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Konfirmation und Gottesdienst
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Eine Fülle guter Gedanken und kreativer Brückenschläge zwischen den Themen, die für Jugendliche relevant sind und biblischen Grundgedanken.

O Gott, am nächsten Sonntag ist auch noch Konfirmation! Und dass, wo ich doch eigentlich so viel zu tun habe …“ Viele Pfarrerinnen und Pfarrer kennen den Schrecken, den dieser Gedanke auslösen kann. Wie gut, dass man da das Rad nicht neu erfinden muss, denn es gibt nicht nur viel Material für die thematische Arbeit in der Konfirmandenzeit, sondern es gibt auch viel Material für die Gottesdienste, die diese Zeit begleiten.

Solche Gottesdienste stellen ganz andere Herausforderungen an Predigerinnen und Liturgen als der normale Sonntagsgottesdienst, und dass nicht nur, weil sie für junge Jugendliche tauglich sein, beziehungsweise sogar mit ihnen zusammen gestaltet werden müssen, sondern auch weil es Gottesdienste sind, in denen der übergroße Teil der Gemeinde sonst nicht in die Kirche geht und insofern gottesdienst-unerfahren ist. Es soll also den Jugendlichen gefallen und möglichst auch den zu diesen Anlässen hinzukommenden Erwachsenen.

Wer unter diesem Aspekt nach Predigten und Gottesdienstentwürfe sucht, findet in dem vorliegenden Band „Konfirmation“ der bekannten und bewährten Reihe „GottesdienstPraxis“ reichlich Anregungen: Das Buch enthält sechs Predigten für Gottesdienste zur Konfirmandenvorstellung, drei für „Gottesdienste von und für Konfirmandengruppen“, und zwei Drittel des Buches bestehen aus Predigten zum Konfirmationstag selbst, zwanzig an der Zahl. Die meisten der hier gesammelten Predigten können überzeugen. Sie stellen sich handfest und originell der klassischen Predigtaufgabe, die Gegenwart mit der biblischen und kirchlichen Tradition zu „versprechen“ (Ernst Lange), eignen sich aber auch gut dafür, dass Pfarrerinnen und Pfarrer sie der Situation am eigenen Ort anverwandeln. So erwarten die Rezipienten des Bandes eine Fülle guter Gedanken und kreativer Brückenschläge zwischen den Themen, die für Jugendliche relevant sind und biblischen Grundgedanken, und zwischen Zuspruch und Anspruch, den klassischen Brennpunkten der Verkündigung. Herausgeber Christian Schwarz bringt es in seiner Predigt „Freunde“ auf dem Punkt: „Die klassische Vorstellung vom Konfirmandenunterricht heißt: Jugendliche lernen, wie man sich als Christ und anständiger Mensch zu verhalten hat – was nicht ganz falsch ist … Aber für mich ist am wichtigsten, dass ihr wisst: Ihr seid Freunde und Freundinnen – von Jesus!“ Lediglich das Thema Abendmahl ist mit nur zwei eher mittelprächtigen Entwürfen etwas unterbelichtet, die zudem beide dem Gemeinschaftsaspekt wenig Raum geben. Hier hätte man sich mehr gewünscht.

Auch in diesem Band der renommierten Gütersloher Reihe finden sich einige sehr überzeugende Gebete, zum Beispiel ein sehr schön entfalteter Schlusssegen (Seite 154) und eine Umdichtung von vier Strophen des berühmten „Danke“-Liedes, die das Original durchaus übertrifft (Seite 143) – beides von Angelika Scholte-Reh.

Bemerkenswert auch die „Rede einer Konfirmandin“, in der sich die so schöne Sätze finden wie: „An Wunder zu glauben und sie überhaupt wahrzunehmen in der Welt, in der wir leben. Das macht das Leben aus“ (Seite 12).

Auf jeden Fall sollten sich aber alle Verantwortlichen für Konfirmationsgottesdienste die Seite, die unter der Rubrik „Statt eines Vorwortes“ gleich am Beginn steht, mit Hilfe der praktischerweise beigefügten CD ausdrucken. Sie enthält Ansagen, die vor dem Beginn eines Konfirmationsgottesdienstes gemacht werden sollten, zum Beispiel von einem oder einer Kirchenältesten. Da darf natürlich der Hinweis nicht fehlen: „Und noch etwas Wichtiges: Eine Toilette finden Sie im hinteren Bereich der Kirche, auf dieser Seite (zeigen).“ GottesdienstPraxis eben!

Christian Schwarz (Hg.): Konfirmation Gottesdienst-Praxis Serie B. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2015, 176 Seiten, Euro 18,99.

Reinhard Mawick

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