Anregend

Handbuch für die Praxis
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Neugierige Menschen, die Gott entdecken, Gott nahe kommen wollen, zählen auf jeden Fall zur Zielgruppe dieses Buches.

Godly Play ist ein Konzept spiritueller Bildung, das Menschen unterstützt, ihre Gottesvorstellungen und Glaubensfragen zu erkunden und mit Lebenserfahrungen zu verknüpfen. Gott im Spiel ist die Weiterentwicklung von Godly Play für den deutschsprachigen Raum. Das Handbuch für die Praxis schließt an das Grundlagenbuch von Martin Steinhäuser an, führt Gedanken weiter und macht damit die jüngere Entwicklung von Gott im Spiel deutlich. Das Buch selbst folgt mit seinen Kapiteln dem Aufbau einer Gott im Spiel-Einheit: Die Kapitel reichen vom bereit werden, über eine Geschichte erzählen und präsentieren, ergründen, die Spiel- und Kreativphase bis hin zum Fest.

Das Buch enthält erzählerische Beschreibungen von Praxiserfahrungen, Praxisberichte und Fotos, Übungen, Praxistipps, wissenschaftliche Exkurse und Anhänge - jeweils farblich unterschiedlich abgesetzt. Wichtige Grundlagen von Godly Play werden aufgegriffen und darüber hinaus wird deren Weiterentwicklung in den vergangenen Jahren deutlich. Als Leserin spürt man die Neugierde der Autorinnen und Autoren und hat den Eindruck, selbst mit in die Erkundungen hinein genommen zu werden.

Neugierige Menschen, die Gott entdecken, Gott nahe kommen wollen, zählen auf jeden Fall zur Zielgruppe dieses Buches. Es ist auch ohne Vorkenntnisse verständlich, hilfreich ist aber, zuvor einen Gott im Spiel-Kennenlerntag besucht oder sich auf der Homepage informiert zu haben. Das Handbuch ist für einen sehr breiten Leserkreis empfehlenswert. Die dargestellten Grundlagen und Praxisbeispiele sind hilfreich für die Arbeit von Erzieher/innen, Religionslehrer/innen, Gemeindepädagog/innen oder Ehrenamtliche in Kinder-, Jugend- und auch Erwachsenenarbeit, die bereits Gott im Spiel durchführen oder erste Informationen erhalten möchten.

Das Handbuch vermag jedoch ausdrücklich keine Kompetenzen für das Leiten von Gott im Spiel zu vermitteln und damit einen Erzählkurs zu ersetzen. Vielmehr bietet es einen Reflexionsrahmen. Die Übungen regen zum eigenen Nachdenken und Reflektieren an. Sie verhelfen dazu, sich eigene Situationen aus der Praxis wieder wach zu rufen und in die Reflexion einzubeziehen. Die Praxistipps sind sehr konkret, kreativ und umsetzbar und bieten neue Impulse für alle, die bereits mit Godly Play arbeiten oder arbeiten möchten.

Für Leser mit fachwissenschaftlichem Interesse sind vor allem die Weiterführung des Godly Play Ansatzes und deren Hintergründe und Forschungsbezüge interessant. Die Anschlussfähigkeit (etwa an das Theologisieren mit Kindern) und die Dynamik von Gott im Spiel wird deutlich. Als Zielgruppe von Gott im Spiel in der Praxis stehen Kinder im Alter von zwei bis zwölf Jahren im Mittelpunkt. Durchaus wird aber auch der Einsatz bei Jugendlichen, Erwachsenen, generationengemischten Gruppen und Senioren bedacht und mit dieser Vielfalt an Handlungsfeldern die Pluralitätsfähigkeit von Gott im Spiel deutlich.

Besonders praktisch ist, dass über die Beschreibung und Begründung der theoretischen Hintergründe und idealtypischen Umsetzung von Gott im Spiel auch viele Hinweise für die Praxis gegeben werden, zum Beispiel wie ein Raum als Godly-Play- Raum genutzt werden kann, wenn kein eigens eingerichteter Godly-Play-Raum vorhanden ist oder wie das Ergründen angeregt werden kann, wenn es nicht gelingt, hineinzukommen oder wie Material selbst gestaltet werden kann, wenn kein Original Godly-Play-Material vorhanden ist. Das Handbuch ist durchzogen von vielen farbigen Illustrationen. Sie veranschaulichen die Vielfalt an Einsatzmöglichkeiten und Settings, vom Ostseestrand bis zur Intensivstation. Ein lesenswertes, anregendes und praxisnahes Buch zum Vertiefen, Nachschlagen und Ideen holen.

Johanna Kallies-Bothmann

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