Schätze

Gespräche mit Zeitzeugen
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Eine Auswahl von elf Radio-Gesprächen der Journalistin mit jüdischen Zeitzeugen und Zeitzeuginnen des 20. Jahrhunderts sind in diesem Hörbuch zusammengestellt - zu einer eigentümlichen Symphonie aus individuellen Lebensgeschichten.

In den Archiven der Hörfunk-Sender liegen manche Schätze, die es sich zu heben lohnt. Zu diesen Kostbarkeiten gehören auch die Interviews der RBB-Moderatorin Magdalena Kemper. Eine Auswahl von elf Radio-Gesprächen der Journalistin mit jüdischen Zeitzeugen und Zeitzeuginnen des 20. Jahrhunderts sind in diesem Hörbuch zusammengestellt - zu einer eigentümlichen Symphonie. Die individuellen Lebensgeschichten erhalten ihr Profil nicht durch Gesichter, sondern durch Stimmen. Es sind beinahe ausnahmslos ungebrochene und sehr disziplinierte Stimmen von Überlebenden. Sie erzählen nicht allein von Flucht, Emigration oder Abtauchen in den Untergrund, sondern auch von ihrer Rettung und der Einsamkeit, die der Rettung folgte.

Bei den Augen- und Ohrenzeugen der Nazi-Zeit handelt es sich um eine aussterbende Generation. Die Tondokumente haben schon aus diesem Grund einen hohen didaktischen Wert. Lebensgeschichten, die in knapp dreißig Minuten gepresst werden, müssen fragmentarisch, hier und da episodisch bleiben. Für die Auswahl entscheidet nicht zuletzt das ganz und gar nicht historiografisch korrekte Kriterium der Unterhaltsamkeit. Die intimsten Auskünfte kitzelt eben nicht der Historiker aus den Befragten heraus, sondern nur eine sensible Journalistin.

Der Reiz der Gespräche liegt in ihrem Charakter als Momentaufnahmen. Magdalena Kemper und ihre Gesprächspartnerinnen nehmen tiefe Spuren in Lebensgeschichten ins Visier. Zugleich setzen die aufgezeichneten Erinnerungsfetzen aber auch "Tonspuren" ihrer jeweiligen Gegenwart.

Magdalena Kemper: Als Kind wünschte ich mir goldene Locken. Gespräche mit Überlebenden der Shoah. DAV 2012.

Susanne Krahe

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