Film- und Fernsehtipps

(Foto: pixelio/wrw)
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Sonntag, 12. Juni (Pfingstsonntag)

HR, 9.25 bis 9.55 Uhr

Das Sonntagsgespräch

Meinhard Schmidt-Degenhard im Gespräch mit Rabbiner Andrew Steiman

Die ersten Christen waren Juden - und die jungen christlichen Gemeinden in Jerusalem waren zunächst jüdische Splittergruppen. Pfingsten gilt in der christlichen Tradition als Geburtstag der Kirche. Wie haben sich vor zwei Jahrtausenden die ersten christlichen Gemeinden entwickelt? Was verbindet jüdische und christliche Traditionen miteinander? Hat das christliche Pfingstfest gar jüdische Wurzeln? Am Pfingstsonntag unterhält sich Meinhard Schmidt-Degenhard mit dem jüdischen Theologen Andrew Steiman, der als orthodoxer Rabbiner im Seniorenheim der Frankfurter Budge-Stiftung arbeitet.

Arte, 13.30 bis 14.00 Uhr

Philosophie: Spinoza

Vor allem für die Zuschauer, die demnächst über ihrem Philosophie-Abitur schwitzen, weicht die Sendung zwei Folgen lang vom üblichen Muster ab. Statt eines Themas stehen zwei große Philosophen im Mittelpunkt, die sich in ihrem Recht auf Darstellung und Gegendarstellung üben: zunächst Descartes, gefolgt von seinem Alter Ego und Lieblingsfeind Spinoza. Spinoza ist ein ebenso stringenter Verfechter des rationalen Denkens wie Descartes, allerdings mit wesentlichen Unterschieden, so in der Frage der Willensfreiheit, im Streben nach Transzendenz und in der Suche nach dem Lebenssinn.

Sonntag, 19. Juni

3sat, 6.45 bis 7.30 Uhr

Werte, Kultur und Geld

Die Finanzmarktkatastrophe hat eine Epoche geldtheoretischer und finanzmarktpolitischer Aufklärung eingeläutet, die die Interaktion aller Beteiligten tiefgreifend verändern wird: der Banken wie ihrer Kunden, der Unternehmer wie der Sparer und Kleinanleger, der Bonitätsklassifizierungsexperten wie der Investoren und vor allem auch der Staatshaushaltsverantwortlichen, Regierungen und Parteien. Hermann Lübbe ist Emeritus für Philosophie und Politische Theorie an der Universität Zürich und ein prominenter Analytiker der modernen Zivilisation. Er ist Mitglied in zahlreichen wissenschaftlichen Gesellschaften. Ein Vortrag im Rahmen der Tele-Akademie.

Arte, 13.30 bis 14.00 Uhr

Philosophie: Altruismus

So wie die Ferien eine Atempause von der Arbeit sind, ist das Glück nur eine Auszeit von der Verzweiflung: Man muss glücklich sein, weil das Leben eine Qual ist. Die Voraussetzung für Glück ist das ihm vorangehende Leid. Aber was wäre, wenn wir immer glücklich wären? Würden wir nach Glück streben, wenn wir uns an unserer Existenz freuen könnten, statt an ihr zu leiden? Das eigene Glück kann sich nur mit und dank dem Glück der anderen einstellen, aber wann tun wir etwas wirklich uneigennützig? Immer wieder gibt es Menschen, die sich in den Dienst anderer stellen und helfen, egal ob sie davon profitieren: wahrer Altruismus? Oder auch nur eine Suche nach dem - egoistischen - Glück? Raphaël Enthoven und sein Gast Matthieu Ricard ziehen den Buddhismus, Schopenhauer und Rousseau zu Rat.

Sonntag, 26. Juni

Arte, 9.40 bis 10.10 Uhr

Große Rollen: Julia

Wer sind Antigone, Alceste, Julia, Phädra, Figaro oder Onkel Wanja? Was bedeuten diese großen Theaterfiguren heute für uns? An welche zeitgenössische oder historische Persönlichkeit erinnern sie? Welche geschichtliche oder aktuelle Problematik erhellen sie? Und: Welche Gefühle lösen sie beim heutigen Zuschauer aus? Die Antworten auf all diese Fragen werden zeigen, wie unentbehrlich das Theater nach wie vor für das Verständnis der heutigen Gesellschaft ist. Die Dokumentationsreihe porträtiert mythische Personen aus der europäischen Dramengeschichte und befasst sich mit ihrem Fortleben im zeitgenössischen Theaterschaffen.

Die Frau die singt

In Montréal eröffnet ein Notar Jeanne (Mélissa Désourmeaux-Poulin) und ihrem Zwillingsbruder Simon (Maxim Gaudette) das Testament ihrer Mutter Nawal. Die beiden sollen zwei Briefe überbringen - an ihren tot geglaubten Vater und an ihren Bruder, von dessen Existenz sie gar nicht wussten. Jeanne macht sich auf, die Vergangenheit der Mutter zu erkunden. Eine schreckliche Geschichte: Mit 15 Jahren verliebt Nawal sich in einen palästinensischen Flüchtling und wird schwanger. Ihre christliche Familie verstößt sie, und das Kind muss ins Waisenhaus. Nawal gerät zwischen die Fronten eines Bürgerkriegs, landet im Gefängnis, wird gefoltert, vergewaltigt. Schließlich entkommt sie nach Kanada.

Schlafkrankheit

Der Arzt Ebbo leitet in Kamerun ein Hilfsprojekt zur Bekämpfung der Schlafkrankheit. Er lebt seit Jahrzehnten in Afrika, hat einen guten Draht zu den Menschen und liebt seine Arbeit. Von seiner Familie hat er sich allerdings entfremdet. Nach Jahren soll ein junger französischer Arzt Ebbos Projekt evaluieren. Alex Nzila ist selbst Schwarzer, fühlt sich jedoch in Kamerun sehr fremd, viel fremder als Ebbo, der inzwischen selbst einer Art von "Schlafkrankheit" erlegen ist. Der deutsche Regisseur Ulrich Köhler, der seine Kindheit als Sohn eines Arztes im Kongo verbracht hat, erzählt eine Geschichte, die all die vielen Bilder von Afrika, die wir haben, zu einer faszinierenden Patience legt.

Naokos Lächeln

Der achtzehnjährige Watanabe (Kenichi Matsuyama) ist von der zwei Jahre älteren Naoko (Rinko Kikuchi) gefesselt. Als sie sich an ihrem 20. Geburtstag wünscht, nicht älter als 18 oder 19 zu werden, werden die Lebensangst und Weltferne dieses Mädchens deutlich: Kurz nachdem sie zum ersten Mal miteinander geschlafen haben, zieht Naoko sich von Watanabe zurück. Während die Romanvorlage Norwegian Wood von Haruki Murakami wegen ihrer expliziten Sexualität umstritten war, wirkt Tran Anh Hungs Film eher keusch. Rinko Kikuchi hält die Geschichte einer Depression zwischen Erwartung, Versprechen und jähem Absturz bis zuletzt durch.

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