Geschichte, Politik & Gesellschaft
Ausgabe 9 September 2010
Einfach ist nicht gleich klug
Um die Zukunft der Religionsfreiheit wird noch gestritten werden müssen
Die religiöse Pluralisierung Deutschlands, vor allem das Bestreben, den Islam mit den christlichen Konfessionen gleichzustellen, wirft viele Fragen auf. Der 68. Deutsche Juristentag wird sich ihnen unter der Überschrift "Neue Religionskonflikte und staatliche Neutralität" stellen.
Nicht gehaltene Versprechen
Die Millenniumsentwicklungsziele der Vereinten Nationen in der Diskussion
"Wenn wir versagen, werden sich die Risiken dieser Welt - Instabilität, Gewalt, Epidemien, Umweltzerstörung und unkontrolliertes Bevölkerungswachstum - vervielfachen", warnt UN-Generalsekretär Ban Ki-moon, sollten die UN-Milleniumsentwicklungsziele nicht erreicht werden.
Keine Helden
Vorbilder: Zwölf Porträts mutiger Menschen
Was bringt Menschen in einer Diktatur dazu, nicht zu Tätern oder Mitläufern zu werden, sondern Widerstand zu leisten?
Neues Verhältnis
Staat und Religion in Deutschland
Der weltanschaulich neutrale, wenngleich nicht wertneutrale Staat zeigt sich zunehmend gefordert, auch seine Voraussetzungen zu gewährleisten, besonders Freiheit und Religionsfreiheit.
Leben retten
Plädoyer für eine Kultur des Gebens
Zahlreicher Vorbilder führt der Autor als Beweis dafür an, dass eine zu einer radikalen Veränderung der eigenen Lebensweise führende Ethik des Gebens möglich und wirksam ist.
Magazin
Zeitgeschehen
Ausgabe 8 August 2010
Verstaatlichte Religion
Die Religionsverwaltung in der formal laizistischen Türkei
In der Türkei sind Staat und Religion laut Verfassung getrennt. In der Praxis verwaltet jedoch die staatliche Religionsbehörde Diyanet den Islam. Sie fühlt sich auch dem Zusammenhalt der türkischen Nation verpflichtet.
AIDS, Armut und die Pfingstler
Namibische Kirchen 20 Jahre nach der Unabhängigkeit
Auch namibische Kirchen haben zum Sieg über Rassismus und Unterdrückung durch deutsche Kolonialherrschaft und unter südafrikanischem Regime beigetragen. Heute stehen andere Themen auf der Agenda.
Der Feind aller
Das Piraten-Paradigma und der ewige Krieg
Piraten sind keine herkömmliche Straftäter: In den Blick kommt eine Figur, die sämtliche Rechtssetzungen unterläuft und die Cicero deshalb als "gemeinsamen Feind aller" definierte.
Die armen Reichen
Der Selbstbetrug der Mittelschicht
Bescheidenheit ist eine Tugend, Selbstüberschätzung nicht. Weil sich die Mittelschicht für "fast reich" hält, schützt sie die Privilegien der Vermögenselite. Zugleich sucht sie nach Kräften, sich von der Unterschicht abzugrenzen.
Im Übergang
Vormodern: Das Leben in Stufen
Auf der Basis von Autobiographien und Tagebüchern, aber auch Bildern aus dem 16. bis 18. Jahrhundert zeichnet der Historiker ein facettenreiches Bild von Lebensphasen und Übergangsriten.
Ausgabe 7 Juli 2010
Für die Scharia
Die Gülen-Bewegung gibt sich modern - und ist antiwestlich
Dialog der Kulturen oder Scharia-Islam? Die Anhänger des türkischen Predigers Fethullah Gülen übernehmen auch in Deutschland immer mehr Verantwortung in Wirtschaft, Medien und Bildung.
Tod auf dem Scheiterhaufen
1510 wurden in Berlin Brandenburger Juden nach den Regeln der Justiz umgebracht
Ein Einbruch in einer Kirche, ein Hostiendiebstahl - da mussten die Juden die Hand im Spiel haben. So dachte man vor 500 Jahren. Und daraus erwuchs das Grauen.
Gott mit uns
Religiöse Rechtfertigungen des Krieges
Wie sich die Theorie des "gerechten Krieges? seit Augustinus entwickelt hat, auf welchen biblischen und philosophischen Grundlagen er beruht und wie er im Lauf der Geschichte Europas konkret angewendet wurde, verzeichnet dieser Band.
Magazin
Zeitgeschehen
Ausgabe 6 Juni 2010
Die einen ins Töpfchen...
Gesundheitssystem: Kosteneffizienz statt Wohl der Kranken
Ärzte sind gezwungen, tagtäglich die Balance zwischen medizinischen Notwendigkeiten und ökonomischen Zwängen zu halten. Auf der Strecke bleibt dabei die Ethik des Arztes.
Odin statt Jesus
Braune Energien: Rechtsextremistische Tendenzen in der Esoterik
Esoterisches Neuheidentum gilt als schick. Die Übergänge zu rechtsextremen Ideen einer "artgemäßen" Religion der Stärke, die sich gegen ein aufgezwungenes "schwaches" Christentum richtet, sind dabei fließend.
Ein undeutliches Signal
Niebel und die deutsche Entwicklungspolitik
Entwicklungspolitik muss sich auch als Interessenpolitik verstehen. Das kann sie aber unbeschadet nur tun, wenn sie offen bleibt für die moralische Seite ihres Handelns.
Selbstkritischer Lernvorsprung
Die Zukunftsaussichten der Demokratien
Demokratien rechtfertigen die Herrschaft von Menschen über Menschen von den Betroffenen her. Es stellt sich aber die Frage, ob die Demokratie dafür den hohen Preis einer geringen Zukunftsfähigkeit zahlt.
Durch das Volk, für das Volk
Demokratisierung der Demokratie
In Deutschland und in vielen anderen OECD-Ländern gibt es seit einigen Jahren Bestrebungen zur Veränderung des Regierungssystems. Dabei haben sich immer mehr Instrumente der Bürgerbeteiligung durchgesetzt.
Immer mehr Macht für Brüssel?
Die Europäische Union muss die Herzen der Menschen erst noch gewinnen
Die Europäische Union verstößt fortwährend gegen einen Grundsatz, den sie sich selbst gegeben hat: das Subsidiaritätsprinzip.
Abwärts
Ausgehöhltes System
Mit der "Postdemokratie" sind wir in eine neue Phase eingetreten. Die Zeiten, in denen man noch die Hoffnung hegen durfte, Demokratie sei als Volksherrschaft zu verstehen, liegen hinter uns.
Afrikas Riss
Die Odyssee der Arbeitssklaven
Der renommierte italienische Journalist deckt in seinen Reportagen die Verbrechen der Schleuser auf, die Afrikas zu allem entschlossener Jugend den Himmel auf Erden in Europa versprechen.
Magazin
Zeitgeschehen
Ausgabe 5 Mai 2010
Niebels Mütze
Deutsche Entwicklungspolitik - Neuanfang oder Auftakt zur Abwicklung?
Als das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung an einen FDP-Politiker ging, wurde das als Signal zur Reform verstanden. Jetzt ist klar: Dirk Niebel hat mit einem engeren Verhältnis zwischen Entwicklungshilfe und Bundeswehr kein Problem.
Offene Gretchenfrage
Religion in den Niederlanden: eine Geschichte, in der es immer auch um Macht geht
Die Niederlande sind eines der am stärksten säkularisierten Länder Europas. Dennoch spielt die religiöse Zugehörigkeit eine entscheidende Rolle - besonders in der Politik.
Täter und Opfer
Die psychische Verfassung von Kriegsheimkehrern
Der Gewalterfahrung der Soldatengeneration ist in zahlreichen Krankenakten präsent. Doch wurden die Psychiatriepatienten mit ihren seelischen Verletzungen weitgehend allein gelassen.
Magazin
Zeitgeschehen
Ausgabe 4 April 2010
Das gute Recht auf soziale Hilfen
Menschenwürde und sozialer Ausgleich gehören zusammen
Vor einigen Wochen hat das Bundesverfassungsgericht verkündet, dass die seit fünf Jahren geltenden Hartz IV-Regelsätze für Erwachsene und Kinder verfassungswidrig sind. Was folgt daraus?
Militärischer Drill
Gewalt im Heim - ein dunkles Kapitel evangelischer Erziehungsarbeit
Immer mehr Menschen melden sich zu Wort, die in ihrer Kindheit und Jugend in Heimen Gewalt erlitten haben. Auch in evangelischen Einrichtungen. Das gilt ebenso für behinderte Kinder und Jugendliche.
Regieren in Prosa
Wie Barack Obama sein Charisma verloren hat
Der US-Präsident wollte die Welt retten und die Nation heilen. Jetzt muss er sich mit einem gespaltenen Kongress und einem Absturz in der Gunst des Publikums herumschlagen. Wer bei Max Weber nachschlägt, kommt den Gründen auf die Spur.
Land im Stillstand
Ungarn: Hoffen auf eine bessere Zukunft
Ungarn war in Wendezeiten ein Schrittmacher für die Öffnung zum Westen. Seitdem aber taumelt das Land von einer Krise in die andere. Ende April wird neu gewählt.
Aufstand der Randständigen
Dörfer in Not
Mehr denn je bedrohen Abwanderung und Verödung weite Teile des ländlichen Raums. Doch allmählich bildet sich eine neue Lobby, die gegen die Bevorzugung der Ballungsräume kämpft.
Pars pro toto
Ein Dorf und die Globalisierung
Es ist ein Weltuntergang, den Klaus Brill beschreibt: Das lautlose Dahinsiechen der dörflichen Kultur in Deutschland. Das Buch setzt aber gleichzeitig eine Art dickköpfige Energie frei, das Dorf nicht kampflos aufzugeben.
Ungeheure Vielfalt
Nahes 19. Jahrhhundert
So hat man das 19. Jahrhundert noch nicht betrachtet: Von weit oben, aus der historischen Vogelperspektive, um nicht zu sagen aus der Satellitenperspektive.
Vom Konsumismus
Wie Kunden zu Waren werden
Konsumismus bedeutet die Aufhebung der Grenzen zwischen den Dingen, die konsumiert werden, und den Menschen, die konsumieren.
Magazin
Zeitgeschehen

