Glückes Anfang

200 Jahre Georg Büchner
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Mutig ein Stück von Georg Büchner ziemlich wortgetreu als Hörspiel zu produzieren - einzige Aktualisierung: moderne Zwischentöne.

"Was die Leute nicht alles tun aus Müßiggang, sie verlieben, verheiraten und vermehren sich aus Müßiggang und sterben endlich aus Müßiggang ..." Langeweile und Zwangsheirat von Königskindern? Nicht besonders aktuelle Themen, die das Hörspiel "Leonce und Lena" behandelt. Mutig ein Stück von Georg Büchner ziemlich wortgetreu als Hörspiel zu produzieren - einzige Aktualisierung: moderne Zwischentöne von Klaus Sonnenburg. Büchner wurde vor 200 Jahren, am 17. Oktober 1813 geboren, Leonce und Lena erschien 1842, also nicht gerade vorgestern.

Der müde Prinz Leonce flüchtet vor seiner Hochzeit mit Prinzessin Lena. Freund Valerio begleitet ihn. Was er nicht weiß: Lena hat auch keine Lust zu heiraten. So begegnen sie sich auf der Flucht, und verlieben sich, ohne ihre wahre Identität zu kennen. König Peter bereitet derweil die Hochzeit vor. Doch das Brautpaar fehlt. Die Verliebten haben sich maskiert und Valerio stellt sie dem König Peter als "zwei weltberühmte Marionetten vor, die alle Funktionen menschlichen Lebens perfekt erfüllen könnten". Der König beschließt die Hochzeit mit den Puppen "in effigie" zu feiern. Am Ende nehmen Leonce und Lena ihre Masken ab und erkennen, dass sie ihrem Schicksal nicht entkommen konnten: Niederlage oder Sieg? Müßiggang contra phantasielose Pflichterfüllung: Hier wird es aktuell für eine Gesellschaft, die sich teilt in Menschen, die keine Arbeit haben und andere, die zu viel arbeiten.

Ein Hörspiel mit anspruchsvoller Sprache, nicht zum Nebenbei-Hören geeignet, aber zum Nachdenken über die eigenen Prioritäten zwischen Liebe und Pflicht.

Georg Büchner: Leonce und Lena. Christoph Merian Verlag, 1 CD.

Esther Gardei

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