zeitzeichen - Evangelische Kommentare zu Religion und Gesellschaft

Blick ins Netz

Ich bin dann mal weg

Constanze Broelemann

Martin Luther bezeichnete es als "Ge­läuff". Der Reformator hielt nicht
viel vom Pilgern. Doch das spirituelle Wandern begeistert immer mehr
Christen - auch evangelische.

(Foto: dpa)
(Foto: dpa)

"Lauf nicht dahin, man weiß nicht, ob Sankt Jakob oder ein toter Hund daliegt", spottete Martin Luther über den Pilgerweg nach Santiago de Compostela. Das führt unweigerlich zu der Frage: Dürfen evangelische Christen eigentlich pilgern?

In einem kleinen Plädoyer listet der Praktische Theologe Pe­ter Zimmerling (Leipzig) sieben Grün­de auf, wa­rum Pilgern eine zeitgemäße Form evan­gelischer Spiritualität ist.

In einer Broschüre hat der Freundeskreis Missionarische Dienste (FMD) Impulse unter dem Titel "Evangelisch pilgern" zusammengestellt.

Für Reisende in das Heilige Land lohnt ein Blick auf die Seite evangelisch-in-jerusalem.org.  Das Pilger- und Begegnungszentrum der Kaiserin-Auguste-Victoria-Stiftung auf dem Ölberg bietet für Touristen und Pilger Möglichkeiten der Begegnung in Gespräch und/oder Gottesdienst.

Einmal quer durch das Ruhrgebiet - von Dinslaken bis Holzwickede führt der Pilgerweg durch den "Pott". Auf der Internetseite www.pilgern-im-pott.de ist die Route einsehbar. Außerdem gibt es dort eine Reihe von Links zu anderen "spirituellen Wanderwegen".

Pilgerwege von A bis Z in der ganzen Welt sind auf der Seite pilger-weg.de aufgelistet. Die Top-Pilgerwege des Christentums sind ebenso aufgeführt wie die Top-Pilger-Ziele Jerusalem, Rom und Santiago de Compostela.

Durch Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen geht es auf dem "Ökumenischen Pilgerweg". Die 450 Kilometer von Görlitz bis Vacha orientieren sich am historischen Verlauf der Via Regia.

Geschichte und Besinnung bietet auch der "Lutherweg". Er verbindet die Städte Eisleben und Wittenberg. Die Strecke führt zu zahlreichen Wirkungsstätten der Reformatoren und bietet am Rand des Weges die Möglichkeit zur Einkehr in evangelischen Kirchen.

Erst fünf Jahre alt ist der St. Jakobus-Pilgerweg Sachsen-Anhalt. Von der fränkischen Jakobusgesellschaft ging der Wunsch aus, den Weg aus Berlin nach Santiago de Compostela anzuschließen. Das Vorhaben unterstützen ortsansässige Kirchen sowie Ministerien und Vereine. Zahlreiche berühmte Kirchen beider Konfessionen liegen zur Besichtigung und Einkehr an der Stre­cke des Pilgerweges. Auf der Internetseite sind auch Emp­fehlungen für Tagestouren aufgeführt.

Auf der Seite der badischen Landeskirche www.ekiba.de sind unter dem Suchwort "Pilgern" Pilgerwege für dieses Jahr aufgeführt. Zum Beispiel die im Spätsommer stattfindende Wanderpilgerreise auf dem spanischen Jakobsweg - von den Pyrenäen bis Bourgos.

Auch auf der Seite bayern.evangelisch.de wird man unter dem Suchwort "Pilgern" fündig. Die Evangelische Kirche von Hessen und Nassau hat auf ihre Internetseite unter der Pfadfolge "Glaube", "aktiv", "pilgern" unter anderem eine Pilgerkarte für Hessen und das nördliche Rheinland-Pfalz gestellt.

Der Vollständigkeit halber muss erwähnt werden, dass 2010 das Heilige Compostelanische Jahr begangen wird. Das ist immer dann der Fall, wenn der Festtag des Heiligen Jakobus, der 25. Juli, auf einen Sonntag fällt.

 

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