Wer redet, wenn „die Kirche“ redet?

Über frommes Schweigen, unfrommes Dauerreden und wohlfeile Kirchenkritik
Leerer Kirchenraum, Evangelische Bugenhagenkirche, Hannover-Südstadt (April 2020).
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Leerer Kirchenraum, Evangelische Bugenhagenkirche, Hannover-Südstadt (April 2020).

Vor Pfingsten wurde das Verhalten der Kirche in den Monaten seit Beginn der Corona-Pandemie heftig kritisiert. Die systematische Theologin und Gemeindepfarrerin Heike Springhart hält klar dagegen. Man könne alles behaupten, nur nicht, dass die Kirche geschwiegen hätte.

„Frommes Schweigen“ – so betitelt die ZEIT den Leitartikel ihrer Pfingstausgabe. Schon vorher hatte die ehemalige thüringische Ministerpräsidentin und Pfarrerin Lieberknecht in der „Welt“ vom „Versagen der Kirche“ gesprochen und aus der Zunft der wissenschaftlichen Theologen sind sowohl in zeitzeichen (Ulrich Körtner)[1] als auch in idea (Günter Thomas)[2] die Vorwürfe zu lesen, die Kirchen haben geschwiegen oder hätten allenfalls gesagt, was alle anderen auch gesagt hätten.

Im Schatten des Schweige-Vorwurfs werden dann munter die Aspekte der vermeintlichen Sprachlosigkeit und der (nicht mehr vorhandenen) Systemrelevanz der Kirche mit verhandelt. Man hätte sich gewünscht, dass man (die Kirche? die EKD? der Ratsvorsitzende?) „das Banner des Evangeliums verwegener hochgehalten hätte“ (Thomas, idea), dass es ein „gemeinsames Wort aller Bischöfe und Präsides der EKD“ gegeben hätte (Thomas, idea), dass „unsere Kirchenoberen ... etwas vom Innersten des Glaubens her sagen“ (Löwe, FAZ)[3]. Stattdessen hätte sich die Kirche in der Krise „kleingemacht“ (Finger, ZEIT).

Worum geht es hier eigentlich?

Als Gemeindepfarrerin und systematische Theologin reibe ich mir verwundert die Augen. Worum geht es hier eigentlich? Dass es schon am 20.03.2020 ein gemeinsames Wort der katholischen, evangelischen und orthodoxen Kirchen in Deutschland gegeben hat, wird den Autoren wohl kaum entgangen sein[4], ebenso wenig die Zusammenstellung von Statements der Leitenden Geistlichen aller Gliedkirchen auf der Seite der EKD.[5] Dazu unzählige Stellungnahmen, geistliche Worte, Videobotschaften, Briefe an die innerkirchliche Öffentlichkeit, lange Zeitungsartikel in Lokalzeitungen der Bischöfe zu Ostern und Pfingsten, tägliche Videobotschaften des Ratsvorsitzenden aus dem Englischen Garten in München auf Facebook. Wer bischöfliche Worte hören wollte, konnte sie geradezu im Übermaß vernehmen.

Zum Narrativ der Kritik gehört die rhetorische Schleife, dass das Engagement von Pfarrerinnen und Seelsorgern an der „Basis“ durchaus gewürdigt werden konnte. Man wirft den Bischofspersonen Schweigen vor und wertet dies dann als Schweigen der Kirche. Das ist nicht nur ein Schlag ins Gesicht von allen, die das Amt der öffentlichen Wortverkündigung haben, und das sind ja nicht nur Bischöfinnen und Bischöfe, es ist auch und vor allem ekklesiologisch und kirchentheoretisch unterbestimmt.

Wer redet, wenn die Kirche redet?

Das Wort der Kirche wird in verschiedenen Worten und in verschiedenen Öffentlichkeiten hörbar. Ob auf der Dorfkanzel, im landeskirchlich zentral gestreamten Gottesdienst mit bischöflicher Beteiligung oder in der Talkshow – es handelt sich immer um öffentliches Reden. Die Lautstärken sind unterschiedlich, weil die Grade von Öffentlichkeit unterschiedlich sind.

In den vergangenen gut drei Monaten war die Kirche in ihren verschiedenen Öffentlichkeiten weitaus deutlicher vernehmbar als vorher und hat vermutlich mehr Menschen erreicht als in Nicht-Corona-Zeiten. Seit Mitte März, als die öffentliche Feier analoger Präsenzgottesdienste nicht mehr möglich war, setzte eine Flut von live gestreamten Gottesdiensten und unzähligen täglichen Videogrüßen aus Kirchen, Büros und Pfarrhausbalkonen ein, die manch eine fragen ließ, ob nicht eher Schweigen das Gebot der Stunde sei.[6] Neben den digitalen Aktivismus trat in den Gemeinden die Frage: Wie erreichen wir jetzt, unter diesen Bedingungen, die Menschen? Die Corona-Krise hat dieser ekklesiologisch und kirchentheoretisch grundlegenden Frage einen konstruktiven Schub verliehen. Wir haben neu sehen und gestalten gelernt, dass die Gemeinde größer ist als die Gottesdienstgemeinde, aber auch größer als die digital erreichbare Gemeinde.

Kirche ist aus ihren Mauern herausgegangen, an vielen Orten wurden Trostworte und „Andachten to go“ auf Wäscheleinen an die Kirchen gehängt. Pfarrerinnen und Pfarrer schrieben Briefe an die älteren Gemeindeglieder und an die Konfirmanden, an Trauerfamilien und Geburtstagskinder. Neue und partizipative Formen der Kommunikation in der Gemeinde wurden entwickelt – von mit Straßenkreide auf die Straße geschriebenen Bibelversen bis hin zur Organisation von Nachbarschaftshilfe, Telefonketten und inzwischen auch wieder Gottesdiensten im Freien, Konfirmationen im privaten Garten und das Posaunenblasen vor den Pflegeheimen. Die Entwicklung von Video-Gottesdienst-Formaten hat den Blick neu darauf gelenkt, in welchem Format das Evangelium angemessen kommuniziert werden kann.

Das ist keine neue Frage, aber da phasenweise nichts so geschehen konnte „wie immer“, wurde neuer Raum für kreative Experimentierfreude geschaffen. Dabei ist auch deutlich geworden, dass es ein Nebeneinander und eine Vielfalt von Kommunikations- und Gottesdienstformen braucht. Mit den digitalen Angeboten werden einerseits Menschen erreicht und interessiert, die sich vorher nicht über die Schwelle der Kirche gewagt hätten oder denen das unmöglich war, zugleich sind auch diese Angebote längst nicht für alle zugänglich. Die Frage nach der materialen Leiblichkeit und der Bedeutung der physisch erlebbaren Gemeinschaft liegt deutlicher auf dem Tisch, nicht nur im Blick auf die Feier des Abendmahls. Für die Zeit nach Corona wird es viel zu reflektieren geben über die Frage, welche Formen bleiben sollen und über die Herausforderung, den weiten Blick auf die ganze Gemeinde und Gesellschaft auch über das binnenkirchliche Milieu hinaus zu behalten.

Dabei handelt es sich schon auf der Ebene der Kirchengemeinde um verschiedene Öffentlichkeiten – die digital erreichbare Öffentlichkeit steht neben der Öffentlichkeit der nicht selten betagten, traditionell orientierten Gottesdienstgemeinde. Die Öffentlichkeit der Schulgemeinschaft steht neben der Öffentlichkeit der Stadt oder des Dorfes, deren Teil eine konkrete Gemeinde ist usw. Zugleich waren die Türen des Kirchraums offener denn je und sind es immer noch täglich. In vielen Gemeinden läuten die Glocken zum Abendgebet. Beides findet anhaltend großen Anklang. Zu den Lehren aus Corona gehört auch, dass selbst in den alten Formen wie dem Gebetsläuten, in denen Kirche öffentlich laut wird, für moderne Menschen tröstliche Kraft liegt.

Auch in den Pflegeheimen und Kliniken geschah Seelsorge trotz eingeschränkter Möglichkeiten, dennoch sind Menschen einsam gestorben. Die Ungeduld darüber, dass Menschen in den Kliniken und Pflegeheimen zeitweise weder von Seelsorgerinnen und Seelsorgern noch von Angehörigen besucht werden konnten, wurde von den Verantwortlichen durchaus zum Ausdruck gebracht, wenn auch nicht immer öffentlich vernehmbar.

Unterschiedliche Öffentlichkeiten

Dies alles zeigt: Öffentliches kirchliches Reden geschieht in unterschiedlichen Öffentlichkeiten, auf unterschiedlichen Ebenen und in den Dimensionen von Bildung, Seelsorge, Verkündigung und Diakonie. Die Repräsentanz der Kirche als Institution geschieht in besonderer Weise durch ihre gewählten leitenden Geistlichen, denen mit dem Amt auch die Aufgabe zukommt, stellvertretend für die ganze (Landes-)Kirche zu sprechen. Ein zentrales Lehramt haben diese jedoch nicht. Vielmehr geschieht auch diese Repräsentanz an unterschiedlichen Schnittstellen, von denen die medial präsente in Talkshows und Zeitungsinterviews nur eine ist. Dazu gehören auch die Gespräche, die gerade wegen ihrer eingeschränkten Öffentlichkeit öffentlichkeitswirksame Folgen versprechen, wie die vertraulichen Verhandlungen mit den Landesregierungen über die konkreten Folgen und mögliche Lockerungen der Corona bedingten Einschränkungen. Dazu gehören auch Memoranden wie das des badischen Landesbischofs Jochen Cornelius-Bundschuh und des Heidelberger Gerontologen Andreas Kruse zur Frage einer differenzierten Wahrnehmung der sogenannten Risikogruppen anstelle einer pauschalen Etikettierung von Menschen nur aufgrund ihres Lebensalters.[7] Auch hier hat die Kirche geredet. Sie war und ist weder sprachlos noch stumm.

Dass die Kritik am vermeintlichen „Schweigen der Kirche“ genau von den Theologen kommt, die sonst laut kritisieren, dass sich die Kirche (dann meist: die EKD) zu weitgehend in die politischen Debatten einmischt, ist ein weiterer irritierender Aspekt. Sollte sich dahinter der Streit darum verbergen, was Öffentliche Theologie ist und wer am Ende die Deutungsmacht über die relevanten Fragen des Lebens und Glaubens hat: die Kirche oder die wissenschaftliche Theologie? Kirche und wissenschaftliche Theologie sind unlösbar aufeinander bezogen. Kirchliche Entscheidungen müssen theologisch begründet sein, aber auch das gilt: Wer aus der Sicht wissenschaftlicher Theologie über Prozesse des kirchlichen Handelns redet, muss die Breite kirchlicher Wirklichkeit, Strukturen und auch Öffentlichkeiten zur Kenntnis nehmen.

Das öffentliche Wort der Kirche im Sinne einer Stellungnahme der EKD ist vor allem (wenn auch nicht ausschließlich) sinnvoll, wenn es um ethische Orientierung in politischen Entscheidungsprozessen geht, z.B. in Fragen der Sterbehilfe, von Krieg und Frieden und sozialer Gerechtigkeit. Es hat dann Kraft, wenn es theologisch differenziert durchdrungen, gründlich erarbeitet und mit der zeitlichen und sachlichen Distanz verfasst ist, die neue Freiräume der Reflexion schafft.

Die (un-)heimliche Sehnsucht nach dem Oberhirten

COVID-19 stellt uns alle vor die Situation, dass wir auf eine bislang unwägbare Situation reagieren. Vieles, was sonst im Großen und im Kleinen im Bereich des Planbaren liegt, lässt sich heute realistischerweise nicht planen.

Dass in dieser Situation der allgemeinen Verunsicherung die Sehnsucht nach der einen, verbindlichen Stimme ex cathedra groß ist, die jetzt das eine orientierende Wort spricht, mag verständlich sein. Dem protestantischen Kirchenverständnis angemessen ist es jedoch nicht.

Dass es in der breiten Öffentlichkeit diese Sehnsucht gibt, ist weniger irritierend als die Tatsache, dass auch unter gebildeten Protestanten und anscheinend auch in der wissenschaftlichen Theologie die Sehnsucht nach der Eindeutigkeit eines kirchlichen Lehramts wach wird. Theologie als kritische Selbstprüfung der Kirche und als Dienst[8] aber verballhornt sich selbst, wenn sie zwischen pastoraler Verkündigung in der Gemeinde (als „Basis“ verstanden) und bischöflichen Verlautbarungen so unterscheidet, dass das ein nettes Kleinerlei ist und das andere „die Kirche“.

Kirche im evangelischen Sinn zeichnet sich durch die Vielstimmigkeit ihrer Glieder aus, die ihre Einheit der gemeinsamen Bezogenheit des Leibes Christi auf ihr Haupt verdankt. Damit entstehen Räume der Experimentierfreude und der Klage, Räume des Redens und des Schweigens, Räume des Hörens und des Planens und Räume für das, was der Geist Gottes an Überraschendem bereithält. Vor allem aber entsteht eine geschwisterlich orientierte Kirche, die darum weiß, dass die Ämter in der Kirche einander und der gemeinsamen Sache dienen, wie es schon in These IV der Barmer Theologischen Erklärung steht: „Die verschiedenen Ämter in der Kirche begründen keine Herrschaft der einen über die anderen, sondern die Ausübung des der ganzen Gemeinde anvertrauten und befohlenen Dienstes.
Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne und dürfe sich die Kirche abseits von diesem Dienst besondere, mit Herrschaftsbefugnissen ausgestattete Führer geben und geben lassen.“ Die zum Narrativ des gegenwärtigen Schweige-Vorwurfs gehörenden Versuche, die „Basis“ gegen „die da oben“ auszuspielen sind billiger Theo-Populismus und sehen am Kern des protestantischen Kirchenverständnisses vorbei.

Stattdessen lassen sie sich von einer Medienlogik leiten, die ein (nachvollziehbares) Interesse an einzelnen profilierten Gesichtern der Evangelischen Kirche hat. Diese gilt es aber immer nach ihrer Situationsangemessenheit zu befragen. Die Print-/Online-/Audio-/TV-Medien bilden die Schnittstelle zu unterschiedlichen Öffentlichkeiten. In genau diesen Medien hat sich in den letzten Wochen eine überdurchschnittlich hohe Zahl von Deutungs- und Orientierungsangeboten sowohl durch Pfarrerinnen und Pfarrer als auch durch leitende Geistliche gefunden – vom Gemeindebrief, über ganzseitige Worte zur Lage in regionalen Tageszeitungen bis zum gemeinsamen Wort der christlichen Kirchen im März.

Baumarkt-Narrativ und Systemrelevanz

Gebetsmühlenartig ist in diesen Tagen auch davon zu lesen, dass die Baumärkte als systemrelevanter betrachtet wurden als die Kirchen, weil die öffentliche Feier analoger Gottesdienste später möglich war als der Besuch von Baumärkten. Einmal davon abgesehen, dass nach der Baumarkt-Logik Kirchen seit Anfang der Pandemie offen waren – als Möglichkeit, individuell hineinzugehen, sich zu holen, was man braucht (Stille, Gebet, Trostwort, Orgelmusik ... ) – liegt der kategoriale Unterschied hier nicht in der Bedeutung, sondern im Nutzen. Zehn Minuten auf der Suche nach einem Farbeimer sind etwas anderes als die Versammlung einer Gemeinschaft zeitgleich über einen längeren Zeitraum, möglichst noch singend (auch das kommt außer in der Werbung in Baumärkten bekanntlich nur selten vor).

Ja, es war auffällig und durchaus irritierend, dass die Bundeskanzlerin in ihrer Fernsehansprache am 22. März weder die Kirchen noch ihre Geistlichen nannte. Dennoch ist hier weder Platz für Häme noch für Beleidigt-sein, sondern Gelassenheit trotz der damit verbundenen Kränkung.

“Systemrelevanz“ ist der Begriff der Stunde, und es ist ein funktionaler Begriff. Systemrelevant ist, was dazu beiträgt, dass der Laden läuft und das Leben reibungslos funktioniert. In dieser Hinsicht war und ist Kirche noch nie systemrelevant gewesen. Schon Soziologen wie Talcott Parsons haben die besondere Bedeutung der Religion für das gesellschaftliche System gerade darin gesehen, dass sie auch eine dem System zuwiderlaufende Dimension haben, dass sie sich also nicht ganz funktionalisieren lassen. Auch wenn es Bereiche des gesellschaftlichen Systems gibt, in denen Kirche eine bestimmte, notwendige funktionale Rolle spielt (Gesundheitssystem, Bildungssystem, Kindergärten et cetera) – ob das, was sie sagt und tut relevant ist, entzieht sich der an funktionalen Notwendigkeiten orientierten Zuschreibung.

Eine Kirche, die von den Verantwortlichen für das funktionierende gesellschaftliche System deswegen als relevant eingestuft würde, weil sie für den reibungslosen Ablauf sorgt, wäre mir suspekt. Schließlich gehört es zu ihrem Wesen, ihre tragende Logik (zumindest auch) außerhalb des Systems zu haben. Dazu kommt der Aspekt, dass die biblischen Texte meist die Menschen in den Blick nehmen, die eben nicht systemrelevant sind, sondern an den Rändern des gesellschaftlichen, politischen und religiösen Systems stehen. Gerade darin entfalten sie auch in der jetzigen Situation ihre Kraft. Ein funktionaler Religionsbegriff mag in soziologischer Hinsicht aufschlussreich und tragend sein, eine hinreichende Bestimmung der Kirche ist es nicht. Kirche ist immer auch Teil einer „counter-culture“, Sand im Getriebe und Raum für das Unvermutete.

Aus den Mauern geführt

Die letzten Wochen haben die Kirche auf allen Ebenen aus ihren Mauern herausgeführt. Sie hat das Gewohnte verlassen (müssen), auch dann, wenn das mit Risiken, Mehraufwand und Verunsicherung verbunden war. Die Kirche hat vielfältige neue Wege der Kommunikation gesucht und entwickelt, sie hat sich neue Partner gesucht und sich in den frischen, aber auch schärferen Wind auf die Kirchenvorplätze und Marktplätze gewagt. In theologischer Hinsicht haben sich Aspekte in den Vordergrund gedrängt, die bisher nur am Rande betrachtet wurden, beispielsweise eine Theologie der Vulnerabilität.

Es gab und gibt eine Explosion von Kreativität, unzählige konkrete Lebensgeschichten des Geistes und eine neue Kommunikationskultur innerhalb der Kirchen. Die Kirchen und ihre Verantwortlichen haben in einer großen Vielfalt und Unterschiedlichkeit, mit hohem Kraftaufwand und der Bereitschaft, das Unplanbare zu planen und das Unwägbare abzuwägen alles daran gesetzt, Menschen in ihren unterschiedlichen Situationen gut zu begleiten und Orientierung zu bieten. Sie haben Menschen getröstet und andere Menschen irritiert oder gar enttäuscht. Sie haben sich eingelassen darauf, dass sie wie alle anderen auch eher tastend als vollmundig deklarierend unterwegs waren.

Nur eines haben sie ganz sicher nicht: geschwiegen.

 

[1] Ulrich Körtner, Nicht mehr systemrelevant. Theologie und Kirche im Corona-Krisenmodus (https://zeitzeichen.net/node/8315).

[2] Günter Thomas, Sind die Kirchen nicht systemrelevant?, in: idea spektrum 22/2020, 16f.

[4] https://www.ekd.de/gemeinsames-wort-der-kirchen-zur-corona-krise-54220.htm.

[5] https://www.ekd.de/statements-aus-den-landeskirchen-zum-coronavirus-53966.htm.

[6] Katharina Scholl, Schweigen als Auftrag. Wider den kirchlichen Aktionismus in der Corona-Krise (https://zeitzeichen.net/node/8209).

[7] https://www.ekiba.de/html/aktuell/aktuell_u.html?&m=31&artikel=23632&cataktuell=331.

[8] Vgl. Karl Barth, Einführung in die evangelische Theologie, 16. Vorlesung: Dienst, Zürich 1962.

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Heike Springhart

Dr. Heike Springhart ist Privatdozentin für Systematische Theologie an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und Pfarrerin der Johannesgemeinde in Pforzheim in der evangelischen Landeskirche in Baden.


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