zeitzeichen - Evangelische Kommentare zu Religion und Gesellschaft

Wie hast du dich verändert

Acht ostdeutsche Kirchengeschichten aus den vergangenen 20 Jahren

Acht evangelische Männer und Frauen ziehen Bilanz.

Erschienen in zeitzeichen Juli 07/2009.

(Foto: privat)
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(Foto: epd/ rainer Cordes)
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(Foto: privat)
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(Foto: epd/ Rainer Cordes)
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(Foto: epd/ Norbert Neetz)
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(Foto: Diakonie Mitteldeutschland)
(Foto: Diakonie Mitteldeutschland)
(Foto: privat)
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(Foto: dpa/ Klaus Franke)
(Foto: dpa/ Klaus Franke)

Endlich nach draußen

Der Wunsch nach dem Um­bruch '89 Probleme we­niger ich-bezogen lösen zu wol­len, stieß schnell an Gren­zen, während in der DDR ei­gene Ideen schnell als "west­lich importiert" oder "in­di­vidualistisch" abgekan­zelt worden waren. "Ostkirche" ohne "Westkirche" zu denken ist hier kaum möglich.

Raus aus der Nische

Vor 1989 lebte unsere Kirche weitgehend in der ihr von den Machthabern zugewiesenen Nische. Sie hatte einen Gegner, dessen verbale Argumente oft kläglich waren. Über Nacht war dieser Gegner verloren gegangen, und die Mauern um die Nische waren gefallen.

Gottes Fügung?

Feiert mit der deutschen Einheit ein evangelisch-liberales Kulturbürgertum zugleich die staatlich verbürgte Existenzberechtigung der Kirche? Muss unter evangelischen Dächern ein am Mainstream orientierter Trend zu religiöser Innerlichkeit festgestellt werden, jenseits zivilgesellschaftlicher Aufbrüche?

Meine Kirche nicht

Die im Rahmen und in den Strukturen der EKD verfasste Kirche ist meine Kirche nicht. Die Kraft meiner Kirche ist in den Schwachen mächtig. Meine Kirche lebt und dilettiert. Zeigt sich unbeholfen, giert nicht nach öffentlicher Macht und privatem Heil.

Zurück zum Kerngeschäft?

In der DDR bot die Kirche einen Freiraum für verschiedene gesellschaftskritische Gruppen, um gemeinsam mit ihnen die Not der Gesellschaft zu wenden. Nun brauchen die se ihren Schutzraum nicht mehr, die Kirche soll sich wieder ihrem religiösen "Kerngeschäft" zuwenden.

In Atem gehalten

Wir durften uns über um­fängliche materielle und noch mehr über selbstlose personelle Hilfe freuen. Aber konzeptionelle und organisatorischen Fragen haben uns so in Atem gehalten, dass zu grundsätzlicher Neubesinnung kaum Raum blieb.

In die Irre gegangen

Eine kirchliche Antwort auf die sozialen Probleme besteht heute darin, dass Gemeinden Suppenküchen zur Verfügung stellen. Aber dadurch werden nicht Verhältnisse geschaffen, in denen Almosen unnötig sind. Stattdessen sind die EKD-Kirchen in das kapitalistische System integriert.

Kirche darf sich irren

Nie wieder war das Ansehen der Kirche in Ostdeutschland so hoch wie 1989! Doch hat die Beschäftigung mit dem eigenen Einigungsprozess, den Stellenplänen und Finanzen zu wenig Raum für die Frage gelassen, wie der Prozess der existentiellen Unsicherheit, des Existenzverlustes oder der Neuorientierung begleitet werden kann.

 

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