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Von Rom enttäuscht

Lutherischer Weltbund, Papst Benedikt XVI. und das Ziel der Ökumene

Joachim Track

Die Lutheraner sehen sich als "Brückenkirche" zwischen den Katholiken und Reformierten. Dennoch ist der Ökumene-Prozess ins Stocken geraten. Und auch innerhalb des Lutherischen Weltbundes gibt es Konflikte wie zum Beispiel um Homosexualität, die zur Zerreißprobe werden könnten.

(Foto: LWB)
(Foto: LWB)

Joachim Track (69) gehört dem Rat und dem Exekutivkomitee des Lutherischen Weltbundes an. Bis zu seiner Emeritierung vor fünf Jahren lehrte er Systematische Theologie an der Augustana-Hochschule, der theologischen Hochschule der bayerischen Landeskirche im fränkischen Neuen­dettelsau.

zeitzeichen:

Herr Professor Track, ab 1990 haben Sie neben Ihrer Lehrtätigkeit an der kirchlichen Hochschule Neuendettelsau als theologischer Berater beim Lutherischen Weltbund (LWB) mitgearbeitet, und seit dreizehn Jahren gehören Sie dessen Rat und dessen Exekutivkomitee an. Warum haben Sie sich gerade im LWB engagiert?

JOACHIM TRACK:

Ich habe mich immer in der Ökumene engagiert und lange im Weltkirchenrat, in einer Kommission von "Glaube und Kirchenverfassung" mitgearbeitet. In ökumenischen Fragen habe ich auch den 1999 verstorbenen bayerischen Landesbischof Johannes Hanselmann beraten, der von 1978 bis 1987 Vizepräsident und von 1987 bis 1990 Präsident des LWB war. Er hat mich gebeten, im lwb mitzuarbeiten.

Sind Sie damals nur dem Ruf Ihres Bischofs gefolgt oder auch dem Ihres Herzens?

JOACHIM TRACK:

Beides. Im LWB ist die Zusammenarbeit der verschiedenen Kirchen einfacher als im Weltkirchenrat, im LWB kommt man in theologischen und ethischen Fragen schneller zu gemeinsamen Aussagen.

Das dürfte daran liegen, dass die Mitgliedskirchen des LWB - anders als die Mitgliedskirchen des Weltkirchenrats - ein gemeinsames theologisches Erbe verbindet, ein gemeinsames Bekenntnis, die Augsburger Konfession von 1530, und eine mehr oder weniger ähnliche liturgische Tradition, oder?

JOACHIM TRACK:

Das stimmt, obwohl es zwischen den lutherischen Kirchen Europas, Nordamerikas, Lateinamerikas, Afrikas und Asiens natürlich kulturelle Unterschiede gibt und über ethische Fragen heftig gestritten wird.

Nennen Sie uns doch, bevor wir zu den Auseinandersetzungen über ethische Fragen kommen, ein Beispiel dafür, dass die Zusammenarbeit im LWB einfacher ist als im Weltkirchenrat.

JOACHIM TRACK:

Die Mitgliedskirchen des LWB haben sich auf ein gemeinsames Verständnis des geistlichen Amtes, auch des Bischofsamtes, verständigen können. Und das ist natürlich im Hinblick auf die Verständigung mit anderen Konfessionen eine wichtige Voraussetzung, zumal ja das Amtsverständnis der Knackpunkt im Gespräch mit der römisch-katholischen Kirche ist. Und der LWB hat 1999 mit dem Vatikan die Gemeinsame Erklärung über die Rechtfertigungslehre verabschieden können.

Auf die Gemeinsame Erklärung kommen wir noch zu sprechen. Zunächst noch eine Frage zum Standort des LWB in der Ökumene. Muss es im 21. Jahrhundert eigentlich noch einen Lutherischen Weltbund neben einem Reformierten Weltbund geben, dem Zu­sammenschluss der Kirchen, die das Erbe der Schweizer Reformatoren Ulrich Zwingli und Johannes Calvin pflegen? Wäre es nicht sinnvoll, wenn beide sich zu einem Protestantischen Weltbund zusammenschlössen?

JOACHIM TRACK:

Im Grunde bejahe ich dies als Ziel­vorstellung. Ich habe aber den Eindruck, dass die Unterschiede innerhalb des Reformierten Weltbundes noch viel stärker ausgeprägt sind als die innerhalb des LWB und dass die reformierten Kirchen erst noch stärker zusammenwachsen müssen, bevor ein Protestantischer Weltbund spruchreif ist.

Sie haben darauf hingewiesen, dass es auch unter den Mitgliedskirchen des LWB in ethischen Fragen heftige Auseinandersetzungen gibt. So traut die Schwedische Kirche gleichgeschlechtliche Paare, und in Stockholm amtiert eine Bischöfin, die mit einer Frau zusammenlebt. Das betrachten lutherische Kirchen in den Entwicklungsländern und in Osteuropa als Teufelszeug.

JOACHIM TRACK:

Bei der letzten Sitzung des Rates des LWB in Genf haben wir nächtelang über diese Frage diskutiert. Und ich denke, dass wir an diesem Punkt noch lange miteinander sprechen müssen. Das gilt gerade im Hinblick auf die lutherischen Kirchen Indiens, die die liberale Haltung der Schwedischen Kirche und der amerikanischen Lutheraner gegenüber Homosexuellen vehement ablehnen. Ich vermute, am Ende des Gesprächsprozesses werden die Mitgliedskirchen des LWB sicher nicht gemeinsam erklären, dass sie Ho­mosexualität bejahen, aber dass die unterschiedlichen Auffassungen und Vorgehensweisen in dieser ethischen Frage nicht kirchentrennend sind.

Halten Sie so eine Art friedlicher Koexistenz angesichts einer so umstrittenen und auch emotional diskutierten Frage wirklich für möglich?

JOACHIM TRACK:

Ich würde es so ausdrücken: Auf den LWB kommen große Herausforderungen zu, aber sie müssen nicht zur Zerreißprobe führen.

Der Erzbischof der lutherischen Kirche Kenias, Walter Obare, hält eine Spaltung des LWB für wahrscheinlich, weil Mitgliedskirchen Frauen und Homosexuellen zum Pfarramt zulassen.

JOACHIM TRACK:

Ach wissen Sie, das ist ähnlich wie in der Politik, solche Töne gehören auch zum Spiel.

Nach dem Augsburger Bekenntnis, dem Basisdokument der lutherischen Kirche, reicht es für die Einheit der Kirche aus, dass das "Evangelium rein gepredigt und die heiligen Sakramente laut dem Evangelium gereicht werden". Und das bedeutet: In der Frage der Kirchenverfassung sind die Lutheraner offen und flexibel, anders als Reformierte und Katholiken. Daher verstehen manche Lutheraner ihre Kirchen als Brückenkirche zwischen den anderen evangelischen Kirchen und der römisch-katholischen Kirche. Sehen Sie das auch so?

JOACHIM TRACK:

Das kann man in gewisser Weise sagen. Und Kardinal Walter Kasper, der Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, hat immer hervorgehoben, dass die Dialoge zwischen seiner Kirche und dem LWB in theologischer Hinsicht am weitesten fortgeschritten sind.

Wenn die Lutheraner in der Frage der Kirchenverfassung so flexibel sind, wie weit können Sie Rom an diesem Punkt dann entgegenkommen?

JOACHIM TRACK:

Jede Art der Kirchenverfassung, die das Priestertum aller Getauften nicht berücksichtigt und die so genannten Laien nicht in die Entscheidungsprozesse einbezieht, ist aus lutherischer Sicht fragwürdig.

Bei manchen Lutheranern, die die Brückenfunktion ihrer Kirche herausstellen, hat man das Gefühl, sie wollten sich von den Reformierten und anderen evangelischen Kirchen distanzieren und ihre Nähe zu Rom herausstellen.

JOACHIM TRACK:

Als ich meine Tätigkeit beim LWB be­gonnen habe, hat es solche katholisierenden Tendenzen gegeben. Aber da­von ist nichts übrig geblieben. Und in der Ökumene mit Rom herrscht zurzeit - bei aller Bereitschaft zu weiteren Dialogen - Stillstand.

Warum?

JOACHIM TRACK:

Rom legt die Auffassung, dass sich in der römisch-katholischen Kirche die Kirche Jesu Christi verwirklicht - subsistit, wie es auf Latein heißt - immer enger und strenger aus. Es versteht sich selbst als die Mutterkirche, ein Verständnis, dass Joseph Ratzinger als Präfekt der Glaubenskongregation entwickelt hat. Aber das ist historisch unhaltbar.

Denn die römisch-katholische Kirche ist wie die orthodoxen, die lutherischen oder die reformierten Kirchen eine Konfessionskirche, die sich im Laufe der Geschichte entwickelt und Besonderheiten ausgebildet hat - auch, wenn sie das nicht wahrhaben will. Ich bedauere die Haltung, die die römisch-katholische Kirche einnimmt, um so mehr, als ich Joseph Ratzinger bei den Verhandlungen über die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre als kompetenten und ökumenisch engagierten Gesprächspartner erlebt habe.

Hat sich Ratzinger denn verändert, ist er erst in den vergangenen Jahren konservativ geworden? Oder ist er sich treu geblieben?

JOACHIM TRACK:

Er ist, soweit ich ihn als Kollegen kenne, seinen theologischen Überzeugungen treu geblieben, zu denen eine gewisse ökumenische Offenheit gehört hat. Aber seit er seine Professur mit Kirchenämtern vertauscht hat, hat - so mein Eindruck - seine Sorge um das Profil und die Einheit der römisch-katholische Kirche zugenommen.

Was können die Lutheraner dazu beitragen, um den Stillstand in der Ökumene mit Rom zu überwinden?

JOACHIM TRACK:

Wir haben schon nach der Gemeinsamen Erklärung gesagt: Wir lassen die Hände, die uns gereicht worden sind, nicht los. Das heißt, wir bleiben mit Rom und den Katholiken im Ge­spräch. Wir versuchen immer zu zei­gen und theologisch zu begründen: Es gibt im Amtsverständnis zwar Unterschiede, aber sie müssen nicht kirchentrennend sein.

Wenn die römisch-katholische Kirche an einem noch aus dem Absolutismus stammenden hierarchischen System mit dem Papst als Letztentscheider, der im Grunde niemanden fragen muss, festhalten will, soll sie das tun, auch wenn wir dieses Verständnis von episcope, dem Leitungsdienst in der Kirche, für fragwürdig halten. Umgekehrt wünschen wir uns von Rom dieselbe Toleranz gegenüber unseren kollegialen Leitungsstrukturen. Das heißt, wir sollten aus Gestaltungsfragen nicht Wesensfragen machen.

Der Bischof Ihrer bayerischen Landeskirche, Johannes Friedrich, hat sich vor längerer Zeit dafür ausgesprochen, den Papst als Sprecher der Christenheit anzuerkennen. Und der badische Landesbischof Ulrich Fischer hat sich kürzlich ähnlich geäußert. Was halten Sie von diesen Vorschlägen?

JOACHIM TRACK:

Sie kommen verfrüht. Denn erst einmal müsste zwischen Katholiken und Lutheranern Kirchengemeinschaft bestehen. Und dann könnte man sich überlegen, ob diese in Gemeinschaft stehenden Kirchen auf der Weltebene von einer Person repräsentiert werden sollten.

Was hat die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre, an der Sie auch mitgearbeitet haben, denn eigentlich für die Ökumene gebracht?

JOACHIM TRACK:

Zunächst hat sie - sogar in Europa - das ökumenische Klima verbessert. So haben mir slowakische Lutheraner, die in ihrem Land eine Minderheit bilden, erzählt, seit der Unterzeichnung der Gemeinsamen Erklärung würden sie von den römisch-katholischen Bischöfen der Slowakei viel besser behandelt als vorher. Und ähnliches lässt sich in Afrika beobachten. Das heißt, die Gemeinsame Erklärung bedeutet faktisch ein Mehr an Anerkennung durch die römisch-katholische Kirche.

Darüber hinaus hatte ich aber gehofft, das hohe Maß an Übereinstimmung in einer zentralen theologischen Frage würde wenigstens zu einer Zulassung von Luthe­ranern zum katholischen Abendmahl führen. Und ich hätte mir gewünscht, dass wir nach der Gemeinsamen Erklärung zur Recht­fertigungslehre eine Gemeinsame ­
Er­klärung über die Kirche und das geist­liche Amt erarbeiten und verabschieden.

Daran ist in allernächster Zukunft wohl nicht zu denken?

JOACHIM TRACK:

Nein. Man muss jetzt erst einmal sehen, wie reformfähig die katholische Kirche ist. Ein kleiner Schritt wäre die Abschaffung des Zölibats, ein riesiger die Zulassung von Frauen im Priesteramt. Sollten sich die Reformkräfte aber nicht durchsetzen, fürchte ich, dass die römisch-katholische Kirche immer fundamentalistischer wird.

Sind Sie von Rom enttäuscht?

JOACHIM TRACK:

Ja! Aber wer keine Geduld hat, ist für die Ökumene nicht geschaffen.

Hat sich angesichts dessen, was Sie feststellen, denn Ihr Engagement für die Gemeinsame Erklärung gelohnt?

JOACHIM TRACK:

Ja, allein schon deswegen, weil wir in den Mitgliedskirchen des Lutherischen Weltbundes bis in die Gemeinden hinein intensiv darüber nachgedacht haben, was Rechtfertigung bedeutet. Und das ist eine wichtige Grundlage für die Diskussion über das Bischofsamt und gerade über die schon angesprochenen Streitfragen Ehe, Familie und Sexualität.

Denn wer die Rechtfertigung des Sünders - allein durch Glauben und nicht durch Werke - ernst nimmt, müsste eigentlich mit unterschiedlichen Auffassungen zu ethischen Problemen leben können. Und wer weiß, was die Gemeinsame Erklärung im Verhältnis zu Rom noch bewirken wird. Gott schreibt schließlich auch auf krummen Zeilen gerade.

Was ist eigentlich das Ziel der Ökumene? Der LWB hat ja vor langer Zeit das Modell der "versöhnten Verschiedenheit" entwickelt. Was verstehen Sie darunter?

JOACHIM TRACK:

Ein gutes Beispiel für eine Einheit in Verschiedenheit ist die Leuenberger Konkordie. 1973 haben Lutheraner und Reformierte erklärt, zwischen ihnen bestünden zwar "beträchtliche Unterschiede in der Gestaltung des Gottesdienstes, in den Ausprägungen der Frömmigkeit und in den kirchlichen Ordnungen". Doch diese seien "aufgrund der gewonnenen Übereinstimmung im Verständnis des Evangeliums" nicht mehr kirchentrennend. Leuenberg könnte auch ein Vorbild für eine Kirchengemeinschaft mit Rom sein.

Wir brauchen keine organische Union von Kirchen, sondern es reicht, wenn wir einen gemeinsamen Grund haben, eine "Übereinstimmung im Verständnis des Evangeliums", wie es in der Leuenberger Konkordie heißt, wobei man natürlich immer wieder darüber reden muss, was das in den jeweiligen theologischen Fragen, auch den ethischen, bedeutet.

Gegen das Leuenberger Modell könnte man einwenden, es konserviere die Konfessionen, so wie sie sich im 16. und 17. Jahrhundert entwickelt haben.

JOACHIM TRACK:

Zum Protestantismus gehört Vielfalt. Wenn Konfession nicht eine enge Konfessionalität bedeutet, bedeutet sie Reichtum. Denn konfessionelle Akzente bereichern das gemeinsame Kirchesein aller Christen.

Vor zwanzig Jahren ist das geteilte Deutschland wiedervereinigt worden, aus zwei Staaten ist einer geworden. Und darüber sind die meisten Deutschen froh. Ist das nicht auch ein Vorbild für die Kirchen? Anders gefragt: Warum keine Wiedervereinigung von Lutheranern und Katholiken?

JOACHIM TRACK:

Das ist eine Frage der Bedingungen. Ich würde jedenfalls keine organische Union mit Rom befürworten, solange wir ein unterschiedliches Kirchen- und Amtsverständnis haben.

Das heißt, Sie lehnen eine organisatorische Vereinigung von Kirchen nicht grundsätzlich ab, die nach dem Leuenberger Modell ja auch möglich und unter den großen evangelischen Kirchen der Niederlande vollzogen worden ist. Aber Sie halten eine solche Union von Kirchen theologisch nicht für notwendig.

JOACHIM TRACK:

So ist es. Ich bejahe die vielfältige Gestalt des Kircheseins, auch die verschiedenen theologischen Akzente, die die Konfessionen setzen.

Sie sind zwanzig Jahre im LWB aktiv gewesen. Wie hat sich der LWB und wie hat sich sein Verhältnis zur römisch-katholischen Kirche in dieser Zeit entwickelt?

JOACHIM TRACK:

Der Dialog mit der römisch-katholischen Kirche ist - wie gesagt - schwieriger geworden. Und die Differenzen über die Ethik, die zwischen den Mitgliedskirchen des LWB bestehen, waren früher nicht so öffentlich. Sie zeigen auch, dass die früher so genannten jungen Kirchen Afrikas und Asiens ihren eigenen Weg gehen und ihre Auffassungen in das Gespräch mit einbringen und geltend machen. Das mag beschwerlich sein, ist aber ein normaler Prozess, den ich begrüße.

Wie müssten sich der Lutherische Weltbund und die lutherischen Kirchen weiterentwickeln?

JOACHIM TRACK:

Die Gemeinschaft unter den Mitgliedskirchen des LWB ist gewachsen. Wir sind kein "Lutherischer Geldbund" mehr, als der wir früher verspottet wurden. Das heißt, europäische, nordamerikanische, lateinamerikanische, afrikanische und asiatische Kirchen verbindet weitaus mehr als der Transfer von Geldern, so wichtig auch die gegenseitige Unterstützung ist. Nun wird es darauf ankommen, dass das, was gewachsen ist, weiter gepflegt wird.

Neben dem Lutherischen Weltbund gibt es noch andere Weltbünde, den Reformierten, aber auch den Weltkirchenrat, die Konferenz Europäischer Kirchen, die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa und so weiter. Sie alle kosten Geld, das in starkem Maße von den deutschen Landeskirchen aufgebracht wird, und sie brauchen Mitarbeiter, hauptamtliche, aber vor allem ehrenamtliche. Können sich die Kirchen diese Strukturen in Zukunft noch leisten?

JOACHIM TRACK:

Im Augenblick geht es nicht anders, auch wegen der Vielfalt, die die Kirche nach evangelischem Verständnis auszeichnet. Der Lutherische Weltbund möchte aber, dass seine Voll­versammlungen und die des Reformierten Weltbundes und des Welt­kir­chenrates miteinander verknüpft werden. Und die bestehende gute Zusammenarbeit zwischen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern der verschiedenen Organisationen sollte noch stärker institutionalisiert werden.

Allerdings ist eine Voraussetzung dafür, dass der Weltkirchenrat endlich seine Krise überwindet. Und wenn ich sehe, wie stark die orthodoxen Kirchen den Welt­kirchenrat dominieren wollen, weiß ich den Lutherischen Weltbund umso mehr zu schätzen.

Das Gespräch führten Kathrin Jütte und Jürgen Wandel am 20. Mai in Hannover.

LITERATUR

Johannes Brosseder/Joachim Track: Kirchengemeinschaft jetzt. Die Kirche Jesu Christi, die Kirchen und ihre Gemeinschaft. Neukirchener Verlagshaus, Neukirchen-Vluyn 2010, 159 Seiten, Euro 14,90.

Erschienen in Zeitzeichen Juli 07/2010.

 

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