Biblisch böhmisch

Jesuskind auf der Flucht
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Der Lohrbär-Verlag sorgt mit einer Hörbuch-Version von Preusslers Jesus-Geschichte für weihnachtliche Vorfreude.

Das kleine Gespenst, die kleine Hexe und der Räuber Hotzenplotz - alles bekannte Figuren aus Otfried Preußlers Welt. Dass sich Preußler literarisch auch dem kleinen Jesuskind gewidmet hat, ist hingegen eher unbekant, möglicherweise weil sich das 1978 erschienene Buch an Erwachsene richtet.

In diesem schickt Herodes die Galiläa-Dragoner und ein weiteres Batallion aus Jericho mit geladenen Büchsen zum Kindermord nach Bethlehem, dem die heilige Familie aber zum Glück entkommt, weil sie schon in der Lausitz ist. Herodes telegrafiert eine Depeche an den Kaiser Franz-Joseph nach Wien, der sich als guter Katholik nicht entscheiden kann, was zu tun sei, und die Sache seinen Stellvertretern nach Prag weiterleitet. Dort durchläuft - unter strenger Beobachtung Luzifers - die Angelegenheit zunächst die Stuben der kaiserlich-königlichen Beamten auf der Burg, die sich dafür entscheiden, dass es das Beste sei, wenn die Flüchtlinge die Grenze nach Böhmen gar nicht erst übertreten...

Der Lohrbär-Verlag hat nun eine Hörbuch-Version des Werkes veröffentlicht, die für weihnachtliche Vorfreude sorgt. Das liegt vor allem an Bernhard Setzwein, der mit wunderbarem bayerischen Akzent die Geschichte auf fünf CDs erzählt. Souverän und mit dem nötigen humorvollen Unterton bewältigt er Preußlers nicht gerade leicht vorzutragenden Text, verliert auch in langen Sätzen nicht den Überblick und sorgt für heimelige Stunden. Zwischendurch erklingt die Musik des "Duo De Clarinettes Basses", die gekonnt mal folkloristisch, mal lautmalerisch unterbricht und die besinnlich-heitere Stimmung unterstützt.

Otfried Preußler: Die Flucht nach Ägypten. Lohrbär-Verlag, Regensburg 2013. 5 Audio-CDs, 384 Minuten.

Stephan Kosch

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