an war Reiche ein politisch denkender Mensch. Durch das Leben in der Jungen Gemeinde und durch das weltoffene Studium an einer theologischen Hochschule (die in der DDR nicht so bezeichnet werden durfte) war er Argumentieren gewohnt und ein Denken ohne ideologische Schranken. Einige Male durfte er noch vor dem Mauerfall zu Verwandtenbesuchen in die BRD fahren und lernte eine freiere Art des öffentlichen Lebens kennen. Später traf er dort mit haupt- und ehrenamtlichen Funktionären der SPD zusammen.

Den Begriff „Mauerfall“ übrigens lehnt er ab; er schreibt, „die Mauer ist durchlaufen worden und war damit überflüssig.“

Für Reiche beginnt der Verfall der Demokratie in Ostdeutschland mit der Zwangsvereinigung von KPD und SPD zur SED, was ein Ende der sozialdemokratischen Bewegung bedeutete. Folgerichtig könne die Herstellung der Demokratie nur mit dem Wiederaufleben der SPD gelingen. Für den Aufbau einer demokratischen Gesellschaft nach dem Ende der DDR war eine Partei nötig, die im Unterschied zu allen Parteien der DDR nicht korrumpiert war.

Der Höhepunkt seines Politikerlebens war zweifellos die Zeit als Minister für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg von 1999 bis 2004. Begeistert schreibt er von dieser Arbeit, von seinen Begegnungen mit Schülern, Jugendlichen und Sportlern.

Zu den bewegendsten Abschnitten gehört die Erinnerung an die Gedenkfeier zum fünfzigsten Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Ravensbrück: Nach dem offiziellen Teil saßen die deutschen Verantwortlichen für das Treffen mit den Überlebenden des Lagers zusammen, als zum Erschrecken der Deutschen Tanzmusik erklang. Entsetzt stürzten Reiche und ein Mitarbeiter zu den ehemaligen Häftlingen, um sich für die Taktlosigkeit der Musiker zu entschuldigen. „Doch sie verstanden uns nicht.“ Sie wollten das Leben feiern, hatten die Musik eigens bestellt, sie waren nach dem würdevollen Gedenken mit Deutschland im Reinen.

Was die Freude an der Lektüre des interessanten, gut lesbaren Buches schmälert, ist Reiches gelegentlich spürbar werdende Selbstverliebtheit, seine Unzufriedenheit darüber, dass seine Leistungen, die zweifellos groß sind, nicht gebührend gewürdigt werden.

Eine vergnügte Anmerkung für die Leserschaft von zeitzeichen: Die Theaterzeitschrift der DDR hieß Theater der Zeit und nicht Zeichen der Zeit wie auf Seite 24 notiert; das war eine von der Evangelischen Kirche herausgegebene Vorgängerzeitschrift dieser Zeitschrift, der zeitzeichen.

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