Pastorenspiegel

Ein kleines Handbuch
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Vom Respekt vor großen Namen lässt sich der Autor sein von wohlwollend bis schroff reichendes, immer aber nüchternes Urteil ganz ersichtlich nicht trüben. Dies macht neben der Kürze das zweite Gewürz dieses Buches aus.

In der Kürze liegt die Würze. Das gilt auch für dieses kleine Kompendium über Pfarrer in der Belletristik: Die Rollen, die diese in ihrer jeweiligen literarischen Lebenswelt spielen, werden hier kurz charakterisiert, und zwar penibel geordnet, nämlich unter der Generalperspektive des jeweiligen Autors (etwa: "Das literarische Interesse gilt oft dem Scheitern"), und noch einmal nach dem leitenden dramatischen Konflikt (wie "Da ist die Geschlechtlichkeit eine große Versuchung" oder "Da wird der Glaube zum Aberglauben").

Nicht alle Darstellungen von Pastoren finden Gnade vor den Augen Isermanns, er macht auch "indiskutable" aus, so seien "manche literarische Pastoren ... Fälle für die Polizei oder für den Psychiater", etwa solche von Ricarda Huch, Hanns Henny Jahnn und Halldor Laxness erdachte.

Vom Respekt vor großen Namen lässt sich der Autor sein von wohlwollend bis schroff reichendes, immer aber nüchternes Urteil ganz ersichtlich nicht trüben.

Dies macht neben der Kürze das zweite Gewürz dieses Buches aus, keine Spur von der Fadheit bemühter Objektivität. Gerhard Isermann, selbst Pastor im Ruhestand, ist ein kleines aber feines Handbuch von beträchtlichem Nachschlagenutzen gelungen, gar eines, in dem sich mit Vergnügen blättern lässt - und nebenbei beantwortet es die ewige Frage nach einem Besuchsmitbringsel fürs nächste Mal.

Gerhard Isermann: Helden, Zweifler, Versager. Das Pfarrerbild in der Literatur. Lutherisches Verlagshaus, Hannover 2012, 128 Seiten, Euro 16,90.

Helmut Kremers

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