Ausgezeichnet

Die Geschichte einer Liebe
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Die Geschichte einer großen Liebe, einer Fernbeziehung Ende des 19. Jahrhunderts, geprägt von Loyalität und Verzicht.

Bernhard Schlink erzählt mit Olga nicht nur ein Frauenschicksal, sondern auch die Geschichte einer großen Liebe, einer Fernbeziehung Ende des 19. Jahrhunderts, geprägt von Loyalität und Verzicht. Auf unaufgeregte Weise nimmt der Schauspieler Burghart Klaußner den Hörer und die Hörerin mit in eine 354 Minuten andauernde Lesung, in Szenen und Landschaften und fühlt sich mit nuancenreicher Stimme in die Protagonisten ein.

Der Roman ist in drei Teile gegliedert, beginnend mit der verwaisten Olga, einem ruhigen, wissbegierigen Kind, das bei seiner lieblosen Großmutter in Pommern aufwächst. Und Herbert, dem rastlosen, behüteten Sohn des Gutsbesitzers, der sich vom ersten Schultag an zu ihr hingezogen fühlt. Sie ist sein Gegenpol und trotz der Standesunterschiede werden beide ein Paar. Immer wieder bricht er auf, geht als Offizier nach Deutsch-Südwestafrika, bis er 1913 dann von einer Polar-Expedition nicht mehr zurückkehrt. Olga fügt sich in ihr Schicksal und findet Erfüllung in ihrem Beruf als Lehrerin. Sie erlebt zwei Weltkriege und landet nach der Vertreibung in Westdeutschland, wo sie in einem Pfarrhaushalt als Näherin ihre Rente aufbessert. Hier beginnt der zweite Teil, in dem Olga auf Ferdinand trifft, den Pfarrersohn, der sie bis zu ihrem Tod begleiten und ihre Geschichte erzählen wird.

Im dritten Teil ist Ferdinand nun selbst Rentner und begibt sich auf Spurensuche bis nach Norwegen, wohin Olga ihrem Geliebten postlagernd geschrieben hat. Mit ihrer Erzählstimme beginnt nun der emotionsreichste Teil, der viele Fragen beantwortet und doch immer wieder eine stellt: was Liebe eigentlich erwarten, was Liebe fordern darf? Ausgezeichnet.

Angelika Hornig

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