zeitzeichen - Evangelische Kommentare zu Religion und Gesellschaft
5 Mai 2012
Steter Tropfen auf heißen Stein
Was Entwicklungshilfe anrichten und bewirken kann
Foto: epd/Jutta Ulmer
Foto: epd/Jutta Ulmer

Eine Junge aus El Salavador fährt Skateboard in einer Halfpipe, die mit deutscher Entwicklungshilfe gebaut wurde. Was zunächst nach Geldverschwendung klingt, ist wohl sinnvolle Sozialarbeit in einer Stadt, die von Bürgerkriegsflüchtlingen neu gegründet wurde. Doch bei vielen anderen und teureren Projekten darf an der Sinnhaftigkeit von Entwicklungshilfe gezweifelt werden. Kritiker behaupten mittlerweile, dass sie mehr schadet als nützt und fordern ihre Abschaffung. Würde es den betroffenen Länder dann besser gehen?

Foto: dpa/Tim Brakemeier
Foto: dpa/Tim Brakemeier
Interview
Erhard Eppler

"Wir sind kaum weitergekommen"

Gespräch mit dem früheren Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Kirchentagspräsidenten Erhard Eppler über fünf Jahrzehnte Entwicklungspolitik

Erhard Eppler (85) war von 1968 bis 1974 der für die Entwicklungszusammenarbeit zuständige Bundesminister, zunächst in der großen Koalition unter Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger (CDU), später dann als Mitglied des Kabinetts Willi Brandt. Auch der Regierung unter Helmut Schmidt gehörte Eppler kurz an, trat dann aber aus Protest wegen Kürzungen seines Ministeriumsetats von seinem Amt zurück. Danach engagierte der SPD-Politiker sich verstärkt in der EKD und war unter anderem von 1981 bis 1983 und von 1989 bis 1991 Präsident des Deutschen Evangelischen Kirchentages.

Foto: epd/Thomas Lohnes
Foto: epd/Thomas Lohnes
Geschichte, Politik & Gesellschaft
Rupert Neudeck

Warum diese Hilfe enden muss

Und weshalb das zuständige Bundesministerium aufgelöst werden soll

Nur noch in Katastrophensituationen sollten Geld und Hilfsgüter aus dem Norden in den Süden fließen, meint Rupert Neudeck, Gründer des Hilfskommittees Cap Anamur und Vorsitzender des Friedenskorps "Grünhelme". Jede andere Form der Entwicklungshilfe müsse auslaufen - zum Wohle Afrikas.

Foto: Brot für die Welt/Jörg Böhling
Foto: Brot für die Welt/Jörg Böhling
Geschichte, Politik & Gesellschaft
Cornelia Füllkrug-Weitzel

Zu kleine Rolle

Die Marginalität entwicklungspolitischen Handelns ist das Problem

Entwicklungspolitische Maßnahmen werden ständig von anderen politischen Interessen konterkariert, meint Cornelia Füllkrug-Weitzel, Direktorin von Brot für die Welt und der Diakonie-Katastrophenhilfe. Dennoch sind die Erwartungen an sie oft völlig unrealistisch.

Foto: epd/Matthias Knecht
Foto: epd/Matthias Knecht
Geschichte, Politik & Gesellschaft
Tillman Elliesen

Missionsfreie Jahreszeit

Es fehlt nicht an Hilfsprojekten in den Entwicklungsländern, sondern an ihrer Koordinierung

Zu viele Helfer, zu wenig Abstimmung untereinander - das ist seit Jahrzehnten eines der Grundprobleme der Entwicklungshilfe. Dabei sollte eigentlich spätestens seit 2005 die so genannte "Paris-Agenda" der Geberländer Abhilfe schaffen. Warum das bislang nicht gelungen ist und wie einzelne Länder des Südens dieses Problem mittlerweile selber lösen, erläutert Tillman Elliesen, Redakteur der Zeitschrift welt-sichten in Frankfurt am Main.

Foto: epd/Matthias Knecht
Foto: epd/Matthias Knecht
Gechichte, Politik & Gesellschaft
Michael Frein

Grün ist nicht genug

Was die Konferenz in Rio zur nachhaltigen Entwicklung bringen sollte

Vom 20. bis 22. Juni findet in Rio de Janeiro die "Rio+20"-Konferenz statt, offiziell die UN-Konferenz über nachhaltige Entwicklung. Bereits 1992 traf sich die Staatengemeinschaft in Brasilien am gleichen Ort und leistete bei der Verknüpfung von Umweltschutz und Armutsbekämpfung Pionierarbeit. Was nach 20 Jahren davon geblieben ist, erläutert Michael Frein, Referent für Welthandel und internationale Umweltpolitik beim Evangelischen Entwicklungsdienst.

Foto: epd/Andreas Schoelzel
Foto: epd/Andreas Schoelzel
Religion & Kirche
Markus Dröge

Unter einem Dach

Warum Diakonisches Werk und Evangelischer Entwicklungsdienst fusionieren

Vor fünf Jahren wurde der Zusammenschluss von 
Diakonischem Werk und Evangelischem Entwicklungsdienst (EED) beschlossen. Im Herbst sollen die Mitarbeiter am neuen Standort Berlin ihre Arbeit aufnehmen. Markus Dröge, Bischof der berlin-brandenburgischen Landeskirche, hat den Prozess als Vorsitzender des EED-Aufsichtsrates begleitet und erläutert die Perspektiven.

Geschichte, Politik & Gesellschaft
Stephan Kosch

Landgrapscher

Der neue Kolonialismus

Über das "Landgrabbing" genannte Phänomen wurde schon viel geschrieben, doch ein Buch wie das von Stefano Liberti hat man bisher vergebens gesucht.

 
Frühere Schwerpunkte
zeitzeichen 4/2012

Kirche, Kanzel, Karriere

Evangelische Pfarrerinnen in Deutschland

zeitzeichen 3/2012

Ins Netz gegangen

Was Facebook und Co. so mächtig macht ...

zeitzeichen 2/2012

Mit Pauken und Trompeten

Wie die Musik die Leute in die Kirchen lockt

zeitzeichen 1/2012

Das Geld

Warum wir dran glauben müssen

zeitzeichen 12/2011

Die Nacht

Finsternis und Schrecken, Licht und Leben

zeitzeichen 11/2011

Das Ende der Pietät?

Warum sich die Bestattungskultur dramatisch ändert

zeitzeichen 10/2011

Kirche für das Volk

Was kann bewahrt, was muss verändert werden?

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Europa ratlos

Die EU am Scheideweg

zeitzeichen 8/2011

Weite Horizonte

Was Menschen an Inseln fasziniert

 

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