Anfang und Ende der Welt liegen im Dunkel. Wir sind Kinder des Kosmos. Gewiss ist, dass es einen physikalischen Beginn des Kosmos gab. Und gewiss ist, dass die Apokalypse kommen wird. Wir wissen nicht, wann und wie. Unser Glaube ist das große Dennoch, er vermittelt die Hoffnung, dass wir uns alle in einem guten Himmel treffen und sagen können: Alles hatte irgendwie einen Sinn.
Zwischen diesen beiden Polen, der Schöpfung und der Apokalypse, erzählt der Astrophysiker Heino Falcke die Geschichte unseres Planeten als Teil des Universums. Er doziert nicht, er erzählt wirklich: sehr persönlich, von Wanderungen, von Natureindrücken. Diese Abschweifungen, die keine sind, machen wissenschaftliche Erkenntnisse anschaulich, überlisten uns Zuhörer gelegentlich zu Einsichten, die schwer zu vermitteln sind. Die kluge, hörerfreundliche Art des Lehrens wird unterstützt durch den angenehm persönlichen Gesprächston, mit dem Frank Arnold den Text vorträgt.
Der Autor bekennt sich als Protestant. Wenn man immer weiter nach dem Urgrund des Seins frage, komme man auf Gott, auf das unverfügbare Geheimnis der Schöpfung. Alles, was jetzt existiert, entstand durch das Wort. Ohne Geburt und Tod gäbe es keine kreative Entwicklung. Alle Punkte des Kosmos bewegen sich voneinander weg. Die Ursache für dieses Auseinanderdriften des Weltalls ist unbekannt. Eine Milliarde Jahre nach der Entstehung der Erde ist Leben auf ihr entstanden, das große Geheimnis der Wissenschaft.
Diese wunderbare Erzählung über Entstehung und Entwicklung des Universums, über das Leben der Menschheit und über die weitere Entwicklung des Kosmos vermittelt tiefe Einsichten und gipfelt in der Erkenntnis: Der Schöpfergott ist verlässlich.
Jürgen Israel
Jürgen Israel ist Publizist und beratender Mitarbeiter der "zeitzeichen"-Redaktion. Er lebt in Neuenhagen bei Berlin.