Liebhaber des Lebens

Es war Wilhelm Gräbs Grundüberzeugung, dass die Religion ein unendliches Sinnversprechen enthält, das allen Menschen gilt und von allen Menschen empfunden werden kann.

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Langer, dunkler Schatten

Welch ein Erfolg! Endlich sind sie publizistisch und intellektuell festgesetzt, die drei Verschwörer Frisch, Thomas und Körtner.

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Vom Tisch gewischt

Vom Tisch gewischt

Über den Kulturwandel in der Wissenschaft

Wenn mich nicht alles täuscht, lässt sich seit längerem ein Kulturwandel in der Wissenschaft beobachten. Als ich 1983 in München studierte, erschien zehn Minuten vor dem Professor – es handelte sich übrigens um den bekannten systematischen Theologen Wolfhart Pannenberg – im Seminarraum dessen (nebenbei bemerkt: sehr begabter) Assistent. Er entnahm aus einer schmalen Aktenmappe ein goldgelbes Staubtuch und wischte den Tisch, an dem sein Chef Platz zu nehmen pflegte. In Zeiten, in denen man noch mit Kreide an Tafeln schrieb, lag über allem, was sich in der Nähe der Wandtafeln befand (wie beispielsweise auf dem Tisch) eine dünne weiße Schicht Kreide, die sich insbesondere von dunklen Hosen unvorteilhaft abhob. Nachdem der Assistent mit dem goldgelben Staubtuch den Tisch und den davorstehenden Stuhl sorgfältig abgewischt hatte, legte er auf denselben noch die grüngebundene Textausgabe, die im Seminar diskutiert werden sollte und die Notizen des Professors. Dann verschloss er sorgfältig die schmale Ledermappe und stellte sie an die Seite. Etwas später erschien Pannenberg und nahm auf dem gründlich gereinigten Stuhl Platz. Und die Hose blieb kreidefrei.

Natürlich geht es mir bei der Anekdote nicht darum, etwas für einen einzelnen Professor oder einen Studienort Charakteristisches zu erzählen. Ich will vielmehr einen Kulturwandel illustrieren, denn ich kenne keinen einzigen Kollegen und auch keine Kollegin in einer der Berliner Universitäten, deren Assistent Tisch und Stuhl vor dem Beginn der Stunde im Seminarraum reinigt – selbst wenn weiter mit Kreide gearbeitet wird, die immer noch so herrlich staubt wie vor vierzig Jahren. Auch in Tübingen, wo ich später selbst als Assistent arbeitete, war es nicht sehr viel anders als in München, obwohl man die theologischen Gegensätze zwischen den beiden Orten durchaus kultivierte. Ich habe beispielsweise bei meiner seinerzeitigen Chefin der Kirchenhistorikerin Luise Abramowski, der ich bis heute tief dankbar für alles bin, was ich bei ihr lernen durfte, in ihrer privaten Wohnung die frisch gewaschenen Vorhänge aufgehängt und auf einer niedrigen Leiter mit ausgestreckten Armen die Reiter in die Führungsschiene zu bugsieren versucht. Bei Nachmittagseinladungen bin ich in ihrer Wohnung herumgegangen und habe den Professoren (und wenigen Professorinnen) Petit Fours zum Tee angeboten. Auch das kann man sich heutzutage schlecht als Dienstaufgabe für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vorstellen.

Andere Entscheidungswege

Den Kulturwandel in der Wissenschaft kann man nicht nur in der gewandelten Arbeitsbeziehung zwischen Professoren und Assistenten beobachten. Man kann ihn auch in den Institutionen der Wissenschaftsförderung beobachten. Vor einiger Zeit durfte ich in den Akten nachverfolgen, wie vor über vierzig Jahren der Hamburger systematische Theologe Helmut Thielicke als Gutachter in einer großen Wissenschaftsstiftung agierte. Thielicke wischte beispielsweise den Antrag eines bis heute bekannten systematischen Kollegen mit zwei Zeilen vom Tisch – er verstehe den soziologischen Jargon des Antragstellers nicht und votiere daher für Ablehnung.

Auch hier hat sich die Entscheidungskultur stark gewandelt: Die Gutachten sind länger, es schauen immer mehrere Personen, Instanzen und Begutachtungsrunden auf den Antrag und selbstverständlich begutachtet niemand Anträge auf Tagungen, an denen er selbst beteiligt ist und bewilligt sich das Geld mal eben. Da ordnet die Verwaltung eine anonyme Fremdbegutachtung an.  Auch hier hat sich die Kultur gewandelt: Ein systematisch-theologischer Antrag auf Förderung, der schon sprachlich interdisziplinäre Offenheit gegenüber der Soziologie dokumentiert, könnte in bestimmten Förderzusammenhängen sogar ein leichtes Prä bekommen gegenüber rein monodisziplinären Projekten. Aber auch nur in bestimmten Förderzusammenhängen und längst nicht in allen.

Professoren am Kopierer

Kulturwandel an vielen Stellen, die paar Beispiele reichen hoffentlich aus. Natürlich will ich damit nicht behaupten, dass dieser Kulturwandel flächendeckend alles verändert hat, was uns heute an überlieferten Universitäts- und Wissenschaftsstrukturen problematisch oder gar lächerlich erscheint. 2021 entstand die Grassroots-Initiative#IchBinHanna“ (https://ichbinhanna.wordpress.com/) als Reaktion auf ein Video des Bundesforschungsministeriums, in dem am Beispiel einer Kunstfigur namens Hanna die Karriereschritte nach den engen Befristungszeiträumen erklärt wurden, die das Wissenschaftszeitvertragsgesetz gesetzlich normiert hatte. In den Stellungnahmen, Tweets und Veröffentlichungen der Initiative wurden verschiedenste prekäre Arbeitsverhältnisse herausragender junger Talente öffentlich. Der Vorwurf, hier würden unter dem Vorwand verlässlicher Karrierewege Dauerstellen für Minderbegabte gefordert, die sich im Kampf um die Professuren nicht durchsetzen können, trifft gewiss nicht zu: So hat beispielsweise eine der Protagonistinnen der Initiative, die Stuttgarter Philosophieprofessorin Amrei Bahr, eine kluge Untersuchung über die moralischen Rechte von Urheberinnen und Urhebern an ihren geistigen Schöpfungen veröffentlicht. Natürlich will ich auch nicht behaupten, dass jede Berufung, jede Förderentscheidung und jede Ablehnung eines Aufsatzes über alle Zweifel erhaben ist, weil sich da und dort die Kultur gewandelt hat. Aber man kann gegen Berufungsverfahren klagen, Förderanträge anderswo vorlegen und Aufsätze in einer weiteren Zeitschrift einreichen.

Ich blicke bald auf dreißig Jahre Tätigkeit als Professor in deutschen Universitäten zurück und beobachte den Kulturwandel natürlich auch an mir selbst. Wenn man einmal in den Vereinigten Staaten in einer Institution gesehen hat, dass dort überall Kopierer stehen, die für eine Kopie kein Entgelt von denen verlangen, die kopieren und da selbstverständlich auch die Professoren kopieren, kommt man sich plötzlich komisch vor, wenn man eine studentische Hilfskraft um Kopien bittet. Wenn man einmal das Glück hatte, durch den Zugang zu der digitalen Bibliothek einer großen englischen Universität alle wichtigen Zeitschriften und viele Bücher auf dem heimischen Bildschirm vorzufinden, mag man niemand mehr in die Bibliothek schicken. Mit besonderem Vergnügen erinnere mich an die Gespräche mit dem irischen Antike-Historiker Peter Brown, wenn wir in der Firestone Library der Princeton University nach den Plätzen der Signaturen der Bücher suchten, die wir jeweils entleihen wollten. Diesen wenig hierarchischen angelsächsischen Stil habe ich in den letzten Jahren mehr und mehr schätzen gelernt.

Departments statt Lehrstühle

Wenn mich nicht alles täuscht, wird der Kulturwandel weiter gehen. Es gibt ja nicht nur „#IchBinHanna“. Die Junge Akademie, eine gemeinsame Einrichtung der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Leopoldina, hat vor einiger Zeit gefragt, ob wir nicht anstelle des Lehrstuhlprinzips mit seinen Assistierenden besser auf Departements nach amerikanischen Vorbild setzen sollten, in denen jüngere Forschende schon sehr früh auf selbständige Stellen kommen und keinem Chef bzw. keiner Chefin mehr abhängig zuarbeiten müssen (https://www.diejungeakademie.de/de/publikationen/departments-statt-lehrstuhle-moderne-personalstruk). Das Konzept ist umstritten und eignet sich vielleicht auch nicht für jedes Fach und jede Universität. Aber mindestens das Philosophische Institut der Humboldt Universität zu Berlin war so begeistert davon, dass man gleich umsetzen wollte – die Professorinnen und Professoren wollten also freiwillig auf ihre Assistierenden verzichten. Wieder ein Zeichen eines Kulturwandels.

Und wie ist das nun in den Theologischen Fakultäten hierzulande? Als Beteiligter und Betroffener sollte man vorsichtig mit allzu überzeugten und gar noch generalisierenden Urteilen sein. Ich kenne, wie gesagt, niemanden, der mit dem Staubtuch die Tische für die jeweiligen Chefs wischen muss. Das spricht für allerlei Kulturwandel. Allerdings frage ich mich manchmal, warum bestimmte theologische Kontroversen aus der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts in den letzten Jahren mit einer persönlichen Härte aufbrechen, die angesichts des geringen inhaltlichen Neuigkeitswertes wirklich nicht notwendig wäre. Das spricht gegen allzuviel Kulturwandel. Vielleicht kann man angesichts des vielspältigen Befundes – „vielspältig“ ist übrigens eine von Goethe verwendete, schöne Begriffsprägung, die der Münchner Systematiker Trutz Rendtorff erneut aufgegriffen hat – so schließen: Die anstehenden Umstrukturierungen der Theologischen Fakultäten und sonstigen Ausbildungseinrichtungen werden noch deutlicher erweisen, wie stark die Theologie an dem augenblicklichen Kulturwandel Anteil hat. Ich bin allerdings schon jetzt ziemlich überzeugt davon, dass ein Fach, dass sich diesem Kulturwandel entziehen wollte, wenig attraktiv für Forschende wie Studierende wäre.

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Weitere Beiträge zu "Theologie"

Bedenkliche Bilder

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Welchen Standards folgt die „Standardtheologie“ von Körtner, Thomas und Frisch?
Foto: Asmus Henkel

Die kirchlichen Pläne zum Klimaschutz treffen immer wieder auf die Kritik von drei evangelischen Theologen, die auch auf zeitzeichen.net nachzulesen ist. Doch die Bilder und Formulierungen, die Ulrich H.J. Körtner, Günter Thomas und Ralf Frisch benutzten, seien bedenklich und stellten Fragen nach ihrer politischen Agenda, meint Constantin Gröhn, Theologischer Referent beim Kirchenkreis Hamburg-Ost.

Während der Weltkirchenrat im vergangenen Jahr so dringlich wie noch nie zuvor vor einem unbewohnbaren Planeten warnte, scheint es so, als ob einige evangelische Ethikprofessoren nicht die Erderwärmung, sondern die Klimabewegung und die „Gesetzlichkeit“ kirchlichen Klimaschutzes als Gefahr identifizieren würden. Nach dem EKD-Beschluss zum freiwilligen Tempolimit der Synode im November warnte Günter Thomas, Professor für Systematische Theologie, Ethik und Fundamentaltheologie an der Ruhr-Universität Bochum, in einem Interview mit der Tageszeitung DIE WELT vor „moralischen Rasern“, welche Radikalisierung vorantreiben würden.

Zum Jahreswechsel meinte nun aber auch Ulrich H. J. Körtner, Professor für Systematische Theologie in Wien, eine „Tendenz zu einem sektenhaften Reinheits- und Heiligkeitsideal“ in der EKD zu erkennen. Genau wie Thomas sieht er einen linken Flügel der Reformation am Werk. Nach seinem selbst zitierten „zeitzeichen“-Artikel von 2019 würde sich diese „in der EKD und ihren Gliedkirchen sich breitmachende Sektenmentalität“ in Mustern äußern, die wir aus der Religionssoziologie kennen würden. Um dies zu belegen, greift der Professor auf die gut 100 Jahre alte Typologie des 1923 verstorbenen Theologen Ernst Troeltsch zurück. In einer staatskritischen Zurückhaltung gegenüber „Gewalt, Eid, Krieg, Blut und Todesstrafe“, aber auch gegenüber „Amt“ oder „Recht“ sieht Körtner das Pendant zu den heutigen Verlautbarungen kirchlicher Funktionsträger. Lässt man sich auf Körtners Rahmung und Prämisse ein, könnte man ihm zunächst entgegen halten, dass auch Troeltsch in seinem Konzept der elastisch gemachten Volkskirche explizit die Aufnahme von Elementen der Sekte und der Mystik befürwortet.[1]

Körtner aber meint nicht nur das Sektenhafte, sondern auch die Neigung zu „gesinnungsethischen Positionen“ – „von der Friedens- und Sicherheitspolitik über Migrations- und Flüchtlingspolitik bis hin zum Klimaschutz“ – auf dem Vormarsch durch die EKD zu beobachten.  Tatsächlich aber scheint mir der Fall genau umgekehrt zu sein. Während die EKD-Synode sich um verantwortungsethisches Handeln müht, mit differenzierten Klimaschutzplänen und damit einhergehenden vielfältigen Diskussionen, scheinen – wenn auch unterschiedlich stark – manche evangelischen Professoren der Fachgebiete Ethik und Dogmatik steuerungspolitisches Handeln, das auch Vorgaben beinhalten muss, eher als unevangelisch oder gesetzlich abzulehnen. Überhaupt finden sich in der derzeitigen evangelischen Ethik kaum umfassende Entwürfe, welche der Erderwärmung die Aufmerksamkeit widmen, die ihr politisch und gesellschaftlich zukommt. Detailfragen sogenannter Materialethik scheinen aus der Mode gekommen, dafür sieht man sich, so der Eindruck, in der Systematischen Theologie vor allem in der „Fundamentaltheologie“ zuhause.

Theologische Besserwisserei

In eher grundsätzlicher Manier bedenken Professoren wie Körtner oder Thomas das kirchliche Klimaschutzhandeln als gesinnungsethische Fehlentwicklung. Dabei scheinen in Körtners Beiträgen kulturkritische Ansichten mit einer Art theologischer Besserwisserei zu verschwimmen. Äußern tut sich dies etwa in negativ konnotierten Kampfbegriffen wie „Klimareligion“, welche als Sprachfigur – trotz aller anders lautenden Beteuerungen – naturwissenschaftliche Grundlagen des Klimawandels, aber auch Bildung für nachhaltige Entwicklung in die Ecke eines neumodischen Aberglaubens rückt. Kennzeichen ist aber auch ein Habitus, der genau zu wissen meint, was „reines“ und „lauteres“ Evangelium und was „gesetzlich“ sei. Kritisch äußerte sich dazu bereits Eberhard Pausch in seiner Replik „Wider die dogmatische Wahrheitsemphase“.  

Wenn Ulrich H. J. Körtner behauptet, dass die EKD sich „in den Fallstricken einer neuen Gesetzlichkeit“ verheddere, „die sich um Tempolimits für kirchliches Personal und Photovoltaik auf Kirchendächern drehe“ und dabei das „Evangelium“ mit einem „neuen Gesetz“ verwechseln würde, müsste er zunächst einmal aufzeigen, ob und wie hier steuerungspolitisches Handeln tatsächlich mit „Heilserwartung“ einhergeht. Ohne Argumentation und Belege bleibt diese These eine polemische Behauptung. Dass sich die kirchlichen Verantwortlichen der Vorläufigkeit ihres Handels durchaus bewusst sind, erscheint dagegen sehr viel naheliegender. Ausdruck findet dies auch ganz pragmatisch darin, dass Klimaschutzpläne, seien sie von der EKD, von den Landeskirchen, den Kirchenkreisen, einzelnen Einrichtungen oder Gemeinden, regelmäßig überprüft und nachgebessert werden. Die EKD-Klimaschutzrichtlinie bietet lediglich dafür einen Rahmen.

Schließlich ist es unsere gesellschaftliche Verantwortung, einen möglichst großen Teil der als wirkungsvoll identifizierten Maßnahmen zur Eindämmung der Klimakrise (im Vorletzten unserer Wirklichkeit) umzusetzen, wie auch „zeitzeichen“-Redakteur Stephan Kosch herausstellte. Dabei sind wir nur eine von vielen Organisationen, die dieser vom Bundesverfassungsgericht bestätigten Verpflichtung nachkommen müssen. Noch können wir angesichts der sich verschärfenden Krise den Weg zur Treibhausgasneutralität selbstbestimmt und damit auch glaubwürdig gehen.

Herausforderung evident

Der Beschluss zum Tempolimit ist daher auch nicht isoliert zu betrachten, sondern als ein ergänzendes Angebot und zugleich ein öffentliches Signal. Wenn ein Beschluss einzelne kirchliche Mitarbeitende in ihrer Freiheit zur Selbstbeschränkung bestärkt, indem sie mit einem frei gewählten Tempolimit aus eigenen Stücken tätig werden, ist dies auch ein Zeichen evangelischer Freiheit und Identität. Sie sind frei, sich diese Selbstverpflichtung aufzuerlegen. Die November-Synode der EKD erinnerte auf diese Weise in einem verantwortungsethischen Rahmen an die Glaubensdimension des eigenen Handelns.

Denn die Herausforderung ist evident: Wenn sich bereits bei 1,2 Grad Erderwärmung überall auf der Welt Brände und Überschwemmungen häufen, was geschieht bei zwei oder drei Grad? Wie wird die Welt dann aussehen? Untätigkeit kann hier nicht die Antwort sein und auch nicht Resignation. Ein allumfassendes Schlaraffenland auf Erden wird es nicht geben. Deswegen können auch und vor allem auf der lokalen Ebene Antworten gefunden und Maßnahmen umgesetzt werden. In der Corona-Krise lernten wir, wie wichtig konsequentes, regionales Handeln in globalen Krisen ist. Und daran anknüpfend, und hier ist eine theologische Diskussion notwendig. Es stellt sich die Frage, was Evangelium, Freiheit und Hoffnung in der Klimakrise bedeuten. Hoffnung jedenfalls entsteht auch durch Handeln, Hoffnung lässt sich erden.

Dass Professoren der evangelischen Theologie in populärwissenschaftlichen Artikeln immer wieder und oft pauschal und abwertend die Klimabewegung kritisieren, lässt sich aufgrund der Vielzahl der diesbezüglichen Veröffentlichungen ohne politische Agenda der Akteure m. E. kaum noch nachvollziehen. Die Bilder und Formulierungen, die hier zur Sprache kommen, sind bedenklich. So schreibt beispielsweise der evangelische Ethikprofessor Ralf Frisch von einer „neuheidnischen Naturreligion“, die ein „Feind“ des Christentums sei,[2] und die sich als Krankheitserreger und Virus „der genetischen Logistik seines Wirts bedient und diese umkonfiguriert, um diesen Wirt von innen heraus zu schädigen und sogar zu zerstören“. Das Pendant dieser Übertragung eines Krankheitserregers auf eine „Fremdreligion“ hat antisemitische Tradition und findet sich etwa in Hitlers Übertragung vom Pest-Bazillus auf das Judentum (vgl. dazu die Verse 41-54 des Auszugs).

"Feind des Lebens"

Sein Kollege Günter Thomas, dem Frisch in seiner jüngsten Buchveröffentlichung „Widerstand und Versuchung“ für dessen unermüdliche Inspiration dankt, bot in seinem auf zeitzeichen.net in drei zeitlich versetzten Teilen veröffentlichten Aufsatz „Jenseits von Eden und Blühwiesenromantik“ dafür eine Grundlage. Am Beispiel des Coronavirus würde sich zeigen: Gott sei zugunsten „heilvoll gelingenden Lebens“ ein „Feind manchen biologischen Lebens“. Diesen Beitrag bestärkten und verteidigten sowohl Ralf Frisch als auch Ulrich H. J. Körtner. Bereits wenige Monate zuvor fand sich die Bewertung von wertvollem und weniger wertvollem Leben ebenso in einem Beitrag mit dem assoziationsreichen Titel „Vom Mut zur Wut“: „Ist Gott ein Freund des Lebens? Hoffentlich nicht! Wer so denkt, macht ihn zum Dämon. Gott ist auch ein Feind des Lebens – des bedrohenden und chaotischen, als Nacht und Zerstörung hereinbrechenden Lebens.“ Und auch dort wurde nicht auf den Euthanasieerlass verwiesen und darauf, wie in der NS-Ideologie der Wert eines Lebens von dessen vermeintlichem Wert für die nationale Gesellschaft abhing. Das mag im Einzelfall nicht weiter auffallen, aber wenn sich immer wieder solche Sätze finden lassen, die mehrdeutig interpretierbar sind und in anderen Kontexten auf bedenkliche Weise fortentwickelt werden könnten, wirft dies schon die Frage auf: Aus welchen Quellen speisen sich diese theologischen Denkfiguren? Belege jedenfalls finden sich äußerst selten. Bestimmte Standards in der sogenannten Standardtheologie scheinen nicht mehr etabliert.

Günter Thomas, Ralf Frisch oder auch Ulrich H. J. Körtner sprechen nicht nur von der „Letzte[n] Generation“ als „endzeitlicher Sekte“ oder von „Klimaapokalyptikerinnen und Klimaapokalyptikern, die nicht aggressiv für Zwangssterilisation oder für den Suizid der Spezies plädieren“ (ich selbst musste diesen Satz auch mehrfach lesen),[3] sondern auch von der „sich in der EKD und ihren Landeskirchen breitmachenden Sektenmentalität“. Dabei sehen sie diese nicht nur religionssoziologisch gegeben, sondern spielen auch auf dogmatische (und absolute?) Rechtgläubigkeit an, als deren Hüter sie sich zu sehen scheinen. Bei Günter Thomas oder Ralf Frisch ist von „Versuchungen“ die Rede, von „ethischen Häresien“, von einem „Bonhoeffer-Nietzscheanischem Überchristentum“, von „Irrglaube“ und „Irrwegen“. Einer „neuheidnischen“ Gesetzesreligion, so mein Eindruck, will man das strahlende Licht des Evangeliums entgegenhalten. In der üblichen Fokussierung auf Abgrenzung zeigt sich aber auch eine entscheidende Schwäche dieser evangelischen Ökokritiken: sie erklären das, was ihnen bedeutsam ist, zu wenig aus sich selbst heraus. Der Konsens findet sich im Dagegensein, und es wirkt so, als bräuchte man erst diesen vermeintlich dunklen Hintergrund, um das Licht Christi leuchten zu lassen. Wo aber die Liebe fehlt, ist auch Theologie meist nur ein tönendes Erz oder schepperndes Blech. 

Wer sich von der neuen Klimareligion distanziert, trennt sich vom Heil“, schreibt Ulrich H. J. Körtner in seinem jüngsten Beitrag auf Zeitzeichen.net. Dabei wirkt die offensichtliche Anspielung auf Dietrich Bonhoeffers „Wer sich wissentlich von der Bekennenden Kirche trennt, trennt sich vom Heil“ wie die fragwürdige Ironisierung eines Satzes, mit dem Bonhoeffer in ganz anderen Zeiten die Grenze zur totalitären Ideologie des Nationalsozialismus‘ ziehen musste.[4] Es ist zudem nicht das erste Mal, dass der Wiener Professor das problematische Bild der „Klimareligion“ aufnahm. Erinnert sei an seine Aussagen von 2020, mit denen er Ralf Frischs Rede von „Klimahysterie“ und „Klimahäresie“ gerade rücken wollte: „An der Bewegung ‚Fridays for Future‘ fällt wiederum ihre Wissenschaftsgläubigkeit auf“.

Zeitliche Nähe

Bei Körtner aber wurde der Begriff „Klimareligion“ in seinem letzten Beitrag auch noch angereichert mit dem Sprachbild der Sekte. Und dieses Sprachbild wiederum erinnert mich auch an die Kampfschriften gegen die Weimarer Republik. „Es gibt nur Ein Reich, wie es nur Eine Kirche gibt. Was sonst diesen Namen beansprucht, das ist Staat, oder das ist Gemeinde oder Sekte“ zitierte der Historiker Volker Weiß den deutschen Kulturhistoriker Arthur Moeller van den Bruck.[5] In den christlichen Kreisen der „Konservativen Revolutionäre“ war solche geschichtstheologische Lesart der Weimarer Zeit populär. Die Bezugnahmen Körtners auf Ernst Troeltsch und die spätere Zitierung von Carl Schmitts Definition des Ausnahmezustands von 1922 als „phänomenologische“ Grundierung, um die EKD auf dem Weg zur Sekte darzustellen, sind zumindest auch zeitlich nah bei an dem Zitat von Moeller van den Bruck und dessen Buch „Das Dritte Reich“.

Der bis zum Sommer 2022 Beauftragte für interreligiösen Dialog der Bayerischen Landeskirche Dr. Rainer Oechslen hatte 2018 in einer kritischen Auseinandersetzung zu Ralf Frischs Islam-Polemik darauf hingewiesen, dass sich dogmatische Wahrheit nicht von den gewaltvollen Ereignissen christlicher Kirchengeschichte trennen ließe. Ethische Anliegen daher als moralisierend zu diffamieren und sich dabei geschichtlich bedenklicher Motive zu bedienen, ist eine äußerst fragwürdige theologische Entwicklung. Denn – anders als von Körtner zuletzt behauptet – verkündigte Jesus eben nicht nur die anbrechende Gottesherrschaft, sondern auch Moral.

So halte ich es in der uns kirchlich berührenden Angelegenheit „Klimaschutz und Protest“ auch lieber mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, auch wenn er das Evangelium – wenn überhaupt – mit seinem um Versöhnlichkeit bemühten Gestus nur sehr indirekt aufscheinen ließ. In seiner Weihnachtsansprache wünschte er sich, „dass die Älteren auch spät im Leben noch einmal bereit sind, sich zu verändern. Und dass die Jüngeren sich engagieren, dass sie kritisch sind – ohne der Sache des Klimaschutzes zu schaden, indem sie andere gegen sich aufbringen. Wir brauchen doch beides: den Ehrgeiz der Jungen und die Erfahrung der Alten. Denn wir alle haben doch ein gemeinsames Ziel: dass die Jüngeren nicht die ‚letzte Generation‘ sind, sondern die erste Generation einer klimafreundlichen Welt.“

 

[1] Vgl. Kristian Fechtner, Volkskirche im neuzeitlichen Christentum. Die Bedeutung Ernst Troeltschs für eine künftige praktisch-theologische Theorie der Kirche, Gütersloh 1995.

[2] Vgl. Ralf Frisch, Widerstand und Versuchung. Als Bonhoeffers Theologie die Fassung verlor, Erlangen 2022, S. 82.

[3] Ralf Frisch, Eschatologische Existenz heute. Grundzüge eines evangelischen Gegenprogramms zur moralistischen Apokalyptik des Anthropozäns, in: theologische beiträge 53. Jg. (2022), 297-312, S. 308.

[4] DBW 14, S. 676.

[5] Zitiert nach Volker Weiß, Die autoritäre Revolte. Die NEUE RECHTE und der Untergang des Abendlandes, Stuttgart 2017, S. 189.

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Constantin Gröhn

Constantin Gröhn (geboren 1976) ist theologischer Referent für Diakonie und Bildung in Hamburg. Er versucht dem Motto Ludwig Feuerbachs „Du bist, was Du isst“, immer mal wieder auf die Spur zu kommen.


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Gegen die Einheit

Gegen die Einheit

Plädoyer für ein postkonfessionelles Christentum
Foto: privat

Mein Mann ist katholisch, aber nicht mehr lange. Vorausgesetzt, er schafft es irgendwann noch mal, bei der Stadt Frankfurt einen Termin zum Kirchenaustritt zu ergattern, wird er zur evangelischen Kirche wechseln. Schließlich hat der Papst ihm das ausdrücklich empfohlen: „In Deutschland gibt es eine sehr gute evangelische Kirche. Wir brauchen nicht zwei davon“, sagte Franziskus schon vor einiger Zeit an die Adresse derer, die den traditionalistischen Kurs des Vatikans kritisieren.

Ich finde das gut. Wir sollten das Nebeneinander unterschiedlicher Konfessionen viel mehr als positiven Wettbewerb auf dem weltanschaulichen Markt verstehen, anstatt um jeden Preis die oft beschworene „Einheit des Christentums” anzustreben.

Was soll man denn mit einem wie Patriarch Kyrill von der Russisch-Orthodoxen Kirche anfangen, der Russlands imperialistische Kriegspolitik unterstützt? Dass der Ökumenegedanke bei solchen Konflikten nicht hilft, zeigt ja das peinliche Herumeiern des Ökumenischen Rates der Kirchen gegenüber Moskau. Klar kann man nebulöse „Friedenbotschaften” formulieren, die auch Wladimir Putin unterschreiben könnte. Aber man kann es auch lassen.

Spitze des Eisbergs

Warum denn nicht zugeben, dass es in existenziellen Fragen keine gemeinsame christliche Position gibt? Kyrill ist ja nur die Spitze des Eisbergs. Auch andere Kirchenführer kungeln mit Autokraten und Diktatoren. Meist sind sie – genauso wie Kyrill – offen homophob, frauen- und queerfeindlich. Viele christliche Kirchen akzeptieren immer noch ausschließlich Männer als geistliche Autoritäten. Vom Zugang zu sicheren Abtreibungsmöglichkeiten, den ich für ein Menschenrecht halte, will ich im christlichen Kosmos gar nicht reden.

Nein: Von den ethischen Positionen der Mehrzahl meiner real existierenden christlichen Glaubensgeschwister bin ich weiter entfernt als von denen vieler säkularer oder sonstwie andersgläubiger Menschen.

Deshalb gefällt mir ein Begriff, der seit einiger Zeit in der Theologie die Runde macht, und zwar der vom postkonfessionellen Christentum.

Postkonfessionell bedeutet, dass Christ*innen sich nicht nach evangelisch, katholisch, orthodox, pfingstlerisch oder sonst etwas sortieren, sondern im konkreten Miteinander von Mensch zu Mensch begegnen und dann jeweils schauen, was sie miteinander anfangen können – und was eben vielleicht auch nicht. Postkonfessionelle Christ*innen orientieren sich an der Bibel und anderen christlichen Zeugnissen, aber sie folgen dabei ihrer eigenen Überzeugung und ihrem eigenen Gewissen und richten sich nicht nach dem, was Patriarchen predigen, Synoden beschließen oder ökumenische Versammlungen in ihre Positionspapiere schreiben. Sie streiten, diskutieren, einigen sich und distanzieren sich, in einer großen Vielfalt von Positionen, und ohne jemals auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen oder den auch nur anzustreben.

Vielfalt wie zu Beginn

Solch ein pluralistisches Kirchenbild hat viele Vorteile. Wir können endlich klare inhaltliche Auseinandersetzungen führen, ohne ständig Angst haben zu müssen, anderen aufs Füßchen zu treten und so die ominöse „Einheit“ der Christenheit zu gefährden. Wir können Homophobie und Frauenfeindlichkeit bei anderen Kirchen ethisch verdammen, anstatt diese klaren Worte säkularen oder atheistischen Stimmen zu überlassen. Wir müssten, anders gesagt, nicht dauernd „mit einer christlichen Stimme“ sprechen, was ja in der Praxis nur heißt, dass von christlicher Seite zu wichtigen gesellschaftlichen Fragen einfach gar nichts Relevantes mehr gesagt wird.

Übrigens würden wir uns so auch wieder der Glaubenspraxis der frühen christlichen Gemeinden annähern. Denn es ist ein weit verbreiteter Irrtum zu glauben, es habe eine Art „Urgemeinde” gegeben, die sich später durch Schismen und ideologische Streitereien zur heutigen konfessionellen Vielfalt ausdifferenziert hätte. Das Gegenteil ist richtig: Der Variantenreichtum dessen, was Christ*innen im 2. oder 3. Jahrhundert geglaubt haben, ist für heutige Verhältnisse atemberaubend. Erst später hat sich diese Lebendigkeit in einem Gerüst aus Institutionen und Inquisitonen selbst eingesperrt.

Ein Glück, wenn das irgendwann wieder vorbei ist.

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Rüdiger Braun

Dr. Rüdiger Braun ist Wissenschaftlicher Referent der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) in Berlin.

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