Tanz den Inzi-Dance

Foto: Rolf Zöllner

Wer gegen die Regeln verstößt, muss nicht unbedingt einen Fehler machen. Das gilt für den zivilen Ungehorsam ebenso wie  für Kinder, die mit den Ungereimtheiten des deutschen Wortschatzes kämpfen und dabei manchmal auf viel  überzeugendere Lösungen kommen.

Dass in meiner Vorschulzeit die Filzstifte zurück in die Höhle mussten, weil sie dort vor dem Austrocknen geschützt sind,  fand ich total einleuchtend. Der Teufel steckte hingegen nicht im Detail und schon gar nicht der Hölle, sondern in der  Hülle, mit der er sein wahres Gesicht verbarg. Und dass nach einem Umfall Fahrräder, Autos und leider auch manchmal  Menschen auf dem Boden liegen, war für mich der traurige Lauf der Dinge. Meine Liebste biss auf Drähte, wenn es Fisch  gab, ihre Tochter streichelte hingegen zärtlich die Butter aufs Brot und musste als Schnellvertreterin im Falle eines Falles hurtig das Amt der Klassensprecherin übernehmen. Im Kino genoss die kleine Nichte Kopp-Porn, was bestimmt  spannender ist als der ewige Food-Porn in der Insta-Suppe und im Fratze-Book. Und was auf dem Boden landete, beste (mit langem e) meine Tochter mit dem Feger einfach weg.

Warum ich das erzähle? Diese Form von Sprachwitz und Kreativität könnte vielleicht auch den Erwachsenen helfen, mit  den vielen Herausforderungen der Gegenwart umzugehen. In der austrittsgeplagten Kirche sollte der Präsens die Führung übernehmen, gerne auch die, Hauptsache nicht die Vergangenheit. Die nächste Pandamie bringt uns keine Krankheit,  sondern viele süße schwarz-weiße Bären. Und statt zum Tanz auf dem Vulkan laden wir dann zum Inzi-Dance. Dann stärkt der Wirus vielleicht tatsächlich das Gemeinschaftsgefühl.

Nicht so überzeugend? Stimmt, wenn Erfaxene Kinder imitieren, droht Peinliches. Deshalb lassen wir das mit der Klolumne und stimmen ein in Gröhlemeiers Marshmelowdie: Kinder an die Macht! 

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Stephan Kosch

Stephan Kosch ist Redakteur der "zeitzeichen" und beobachtet intensiv alle Themen des nachhaltigen Wirtschaftens.


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