Eiszeit

Die Schneekönigin im Hörspiel
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66 Minuten wohltuende Träumerei für Menschen ab sechs.

Nachdem Kays Herz durch einen Eissplitter vereist ist, entführt ihn die Schneekönigin in ihren Palast. Getrieben von Hoffnung macht sich Gerda auf die Suche nach dem Freund und befreit ihn schließlich kraft ihrer Tränen. Die Schneekönigin ist eines der vielschichtigsten Märchen von Hans Christian Andersen. Das gleichnamige Hörspielmusical von Bernd Kohlhepp und Jürgen Treyz aus dem Jahr 2000 hat der Verlag nun neu herausgebracht.

Empfohlen ist die Produktion ab einem Alter von sechs Jahren. Das passt, muss aber nicht so eng gesehenen werden, denn es kann durchaus auch Älteren zu 66 Minuten wohltuender Träumerei verhelfen. Der Text wurde dem modernen Kindermund angepasst, die Geschichte etwas verträglicher gestaltet. Die Version ist leicht und mit Witz gespickt. Neben dem sprachlichen Feinsinn ist das auch Treyz zu verdanken: Mit Percussion, Klarinetten, Flöten, Violinen, Gitarren und Akkordeon erzeugt er erholsame Hörpausen, beschwingende Abwechslung und passende Stimmungen - düster metallisch, klirrend kalt, polternd markant bis heiter. Das Sprecherensemble tritt charakterstark auf: Der Erzähler führt mit angenehm sonorer Stimme durch das Abenteuer, Gerda kommt heiser und liebreizend unschuldig daher, nur von Kay wünschte man sich weniger ausgewachsene Männlichkeit, dafür mehr Varianz. Gestrichen hat Kohlhepp die Verheißung auf das Christkind: Die Rose als Kay und Gerda vereinendes Element steht bei Andersen für Natürlichkeit, Vergänglichkeit und den christlichen Glauben, die Schneekönigin für kalte Rationalität und künstliche Perfektion. Für kleine und große Ohren ein zauberhafter Hörgenuss in der Winterzeit.

Bernd Kohlhepp/Jürgen Treyz: Die Schneekönigin. Argon Verlag, Berlin 2014.

Katharina Lübke

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