zeitzeichen - Evangelische Kommentare zu Religion und Gesellschaft

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Foto: Aeternitas
Foto: Aeternitas

Internet am Grab

Einen festen und immer größeren Platz in unserem Leben hat das Internet schon eingenommen, bald könnten auch die Friedhöfe zum Surfen einladen. Dann nämlich, wenn der Siegerentwurf des diesjährigen "Grabmal-Teds" Schule macht. In der unter anderem von der Verbraucherinitiative "Aeternitas" durchgeführten Abstimmung hat der nebenstehende Entwurf den ersten Platz belegt. Die Arbeit stammt aus der Werkstatt des Kölner Steinmetz- und Bildhauermeisters Andreas Rosenkranz. Als gestalterisches Element ist ein Kreuzsymbol mit eingebettetem QR-Code eingearbeitet. Die Pixelgrafik kann mit Hilfe von Smartphones oder Tablets ausgelesen und auf individuell gestaltete Trauerwebseiten verlinkt werden.

Deutsch ist weiblich

Nun ist es amtlich, die deutsche Sprache ist weiblich! Zumindest nach Erkenntnissen der Redaktion des Duden in Mannheim. 46 Prozent der Substantive hätten den Artikel "die", teilte die Dudenredaktion anlässlich des Tags der deutschen Sprache mit. Damit läge der weibliche Artikel deutlich vor dem männlichen "der" (34 Prozent) und dem Neutrum "das", welches jedem fünften Substantiv voranstehe. Die Statistik ist Teil eines neuen 80-Seiten-Bändchens, das die Mannheimer nun herausgegeben haben. Der Titel: Unnützes Sprachwissen - Erstaunliches über unsere Sprache.

Pfad der Waldenser

Es muss nicht immer der Jakobsweg sein. Es gibt inzwischen auch viele andere kulturhistorische Wanderwege. Einer von ihnen ist der Waldenser- und Hugenottenpfad. Er hat eine Gesamtlänge von 1800 Kilometern und führt von Nordhessen über die Schweiz nach Südfrankreich und Norditalien. Die Route in Deutschland ist 800 Kilometer lang und geht von Bad Karlshafen bis zur deutsch-schweizerischen Grenze. Unterwegs gibt es immer wieder kleine Museen, die Auskunft über die Waldenser und Hugenotten geben.

Drei Religionen und eine Schule

Mit 22 Erstklässlern ist mit diesem Schuljahr die bundesweit einmalige "Drei-Religionen-Schule" in Osnabrück gestartet. Christen, Juden und Muslime sollen mit ihren Riten und Festen den Schulalltag gestalten, sagt Winfried Verburg, Leiter der Schulabteilung im katholischen Bistum Osnabrück. Die Schüler sollten dadurch ihren eigenen Glauben bewusster leben. Zudem lernten sie Achtung vor der jeweils anderen Religion. Das Bistum ist Träger der neuen Schule. Vertreter der jüdischen Gemeinde Osnabrück sowie der islamischen Landesverbände in Niedersachsen arbeiten in einem Beirat mit. Von den 22 Kindern, die eingeschult werden, sind neun katholisch, acht muslimisch, zwei jüdisch und je ein Kind ist evangelisch, orthodox und ohne Religionszugehörigkeit. Alle Kinder werden gemeinsam unterrichtet. Für die jüdischen, islamischen und christlichen Kinder wird je eigener Religionsunterricht erteilt.

Foto: dpa/Christian Bullinger/CHROMORANGE
Foto: dpa/Christian Bullinger/CHROMORANGE

Streit um das Gipfelkreuz

Bayern ist beliebt, auch bei zahlungskräftigen Touristen aus dem arabischen Ausland. Die Zahl der Besucher aus den Golfstaaten hat sich seit 2002 vervierfacht. Und so entschieden sich Tourismusexperten aus Garmisch-Patenkirchen, in einem arabischsprachigen Prospekt für die Zugspitzbahn den höchsten Berg Deutschlands so zu fotografieren, dass das Gipfelkreuz nicht zu sehen ist. Schließlich wollten die Touristen aus den heißen Ländern vor allem den Schnee sehen, hieß es. Doch die Rücksichtnahme auf religiöse Gefühle der erhofften Gäste sorgte für Ärger bei den einheimischen Kirchen. Der katholische Münchener Weihbischof Wolfgang Bischof bezeichnete die Bildauswahl als "unnötig und irreführend". Gipfelkreuze gehörten ganz selbstverständlich zu den bayerischen Bergen. "Sie zeigen die christliche Prägung unserer Gesellschaft und damit auch unserer Kulturlandschaft", so Bischof. Auch die evangelische Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler kritisierte die Fotoauswahl. Christen würden von Muslimen nur ernst genommen, wenn sie sich zu ihren Wurzeln bekennen und für ihren Glauben gerade stehen: "Mit Feigheit gewinnt man keinen Respekt", so die Regionalbischöfin in einem Kommentar für idea.

Foto: Museum
Foto: Museum

Von Tartüffeln und Kartoffelpredigern

Kartoffelprediger hießen sie im 18. Jahrhundert. Wissenschaftlich interessierte Pfarrer experimentierten mit dem Kartoffelanbau und propagierten das neue Gewächs von der Kanzel. Auch eine Kanzel als Ausstellungsexponat im Haus der brandenburgisch-preußischen Geschichte in Potsdam erzählt von der Geschichte der Kartoffel in Preußen. Unter dem Titel "König und Kartoffel" gehen die Ausstellungsmacherinnen der Kulturgeschichte der Kartoffel in Preußen auf den Grund. Sie räumen auf mit dem Gerücht, Friedrich II. habe die Kartoffel eingeführt. Er trug lediglich mit seinen Anordnungen wie den zum Beispiel original ausgestellten Kartoffelbefehlen zu ihrer Verbreitung bei. Gegessen hat sie der König nicht. Kulturgeschichtliches rund um die Kartoffel, Legenden und Mythen um Friedrich II, Interessantes zur Wirtschafts- und Agrargeschichte, aber auch über den Wandel der Ernährung erfährt der Besucher in der Schau sowie in einem umfangreichen und schön gestalteten Katalog. Die Ausstellung ist noch bis zum 28. Oktober geöffnet.

Musikkongress

Martin Luther hat sie als "beste Gottesgabe" bezeichnet, die evangelischen Kirchen sind ohne sie kaum denkbar. Doch welche Rolle wird die Musik in Zukunft spielen? Dieser Frage geht ein Kongress an der Universität Erlangen vom 25. bis zum 28. Oktober nach. Unter dem Motto "Musik in Kirche und Gemeinde" soll der Dialog zwischen Theologie und Musik verstärkt werden. Der Kongress ist eine der zentralen Veranstaltungen zum Themenjahr "Reformation und Musik".

Franckesche Stiftungen feiern 350. Geburtstag

Vor 350 Jahren gründete August Hermann Francke in Halle ein Waisenhaus, später kamen noch eine Ritterakademie und andere Einrichtungen hinzu. Bis zu 2200 Kinder wurden hier nach den Vorstellungen des Theologen und Pädagogen betreut. Heute befinden sich auf dem Gelände wieder mehr als vierzig Bildungs- und Sozialeinrichtungen. Anlässlich des Jubiläums planen die Stiftungen für das kommende Jahr eine ganzjährige kulturelle und wissenschaftliche Themenreihe. Hierbei sollen Franckes Ideen in der Gegenwart nachgegangen und die vielfältigen Wirkungen des Halleschen Pietismus aufgezeigt werden. Das Jubiläum soll auch zentraler Bestandteil des bundesweiten Themenjahres "Reformation und Toleranz" der Lutherdekade sein.

Literaturwettbewerb

Zum Evangelischen Kirchentag 2013 in Hamburg ist ein Literaturwettbewerb gestartet worden. Gesucht werden die besten Kurzgeschichten zur Kirchentagslosung "Soviel du brauchst". Veranstalter ist das "Forum Evangelischer Literaturpreis". Insgesamt werden 7000 Euro als Preisgeld vergeben, Einsendeschluss ist der 30. Januar 2013. Die Preisverleihung soll am 2. Mai 2013 während des Kirchentages in Hamburg stattfinden. Der evangelische Literaturpreis für Kurzgeschichten wurde 2010 in Hamburg gegründet.

 

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