Eine Junge aus El Salavador fährt Skateboard in einer Halfpipe, die mit deutscher Entwicklungshilfe gebaut wurde. Was zunächst nach Geldverschwendung klingt, ist wohl sinnvolle Sozialarbeit in einer Stadt, die von Bürgerkriegsflüchtlingen neu gegründet wurde. Doch bei vielen anderen und teureren Projekten darf an der Sinnhaftigkeit von Entwicklungshilfe gezweifelt werden. Kritiker behaupten mittlerweile, dass sie mehr schadet als nützt und fordern ihre Abschaffung. Würde es den betroffenen Länder dann besser gehen?
"Wir sind kaum weitergekommen"
Gespräch mit dem früheren Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Kirchentagspräsidenten Erhard Eppler über fünf Jahrzehnte Entwicklungspolitik
Erhard Eppler (85) war von 1968 bis 1974 der für die Entwicklungszusammenarbeit zuständige Bundesminister, zunächst in der großen Koalition unter Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger (CDU), später dann als Mitglied des Kabinetts Willi Brandt. Auch der Regierung unter Helmut Schmidt gehörte Eppler kurz an, trat dann aber aus Protest wegen Kürzungen seines Ministeriumsetats von seinem Amt zurück. Danach engagierte der SPD-Politiker sich verstärkt in der EKD und war unter anderem von 1981 bis 1983 und von 1989 bis 1991 Präsident des Deutschen Evangelischen Kirchentages.
Warum diese Hilfe enden muss
Und weshalb das zuständige Bundesministerium aufgelöst werden soll
Nur noch in Katastrophensituationen sollten Geld und Hilfsgüter aus dem Norden in den Süden fließen, meint Rupert Neudeck, Gründer des Hilfskommittees Cap Anamur und Vorsitzender des Friedenskorps "Grünhelme". Jede andere Form der Entwicklungshilfe müsse auslaufen - zum Wohle Afrikas.
Zu kleine Rolle
Die Marginalität entwicklungspolitischen Handelns ist das Problem
Entwicklungspolitische Maßnahmen werden ständig von anderen politischen Interessen konterkariert, meint Cornelia Füllkrug-Weitzel, Direktorin von Brot für die Welt und der Diakonie-Katastrophenhilfe. Dennoch sind die Erwartungen an sie oft völlig unrealistisch.
Missionsfreie Jahreszeit
Es fehlt nicht an Hilfsprojekten in den Entwicklungsländern, sondern an ihrer Koordinierung
Zu viele Helfer, zu wenig Abstimmung untereinander - das ist seit Jahrzehnten eines der Grundprobleme der Entwicklungshilfe. Dabei sollte eigentlich spätestens seit 2005 die so genannte "Paris-Agenda" der Geberländer Abhilfe schaffen. Warum das bislang nicht gelungen ist und wie einzelne Länder des Südens dieses Problem mittlerweile selber lösen, erläutert Tillman Elliesen, Redakteur der Zeitschrift welt-sichten in Frankfurt am Main.
Grün ist nicht genug
Was die Konferenz in Rio zur nachhaltigen Entwicklung bringen sollte
Vom 20. bis 22. Juni findet in Rio de Janeiro die "Rio+20"-Konferenz statt, offiziell die UN-Konferenz über nachhaltige Entwicklung. Bereits 1992 traf sich die Staatengemeinschaft in Brasilien am gleichen Ort und leistete bei der Verknüpfung von Umweltschutz und Armutsbekämpfung Pionierarbeit. Was nach 20 Jahren davon geblieben ist, erläutert Michael Frein, Referent für Welthandel und internationale Umweltpolitik beim Evangelischen Entwicklungsdienst.
Unter einem Dach
Warum Diakonisches Werk und Evangelischer Entwicklungsdienst fusionieren
Vor fünf Jahren wurde der Zusammenschluss von Diakonischem Werk und Evangelischem Entwicklungsdienst (EED) beschlossen. Im Herbst sollen die Mitarbeiter am neuen Standort Berlin ihre Arbeit aufnehmen. Markus Dröge, Bischof der berlin-brandenburgischen Landeskirche, hat den Prozess als Vorsitzender des EED-Aufsichtsrates begleitet und erläutert die Perspektiven.
Landgrapscher
Der neue Kolonialismus
Über das "Landgrabbing" genannte Phänomen wurde schon viel geschrieben, doch ein Buch wie das von Stefano Liberti hat man bisher vergebens gesucht.
Kirche, Kanzel, Karriere
Evangelische Pfarrerinnen in Deutschland
Mit Pauken und Trompeten
Wie die Musik die Leute in die Kirchen lockt
Das Ende der Pietät?
Warum sich die Bestattungskultur dramatisch ändert
Kirche für das Volk
Was kann bewahrt, was muss verändert werden?
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