Ein Leben

Heimat, Sehnsucht und Sterben

In einem verlassenen Dorf in Österreich zu Beginn des 20. Jahrhunderts beginnt die Geschichte des Egger. Er ist einer dieser genügsamen, stillen Bergbewohner aus vergangener Zeit, der in dem Hörspiel lebendig wird. Ein Sonderling, heißt es. Ein Findelkind, das eine grausame, lieblose Kindheit bei einem harten Bergbauern nicht gebrochen hat. Trotz allem ein zufriedener Mensch mit starkem Lebenswillen ist er stets eins mit der Natur. Doch sein kurzes Glück, die glückliche Ehe, seine Träume und die Zukunft werden jäh zerstört von einer Lawine.

Im Zweiten Weltkrieg wird er einberufen und kehrt erst nach langer Gefangenschaft in einem russischen Lager zurück. Seine Heimat hat sich verändert, sie ist laut, mit der Elektrizität kamen die Seilbahnen und Touristen. Der Egger passt sich an, wird Spezialist im Errichten von Eisenträgern, und er erwartet nichts mehr vom Leben. Begann seine Geschichte mit der Rettung des totgeglaubten Hörnerhannes, der im Nebel verschwand, so schließt sie folgerichtig, als er dessen Leiche in einer Gletscherspalte findet. Denn damit endet auch das Leben des Egger: „Er hörte sein eigenes Herz. Und er lauschte in der Stille, als es zu schlagen aufhörte. Geduldig wartete er auf den nächsten Herzschlag. Und als keiner mehr kam, ließ er los und starb.“

Ein ganzes Leben erzählt in einer knappen Stunde von Heimat, Sehnsucht und vom Sterben. In der gekürzten Hörspielversion des Romans, die vom Schweizer Radio und Fernsehen produziert wurde, fühlt sich besonders gut der verstorbene Schauspieler Peter Matić als ruhiger Erzähler in das Leben des Bergmenschen Egger ein. Allen Dialogen kann man gut folgen, da der Dialekt nur leicht eingefärbt ist und die Geräuschkulisse dezent bleibt.

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