Nur der Anfang

Über die Generation Greta

Wir sind jung, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“. So hallt es seit dem vergangenen Jahr immer wieder freitags von den Plätzen und Straßen der Republik – aus dem Mund von Schülerinnen und Schülern, für die jetzt eigentlich Unterricht ist. Schulstreik.

Die junge Schwedin Greta Thunberg ist der Kristallisationspunkt und Motor einer Bewegung, die mit einem einsamen „Schulstreik“ vor dem schwedischen Parlament begann. Sie will zunächst nicht mehr und nicht weniger, als das „Klima auf der Erde zu retten“ und die drohende weitere Erderwärmung zu stoppen, was den Älteren und ihren Politikern nicht zu gelingen scheint. Ihr wird das Etikett „Generation Greta“ angeheftet.

Die Autoren des gleichnamigen Buches, der renommierte Berliner Jugendforscher Klaus Hurrelmann und der Journalist Erik Albrecht, machen kein Hehl aus ihrer Sympathie für diese Jugendbewegung und auch nicht daraus, dass sie von der jungen Generation über den aktuellen Anlass der Co2-Reduktion hinaus Großes, grundlegende gesellschaftliche Veränderungen erwarten. Sie versprechen Antwort auf die Frage, was die Generation Greta denkt und warum der Klimaprotest von „Fridays for Future“ (Freitage für die Zukunft) erst ein Anfang ist.

Während die politischen Parteien und ihre meist älteren Wählerinnen und Wähler in den starren Abläufen des politischen Betriebes gefangen zu sein scheinen, seien es die ganz Jungen, die die Zeichen der Zeit erkannt hätten. Und die Kompromisslosigkeit, mit der sie ihre Forderungen vortragen, zeige einen grundlegenden Wandel in den Generationen an. Auf eine politisch eher zurückhaltende Generation folge jetzt eine, die sich lautstark zu Wort meldet. Wer die „Generation Greta“ ernst nehme, komme nicht umhin zu denken: „Hätten wir doch früher auf sie gehört!“

Bereits seit 15 Jahren lasse sich nachweisen, so Hurrelmann und Albrecht, dass das Interesse junger Frauen an politischen Themen wächst, und seit 2002 ihre Bereitschaft, sich politisch zu engagieren. Wichtig ist den Autoren die Bereitschaft der Jungen, nicht auf Konfrontationskurs zu gehen, sondern den Schulterschluss der Generationen zu suchen. Die Abstimmung über den EU-Austritt in Großbritannien habe jungen Menschen vor Augen geführt, wie schwach ihre Position in den überalterten Gesellschaften Europas ist. Über siebzig Prozent der 18- bis 24-Jährigen hätten gegen den Brexit gestimmt, doch gegen die Mehrzahl der Älteren blieben sie ohne Chance.

Die junge Generation – nicht nur die jungen Frauen – hätten entgegen manch anderer Behauptung durchaus politisches Interesse. Sie wolle von den Parteien aber durch Themen angesprochen werden.

Die Schulpolitik bekomme durchweg schlechte Noten. Bei internationalen Vergleichen bildeten die Deutschen oft das Schlusslicht. Und alle Parteien, die nicht Umwelt und Klima in ihrem Spektrum hätten, würden nur schwer Zugang zu jungen Menschen finden. „Die Jugend wartet nicht auf die Parteien“, stellen die Autoren fest. So politisch die junge Generation auch geworden sei – die Parteien ließen sie kalt.

Auch in der Mediennutzung zeigten sich große Unterschiede zwischen den Generationen. Bei den Jungen, die mit der Nutzung digitaler Technik groß geworden seien, dominiere das Smartphone, während das klassische Fernsehen aus der Mode gekommen sei, und eine gedruckte Zeitung fassten junge Menschen oft gar nicht mehr an.

In der Generation Greta seien Frauen auch im privaten Lebensbereich längst das neue starke Geschlecht geworden. Die junge Generation trage den Namen einer jungen Frau, weil alle heutigen Tendenzen besonders stark bei den Mädchen und jungen Frauen ausgeprägt seien.

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